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Jose Gimenez rettet Uruguay: 1:0-Erfolg gegen Ägypten

Was Uruguays Stürmerstars Suárez und Cavani verwehrt blieb, erledigte Abwehrmann Gimenez kurz vor Schluss. Der Favorit tat sich lange schwer, bleibt mit dem Auftaktsieg aber ein Kandidat für das Achtelfinale. Ägypten hat Salah schmerzlich vermisst.
Von Benedikt von Imhoff und Morten Ritter, dpa

  • Uruguays Rodrigo Bentancur (r) behauptet sich gegen Ägyptens Kahraba am Ball. Foto: Mark Baker
  • Uruguays José Maria Giménez (r) jubelt nach seinem Tor zum 1:0 gegen Ägypten. Foto: Mark Baker/AP

Jekaterinburg.Uruguays Last-Minute-Torschütze José Gimenez verschwand unter seinen jubelnden Mitspielern, und auf Ägyptens Bank starrte Stürmerstar Mohamed Salah mit leerem Blick vor sich hin.

Mit einem Treffer kurz vor Schluss hat Gimenez den zweifachen Weltmeister zum späten Auftaktsieg geführt. Er habe nur den Rat seines Trainers Oscar Tabarez umgesetzt, sagte der Verteidiger von Atlético Madrid. „Er hat gesagt, dass wir uns alle einbringen müssen. Da habe ich nach dem Freistoß ein bisschen Glück gehabt, dass ich dort stand und getroffen habe“, sagte der Abwehrspieler in der ARD nach dem hart erkämpften 1:0 (0:0)-Auftaktsieg gegen Ägypten.

Gimenez traf am Freitag vor nur 27.015 Zuschauern im nicht ausverkauften Stadion von Jekaterinburg in der 89. Minute per Kopf und rettete den Südamerikanern den Erfolg gegen die zweikampfstarken „Pharaonen“, bei denen Salah nach seiner Schulterverletzung aus dem Champions-League-Finale nur auf der Bank blieb. „Wir wollten eine neue Verletzung vermeiden, deshalb haben wir beschlossen, kein Risiko einzugehen“, erklärte Ägyptens Trainer Héctor Cúper nach dem Spiel. Doch ohne den Angreifer vom FC Liverpool fehlte den Nordafrikanern die Torgefahr.

Die deutlich besseren Chancen hatte Uruguay, doch vor allem Angreifer Luis Suárez vom FC Barcelona scheiterte drei Mal knapp. Allerdings zeigten sich die Südamerikaner zweikampfschwach und uninspiriert. „Einige Spieler haben nicht so gut gespielt, wie sie es können“, kritisierte Trainer Tabarez sein Team. Doch grundsätzlich zeigte er sich zufrieden: Wer gewinne, komme weiter. „Darum geht es.“

Ägypten hielt lange gut dagegen. „Sie waren sehr stark und haben gut verteidigt, aber wir haben sie nicht unterschätzt“, sagte Torschütze Gimenez. Mit einem weiteren Sieg am nächsten Mittwoch kann Uruguay wohl zum dritten Mal nacheinander ins WM-Achtelfinale einziehen.

Ausgerechnet an seinem 26. Geburtstag musste Salah, Afrikas Fußballer des Jahres, auf seine WM-Premiere verzichten. Seine Schulterverletzung ließ einen Einsatz von Beginn an noch nicht zu. „Wir wollten sicher sein, dass er bei den nächsten Spielen dabei ist“, sagte Cúper. In der Defensive stand der Außenseiter aber recht stabil. An diesem Dienstag spielt Ägypten gegen Gastgeber Russland, der sein Auftaktspiel mit 5:0 gegen Saudi-Arabien gewann.

Beim Rekord-Afrikameister stand etwas überraschend nicht Stammkeeper Essam El-Hadari im Tor, der mit 45 Jahren ältester WM-Spieler werden könnte. Sein Vertreter Mohamed El-Schenawi zeigte in seinem erst vierten Länderspiel eine starke Leistung.

Uruguay lebte in der Offensive von den beiden Stürmern Suarez und Edson Cavani. Alle gefährlichen Aktionen liefen über die Routiniers. Die besten Chancen vergab Suárez nach einem Eckball in der 24. Minute, als er aus kurzer Distanz nur das Außennetz traf, und direkt nach der Pause, als er El-Schenawi anschoss. Insgesamt fehlte dem Team allerdings gegen die auf Torsicherung bedachten Ägypter Tempo und Kreativität.

Den Nordafrikanern boten sich bei Kontern durchaus Gelegenheiten, doch die Abwehr um den aufmerksamen Kapitän Diego Godin ließ kaum Abschlüsse zu. Bei Uruguay sollten die beiden eingewechselten Routiniers Carlos Sanchez und Cristian Rodriguez für neuen Schwung sorgen, doch die wenigen Chancen, die sich den Südamerikanern gegen die vielbeinige Abwehr der Ägypter boten, konnten Suárez, der in der 73. Minute erneut aussichtsreich scheiterte, und Co. nicht nutzen. Cavani scheiterte kurz vor Schluss mit einem Freistoß am Pfosten. Erst Gimenez traf spät nach einem Freistoß von Sanchez per Kopf zum Sieg.

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