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Island-Kicker trotz WM-Aus stolz

Das kleine Island hat die große Überraschung dieses Mal nicht geschafft. Anders als bei der EURO 2016 verabschieden sich die Nordlichter vorzeitig von ihrer WM-Premiere. Doch sie kehren erhobenen Hauptes heim.
Von Eric Dobias, dpa

Islands Johann Berg Gudmundsson war nach dem WM-Aus enttäuscht. Foto: Vadim Ghirda/AP
Islands Johann Berg Gudmundsson war nach dem WM-Aus enttäuscht. Foto: Vadim Ghirda/AP

Rostow am Don.Als das letzte „Huh“ bei der Fußball-WM in Russland verklungen war, suchten Islands traurige Kicker Trost bei ihren Familien.

Und auch von höchster Stelle gab es nach dem Vorrunden-Aus Zuspruch. „Es war für uns alle in Island sehr inspirierend zu sehen, wie Ihr Glaube an das Team und seinen möglichen Erfolg trotz aller Widrigkeiten Sie so weit gebracht hat. Herzlichen Glückwunsch, liebe Jungs!“, schickte Ministerpräsidentin Katrín Jakobsdottir via Twitter Grüße aus der Heimat.

Obwohl das erhoffte Fußball-Wunder beim 1:2 (0:0) gegen den ungeschlagenen Gruppensieger Kroatien ausblieb, mischte sich in den Frust über die vorzeitige Heimreise auch Stolz. „Wir nehmen viele Erinnerungen mit und sind stolz, dass wir dabei waren“, sagte Stürmer Alfred Finnbogason vom Bundesligisten FC Augsburg. „Ich hoffe, dass wir unser Niveau stabilisieren können. Wir müssen dafür sorgen, dass wir weiter erfolgreich bleiben und den nächsten Gipfel erklimmen.“

Auch Trainer Heimir Hallgrímsson war mit der WM-Premiere der Insel-Kicker aus dem hohen Norden Europas zufrieden. „Wir haben gezeigt, aus welchem Holz wir geschnitzt sind. Natürlich sind wir alle enttäuscht, aber ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Wir haben gezeigt, dass wir zurecht bei diesem Turnier dabei waren“, bilanzierte er.

Allerdings ließ der 51-Jährige offen, ob er den Weg mit seinen Schützlingen weiter gehen wird. Denn Hallgrímsson, von Beruf Zahnarzt, strebt offenbar nach Höherem. „Es gibt eigentlich keinen besseren Job auf der Welt als den des Nationaltrainers von Island. Es würde mir schwer fallen, das Team zu verlassen“, sagte er. „Wir machen jetzt erst einmal Urlaub und dann setzen wir uns in Ruhe zusammen und reden darüber, wie es weiter geht.“

Ohnehin steht Island vor einem Umbruch, sind doch immerhin neun Spieler aus dem WM-Kader älter als 30 Jahre. Die Routiniers Kári Árnason und Ólafur Ingi Skúlason beendeten unmittelbar nach dem Kroatien-Spiel ihre Auswahl-Karriere, weitere Profis könnten folgen.

Finnbogason (29) trägt sich noch nicht mit solchen Gedanken. Einen Abgang von Hallgrímsson würde er bedauern. „Natürlich wären wir traurig, wenn der Trainer geht. Er hat das super gemacht und hat einen großen Anteil an unserem Erfolg“, sagte der Bundesligaprofi. „Aber ich würde verstehen, wenn er etwas Großes probieren würde. Das hätte er verdient.“

Genauso verdient haben sich die Isländer einen würdigen Empfang in der Heimat, wo die Fans beim Public Viewing wie schon bei der EURO zu Tausenden mitfieberten. „Ich habe keine Ahnung, was uns bei der Rückkehr erwartet“, sagte Finnbogason zum Abschied. „Ich weiß aber, dass das ganze Land stolz auf uns ist.“

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