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Fussball

Ägypten trennt sich von Trainer Cúper

Mohamed Salah geht auf die Rücktrittsgerüchte um seine Person nicht erst ein. 28 Jahre nach ihrer letzten WM hinterlassen die Ägypter bei der WM in Russland ein klägliches Bild. Nationaltrainer Héctor Cúper räumt seinen Posten.
Von Martin Moravec und Jan Kuhlmann, dpa

Hector Cuper und Ägypten gehen getrennte Wege. Foto: Andrew Medichini/AP
Hector Cuper und Ägypten gehen getrennte Wege. Foto: Andrew Medichini/AP

Wolgograd.In den Flieger nach Kairo luden Mohamed Salah und seine ägyptischen Mannschaftskollegen ihr gesamtes WM-Chaos. Anstatt bei seiner dritten Endrundenteilnahme für positive Schlagzeilen zu sorgen, gab der siebenmalige Afrikapokalsieger in Russland am Ende ein bedauernswertes Bild ab.

Drei Niederlagen in drei Gruppenspielen, Berichte über Streit in der Mannschaft, Rücktrittsgerüchte um Salah und dann auch noch das Ende von Nationaltrainer Héctor Cúper - die heimischen Medien empfingen ihre gefallenen Fußball-Helden schon vor der Rückreise am Dienstag mit deftigen Worten.

„Eine erneute Null für den ägyptischen Fußball“, titelte die Zeitung „Al-Masry al-Youm“. Wie andere ägyptische Medien auch übte das Blatt scharfe Kritik an Trainer Cúper. Die Zeitung „Al-Shorouk“ etwa beklagte die „defensive Philosophie“ des Coaches, erkannte aber auch Mängel beim Team. Die Mannschaft sei wie ein Boxer, der in der afrikanischen Schwergewichtsklasse gewinnen könne, aber gegen Muhammad Ali und Mike Tyson keine Chance habe.

Nationalheld Salah selbst bezog zu den Rücktrittgerüchten um seine Person keine Stellung. Nach dem enttäuschenden WM-Schlussakt gegen Saudi-Arabien (1:2) wandte er sich nur an die ägyptischen Fans. „Ich weiß, dass es schwer für sie war, es war aber auch schwer für uns“, meinte der Stürmer des FC Liverpool, der trotz Schulterverletzung beide Tore für seine Mannschaft bei der ersten WM nach 28 Jahren Abstinenz erzielte. „Die Spieler haben ihr Bestes gegeben, und ich bin sicher, dass die Zukunft besser sein wird.“

Ob Salah Teil dieser Zukunft sein wird, ist angeblich offen. Es halten sich Gerüchte, wonach er über einen Abschied aus der Nationalmannschaft nachdenken soll. Der 26-Jährige soll sich politisch instrumentalisiert gefühlt haben. Die Ägypter hatten als einziger WM-Teilnehmer ihr Quartier in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny aufgeschlagen. Der autoritäre Republikchef Ramsan Kadyrow ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und produzierte mit Salah medienwirksam Fotos und Videos.

„Ich denke nicht, dass das wahr ist. Denn alle, die hier sind, wissen es wirklich zu schätzen, für die Nationalmannschaft zu spielen“, sagte Salahs Nationaltrainer Cúper zu den Gerüchten. Auch Berichte über einen angeblichen Streit innerhalb der Mannschaft wies er zurück. „Ich kann nichts von Problemen erzählen. Ich weiß, da waren keine Probleme“, sagte der 62-Jährige.

Mittlerweile ist Cúper seinen Posten allerdings wieder los. Der Verband habe dies in einer Sitzung beschlossen und danke ihm für seine Arbeit, hieß es am Dienstagabend in einer Mitteilung. Weitere Informationen werde der Verband am Mittwoch bei einer Pressekonferenz geben. Cúpers Vertrag läuft nach dem Turnier aus, er war seit 2015 Trainer der Ägypter gewesen.

Sicher ist darüber hinaus, dass sich mit der Aufarbeitung der WM-Pleite höchste Stellen beschäftigen werden. Der neue Jugend- und Sportminister Aschraf Subchi kündigte ägyptischen Medien zufolge an, dass der Teamdirektor der Mannschaft einen Bericht an sein Ressort übergeben werde, damit man die „passenden Entscheidungen“ treffen werde. Der Sportausschuss des Parlaments hat ebenfalls erklärt, einen Ausschuss einzusetzen, der das Ausscheiden untersucht.

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