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Mexikos „Aushängeschild“ Chicharito spricht vom WM-Titel

Chicharito ist gereift, übernimmt Verantwortung und präsentiert sich vor dem Deutschland-Spiel als Führungsspieler. Der Mexikaner will ein altes persönliches WM-Manko überwinden. Angst vor dem Weltmeister hat er nicht.
Von Thomas Eßer, dpa

Mexikos Chicharito will bei der WM richtig durchstarten. Foto: Marius Becker
Mexikos Chicharito will bei der WM richtig durchstarten. Foto: Marius Becker

Moskau.Rekordtorschütze und Social-Media-Held ist er schon, nun will Chicharito endlich bei einer Fußball-WM richtig durchstarten - am liebsten schon gegen den Titelverteidiger. „Natürlich können wir Deutschland schlagen“, sagt der frühere Leverkusener. „Wir kommen, um Weltmeister zu sein.“

Sami Khedira kennt die „kleine Erbse“ aus gemeinsamen Zeiten bei Real Madrid. „Er mag ja unscheinbar wirken, aber hat unheimlich viel Qualität, ist giftig, aggressiv in den Zweikämpfen, hört nie auf zu laufen“, sagt der 31 Jahre alte Weltmeister. Für ihn ist der Stürmer „das Aushängeschild der Mexikaner“.

Achtmal hat Chicharito bei seinen Weltmeisterschafts-Teilnahmen in Südafrika 2010 und Brasilien 2014 schon für Mexiko gespielt, allerdings nur einmal von Beginn an. Nach der WM in Brasilien wurde er zum Stammspieler. In der Qualifikation für das Turnier in Russland machte er zehn seiner elf Spiele von Beginn an, erzielte drei Tore.

„Ich will immer hundert Prozent der Spiele spielen, genau wie alle meine Mitspieler“, sagt Chicharito. „Aber nirgendwo kannst du immer spielen, das ist unmöglich und es gibt auch Verletzungen.“ Der 30-Jährige gibt sich entspannt und bescheiden. Klar ist aber auch: Chicharito ist gereift, seine Ansprüche sind gestiegen.

Der Angreifer geht auch neben dem Platz voran. Als die Spekulationen bei Fans und Medien um eine angebliche Skandal-Fiesta an einem freien Tag der WM-Vorbereitung immer wilder wurden, setzte sich Chicharito vor den Computer und erklärte den Anhängern in einem Videochat bei Facebook seine Sicht der Dinge. Die Berichte über die Teilnahme von 30 Escort-Damen seien Unsinn, er habe lediglich seinen Geburtstag mit dem Team gefeiert. Alles halb so wild.

Chicharito als Sprachrohr seiner Mannschaft, das passt. Bei Twitter folgen ihm etwa neun Millionen Menschen. Zum Vergleich: Der FC Bayern München hat mit knapp 4,5 Millionen Followern auf seiner deutschen Hauptseite etwa halb so viele.

Zusätzlich zu seinen Rollen als Führungsfigur und Top-Torjäger kann Chicharito für seinen Trainer Juan Carlos Osorio gegen die DFB-Elf eine weitere Funktion erfüllen: Die des Informanten.

Neben den beiden Frankfurtern Carlos Salcedo (24) und Marco Fabián (28) kennt er die Bundesliga und damit auch viele deutsche Nationalspieler am besten. In Leverkusen hatte Chicharito 2015/16 seine erfolgreichste Vereins-Saison - 17 Tore schoss er bei keinem anderen Verein in einer Spielzeit. Im vergangenen Sommer wechselte er zu West Ham United. Dort begegnete ihm ein altes Problem: Zu Spielbeginn saß Chicharito häufig auf der Bank. Bei der WM soll damit Schluss sein.

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