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Sané auf WM-Prüfstand - „Manchmal braucht er einen Tritt“

Bei Manchester City hat Leroy Sané einen großen Sprung gemacht. Trainer Guardiola fördert und entwickelt ihn. Und im Nationalteam? Da hat der Ex-Schalker seine Rolle noch nicht gefunden. Youngster wie Werner und Kimmich sind an ihm vorbeigezogen - auch Richtung WM.
Von Klaus Bergmann und Jens Mende, dpa

Kann sich im WM-Test gegen Brasilien von Beginn an beweisen: England-Legionär Leroy Sané. Foto: Christian Charisius
Kann sich im WM-Test gegen Brasilien von Beginn an beweisen: England-Legionär Leroy Sané. Foto: Christian Charisius

Berlin.Ilkay Gündogan muss es wissen. „Er braucht manchmal einen Tritt in den Allerwertesten“, sagte Gündogan über den jungen Mann, der da bei der Pressekonferenz der Fußball-Nationalmannschaft in Berlin neben ihm auf dem DFB-Podium saß: Leroy Sané.

Der 22 Jahre alte Flügelstürmer, der gemeinsam mit Gündogan in der englischen Premier League für Manchester City spielt und darüber hinaus auch im selben Gebäude wohnt, stieß im November 2015 erstmals zum Nationalteam. Im Deutschland-Trikot aber konnte er noch keine besonderen Taten vollbringen; zehn Länderspiele, kein Tor, ein Kurzeinsatz bei der Europameisterschaft 2016 in Frankreich.

Am Dienstag (20.45 Uhr/ZDF) gibt ihm Joachim Löw in der Startelf die Chance, vor über 70 000 Zuschauern im Olympiastadion gegen Brasilien eine Duftmarke Richtung Weltmeisterschaft zu setzen. Taugt Sané in Russland für mehr als eine Joker-Rolle? „Na klar ist es mein Ziel zu zeigen, dass ich den Druck aushalten kann und auf diesem Niveau spielen kann“, sagte der Youngster: „Jeder von uns ist heiß, gegen Brasilien zu spielen.“

Sané will auch im Nationaltrikot durchstarten. „Es ist mein Ziel, der Mannschaft zu helfen und zu spielen.“ Im Verein ist dem Jungprofi, für den Manchester City im Sommer 2016 etwas mehr als 50 Millionen Euro an den FC Schalke zahlte, der Durchbruch gelungen. Sané spielt - angeleitet von Trainer Pep Guardiola - viel und überwiegend gut. In 25 Ligasspielen traf er achtmal und bereitete elf Treffer vor.

„Pep hat mir persönlich sehr viel geholfen im Spielerischen, im Taktischen. Er hat mich sehr viel verbessert“, sagte Sané. „Speziell diese Saison habe ich einen sehr guten Sprung gemacht, im Passspiel, im Positionsspiel, wie ich mich in den Räumen zu bewegen habe.“ Die Qualitäten, gerade auch die im Tempo-Dribbling und Eins gegen Eins, will er auch gegen einen Topgegner wie Brasilien einbringen. Der WM-Härtetest soll ihn voranbringen im Konkurrenzkampf um den Platz auf der linken Angriffsseite. Julian Draxler ist sein Konkurrent.

Löw hält viel von Sané. Das „enorme Potenzial“ sprach der Coach schon an, als er den damals 19-Jährigen im November 2015 als blutjungen Spieler erstmals zum A-Team holte. „Es war die absolut richtige Entscheidung von Leroy, zu Manchester City zu gehen“, sagte Löw am Montag. Gegen Brasilien soll der Pep-Schüler zeigen, was er in England gelernt hat. „Ich erhoffe mir, dass er diese Dinge einbringt, dass er ins Eins gegen Eins und in den Rücken des Gegners geht, für den Gegner unberechenbar ist“, sagte der Bundestrainer.

Ein vergleichbar hohes Tempo wie Sané bringt im aktuellen DFB-Team nur noch Angreifer Timo Werner mit. Aber der 22 Jahre alte Leipziger hat Sané im DFB-Team ebenso überholt wie Joshua Kimmich (23). Werner und Kimmich haben auch vom Confed Cup 2017 profitiert, für den Sané wegen einer Nasen-Operation absagte. Löw ärgerte das. Für Werner, den Torschützenkönig, war das Turnier der internationale Durchbruch.

„Die Schnelligkeit, die er auch mit Ball hat, sucht seinesgleichen“, sagte Gündogan über Sané. Er übernimmt gerne die Rolle des Mentors. „Mit Pep und mir als Mitspieler hat er die richtigen Personen an seiner Seite“, sagte Gündogan. Sané sei lernwillig, auch wenn seine Körpersprache dem nicht immer entspräche. „Es war so ein bisschen Leroys Schwachstelle, dass er bei einfachen Ballannahmen, einfachen Pässen über vier, fünf Meter die Konzentration verliert“, schilderte Gündogan. Das sei aber passé. In dieser Saison habe Sané bei City „des öfteren bewiesen, was in ihm steckt“. Im großen WM-Test gegen Brasilien soll das auch im Nationaltrikot zu bewundern sein.

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