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Fußball

Die ersten Trends bei der WM

Viele Tore fallen nach ruhenden Bällen, viele Teams treffen erst spät. Und die Superstars haben großen Einfluss.
Von Florian Lütticke

Während die Iraner den späten Siegtreffer bejubeln, ist Marokkos Eigentorschütze Aziz Bouhaddouz (r.) bedient. Foto: Lu Jinbo/xinhua/dpa
Während die Iraner den späten Siegtreffer bejubeln, ist Marokkos Eigentorschütze Aziz Bouhaddouz (r.) bedient. Foto: Lu Jinbo/xinhua/dpa

Moskau.Das erste Achtel der Fußball-WM in Russland bringt schon die ersten Erkenntnisse. Der Trend geht zu Toren nach Standards und späten Treffern, die Erfolgsbilanz der Kontinente ist höchst unterschiedlich. Ein Blick auf die Auffälligkeiten der ersten Partien:

In einer von Taktik geprägten Fußball-Welt, in der auch die vermeintlich kleinen Teams gut defensiv gestaffelt sind, werden Aktionen nach ruhenden Bällen immer wichtiger. Zehn von 21 Toren fielen an den ersten drei WM-Tagen nach Standardsituationen, davon wurden alleine vier Elfmeter verwandelt. Zwei weitere Strafstöße verschossen Argentiniens Superstar Lionel Messi und der Peruaner Christian Cueva. Bei der WM 2014 in Brasilien fielen 38 von 171 Tore nach Standards, also gut 22 Prozent.

Schwerer Start für afrikanische Teams

Viele leere Sitze gab es vor allem bei der Partie zwischen Ägypten und Uruguay in Jekaterinburg, 6000 Plätze blieben frei. Mehr als 5000 verkaufte Tickets seien nicht genutzt worden, teilte die Fifa zu den Gründen mit. „Das sind zwei Mannschaften, die für viele russische Fans eher uninteressant sind“, begründete Wjatscheslaw Koloskow, Ehrenvorsitzender des Russischen Fußballverbands RFS, den mäßigen Besuch. Zwei der ersten acht Spiele – Russland gegen Saudi-Arabien und Argentinien gegen Island jeweils in Moskau – waren ausverkauft. Die Gesamt-Auslastung lag bei 96,3 Prozent.

Für afrikanische Teams droht es ein ganz schweres Turnier zu werden. Ägypten (0:1 gegen Uruguay), Marokko (0:1 gegen Iran) und Nigeria (0:2 gegen Kroatien) starteten ohne eigenes Tor mit Niederlagen. Tunesien ist nur Außenseiter in seiner Gruppe mit Belgien und England. So bleibt Senegal die große Hoffnung. Die europäischen Teams erwischten hingegen einen makellosen Auftakt, gewannen ihre vier Duelle mit Mannschaften von anderen Kontinenten, waren vor den Sonntagsspielen noch ohne Niederlage. Auf der größten Bühne entscheiden die größten Stars die Spiele. Cristiano Ronaldo mit seinem Dreierpack für Portugal, Frankreichs Antoine Griezmann und Kroatiens Luka Modric trafen per Elfmeter, bei Dänemark bereitete Christian Eriksen den Siegtreffer vor. Und im Negativen sorgte auch Lionel Messi durch seinen vergebenen Strafstoß beim enttäuschenden 1:1 von Argentinien gegen Island für die Entscheidung.

Späte Treffer fallen auf

Der Trend geht auch in Russland zum späten Jubel. In jedem der ersten vier Turnierspiele fiel mindestens ein Treffer nach der 87. Minute. Alleine in der Nachspielzeit durften die Teams bislang dreimal feiern: Russland traf beim 5:0 über Saudi-Arabien zweimal nach der 90. Minute, Marokkos Aziz Bouhaddouz, der in der 2. Bundesliga für den FC St. Pauli auf Torejagd geht, sorgte per Eigentor in der 90.+5 Minute für den iranischen 1:0-Sieg. Bei der WM 2010 in Südafrika wurden über das komplette Turnier lediglich sechs Tore in der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit erzielt, vier Jahre später in Brasilien waren es schon zwölf. Auch bei der EM 2016 fielen bereits die zahlreichen späten Treffer auf.

Infos zur Fußball-WM in Russland:

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