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Real-Coach Zidane plagt in Turin ein Luxusproblem

Juventus Turin gegen Real Madrid - im Viertelfinale der Champions League treffen zwei große europäische Fußballclubs aufeinander. Für Zidane ist es die erste Reise als Reals Cheftrainer in seine alte Heimat, zu der noch enge Verbindungen pflegt.
Von Emilio Rappold und Annette Reuther, dpa

Real Madrids Trainer Zinedine Zidane muss mit seinem Team in Turin antreten. Foto: Christophe Ena/AP
Real Madrids Trainer Zinedine Zidane muss mit seinem Team in Turin antreten. Foto: Christophe Ena/AP

Madrid.Zinedine Zidane muss vor dem Champions-League-Viertelfinal-Hinspiel zwischen Juventus Turin und Real Madrid tief grübeln.

Während sich die deutschen Fußball-Fans auf das „K&K“-Duell zwischen den Weltmeisterkollegen Sami Khedira und Toni Kroos freuen können, hat der Real-Coach vor seinem Besuch bei seinem Ex-Club ein Luxusproblem.

Für vier Profis, die sich beim Tabellenvierten der Primera División in prächtiger Spiellaune befinden, hat der Franzose im Stammteam nur einen einzigen Platz übrig. „Zizou“ muss entscheiden, ob er am Dienstag in Turin neben den beiden gesetzten Cristiano Ronaldo und Karim Benzema im Sturm Gareth Bale, Isco, Lucas Vázquez oder Asensio von Anfang aufs Feld schickt.

Die Sportzeitung „Mundo Deportivo“ sprach von einem „großen Dilemma“. Der interne Druck ist groß, denn vor allem Isco und Bale fordern nach Medienberichten einen Stammplatz und drohen hinter vorgehaltener Hand mit einem Weggang im Sommer, falls ihre Wünsche nicht erfüllt werden. Isco brillierte zuletzt nicht nur im Trikot der Königlichen. Der 25-Jährige lieferte auch in der Nationalelf beim 1:1 in Deutschland und mit einem Dreierpack beim sensationellen 6:1-Sieg gegen Argentinien Glanzvorstellungen.

Bale überwand unterdessen ein langes Tief. Für Wales erzielte er drei Treffer, beim 3:0-Erfolg Reals am Wochenende bei Las Palmas steuerte der 28-Jährige zwei Tore bei. Bei den Fans haben vor allem Asensio und Vázquez einen Stein im Brett.

Zidane fährt sicher mit gemischten Gefühlen in seine alte Heimat. Es ist ja sein erster Amtsbesuch als Cheftrainer. In Turin ist der 45-Jährige zudem immer noch ein Held. Zwischen 1996 und 2001 gewann der Weltmeister von 1998 mit Juve unter anderem zwei Mal die italienische Liga, bevor er zu Real wechselte. In Turin betreibt der Mann aus Marseille eine Kleinfeld-Fußball-Anlage, auf die sein früherer Fahrer Cristiano Bellini aufpasst. Dort ist auch sein Lieblingsrestaurant „Da Angelino“. Und er hat in der nordwestitalienischen Stadt auch viele enge Freunde.

Doch Zidane weiß auch: In Europa ist die „Vecchia Signora“, also die Alte Dame, der Angstgegner der Madrilenen - wenn die Duelle insgesamt mindestens 180 Minuten dauern. In den Königsklassen-Endspielen 1998 und 2017 setzte sich Real gegen die Italiener zwar durch. Bei den letzten vier Vergleichen mit Hin- und Rückspiel zog man zwischen 1996 und 2015 gegen Juve immer den Kürzeren. „Wir wissen, dass Real Madrid die beste Mannschaft der Welt ist. Mit Hin- und Rückspiel haben wir aber zweifellos bessere Chancen“, sagte Buffon der spanischen Sportzeitung „AS“.

Vielleicht kann der Tormann mit 40 seinen Traum vom großen europäischen Pokal doch weiterträumen? Juventus will das Trauma vom 1:4-verlorenen Champions-League-Finale in Wales vom vergangenen Jahr überwinden. Dazu muss auch Buffon Spieler wie Ronaldo stoppen. „Schlechter als in Cardiff wird es für uns sicher nicht laufen“, sagte Buffon.  

Die Italiener sind derzeit gestärkt durch den Ausbau ihres Vorsprungs an der Tabellenspitze der Serie A. Am Samstag konnte Juve auch dank eines Treffers von Sami Khedira gegen Milan seine Position an der Spitze festigen und steht nun vier Punkte vor Neapel. Trainer Massimiliano Allegri warnte jedoch vor Überschwang. „Jetzt müssen wir an eine außerordentliche Herausforderung denken“, schrieb er auf Twitter. Außerdem muss er auf den gesperrten Spielmacher Miralem Pjanic verzichten, während der Einsatz des verletzten Ex-Bayern-Profis Mario Mandzukic noch nicht sicher ist.

Am Mittwoch steht ein weiterer spanisch-italienischer Vergleich an: Dann spielt der AS Rom beim FC Barcelona.

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