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Leipzig will sich in Neapel teuer verkaufen

B-Elf? Kaum Zuschauer? RB Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl kümmert das nicht. Er und seine Spieler haben nur ein Ziel: Ein gutes Ergebnis beim SSC Neapel und das Erreichen des Achtelfinales in der Europa League.
Von Jens Marx, dpa

  • Leipzigs Kapitän Willi Orban traut seiner Mannschaft gegen Neapel viel zu. Foto: Jan Woitas
  • Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl will mit dem bestmöglichen Team in Neapel auflaufen. Foto: Jan Woitas

Leipzig.Um das Gerede um eine mögliche B-Elf des Serie-A-Spitzenreiters schert sich RB Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl gar nicht.

„Wir bereiten uns auf den schwerstmöglichen Gegner vor und deswegen werden wir mit der bestmöglichen Truppe auflaufen“, betonte der 50 Jahre alte Österreicher bei der Pressekonferenz des Tabellenzweiten der Fußball-Bundesliga im Stadion San Paolo.

Und Hasenhüttl kann auf seine Top-Leute zurückgreifen, während den Neapolitanern definitiv in Dries Mertens der wichtigste Spieler gesperrt fehlen wird. „Wir haben die volle Kapelle an Bord“, sagte der RB-Coach.

Dass sein Pendant Maurizio Sarri aus Rücksicht auf den möglichen ersten Scudetto seit 1990 noch mit Diego Maradona auf noch mehr Stammspieler verzichten könnte, glaubt Hasenhüttl nicht unbedingt. „Man muss das mit Vorsicht genießen“, sagte er.

Zuvor hatte der Coach des SSC Berichten italienischer Medien zumindest offiziell widersprochen, eine B-Elf aufbieten zu wollen: „Wir werden nicht an die Serie A denken, denn wir haben ein echt schweres Spiel vor uns.“ Man wolle eine professionelle Leistung abliefern.

Gleichwohl ließ er offen, ob er den ehemaligen Bundesliga-Profi Pepe Reina ins Tor beordert oder den Stammkeeper schont. Unklar ist zudem, ob Arkadiusz Milik nach seinem Kreuzbandriss im September schon fit sein wird und möglicher Ersatz für Mertens sein könnte.

Sämtliche Spekulationen prallten an Hasenhüttl ab. Er hatte seine Mannschaft vor dem Abflug in Leipzig noch mal geheim trainieren lassen, am Abend absolvierte er mit den RB-Profis im Stadion vor leeren Rängen eine kleine weitere Einheit. Dass an diesem Donnerstag (21.05 Uhr/Sky und Sport1) womöglich ebenfalls nur überschaubar viele Napoli-Fans kommen, spielt für den Leipziger Coach auch keine Rolle.

„Es macht für uns keinen Unterschied, ob das Stadion ausverkauft ist oder nur 15 000 oder 16 000 Zuschauer kommen. Für uns ist wichtig, eine gute Grundlage fürs Weiterkommen in die nächste Runde zu legen“, sagte Hasenhüttl.

Von Ehrfurcht also keine Spur. „Auch gegen Neapel haben wir auf jeden Fall eine Chance“, sagte Mittelstürmer Timo Werner in einem Interview mit Sport1. „Wenn wir da rausfliegen sollten, ist es keine Schande. Neapel ist ein Topfavorit in diesem Wettbewerb. Das ist dann aber auch auf der anderen Seite keine Ausrede. Wir wollen da weiterkommen.“

Fast 30 Jahre nach dem historischen letzten Leipziger Europapokal-Pflichtspiel vor der RB-Geburtsstunde kann RB beim SSC Neapel fast nur gewinnen. „Dass es eine wahnsinnig starke Mannschaft und ein gefühltes Champions-League-Los ist, ist allen klar“, sagte Abwehrchef Orban: „Auf dem Niveau zu spielen, ist für uns Gold wert.“

Eine Niederlage kassierte Napoli in dieser Serie-A-Saison erst. Daheim, im Stadio San Paolo am ersten Dezember gegen Meister und Pokalsieger und Verfolger Juventus Turin. Auswärts ist die Mannschaft um den nur 1,69 Meter großen belgischen Mittelstürmer Mertens in der italienischen Meisterschaft ungeschlagen - kein gutes Omen fürs Rückspiel am 22. Februar in der Red Bull Arena.

Umso wichtiger wird ein gutes Hinspiel-Resultat sein. „Für uns spricht, dass wir in einer guten Phase sind“, meinte Angreifer Yussuf Poulsen. Zwei Siege zuletzt, und diese auch noch ohne Gegentor, haben das Selbstvertrauen der Leipziger wieder gestärkt. Und auch wenn Stefan Ilsanker gesperrt und Neuzugang Ademola Lookman für die Europa League nicht spielberechtigt ist, steht fest: RB wird sich auf keine Spielchen einlassen und mit seiner Top-Elf beim SSC Neapel auflaufen.

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