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Ronaldo gegen starke Marokko-Defensive gefordert

Eine Aufgabe für einen Weltfußballer: Cristiano Ronaldo trifft auf die Null-Gegentor-Quali-Abwehr mit Ex-Bayern-Spieler Benatia. Und Marokko gewann schon einmal gegen Portugal. Das ist allerdings lange her. Die Gegenwart heißt vor allem Ronaldo.
Von Jens Marx und Eric Dobias, dpa

Ist mit Portugal gegen Marokko gefordert: Superstar Cristiano Ronaldo (M). Foto: Francisco Seco/AP
Ist mit Portugal gegen Marokko gefordert: Superstar Cristiano Ronaldo (M). Foto: Francisco Seco/AP

Moskau.Tormaschine Cristiano Ronaldo will nun auch die Abwehrmacht Marokko überwinden und mit der nächsten Gala bei der Fußball-WM Europameister Portugal auf Kurs K.o.-Runde halten. Die Jubelgesten dürfte dem Superstar auch nicht ausgehen.

Null Gegentreffer kassierten die Nordafrikaner allerdings auf dem Weg nach Russland, das 0:1 zum Auftakt gegen den Iran war ein unglückliches Eigentor in der Verlängerung. Die Portugiesen sind also gewarnt.

„Natürlich denke ich, dass Portugal stärker ist als Marokko. Wir dürfen den Gegner aber auch nicht unterschätzen“, sagte Stürmer André Silva vor dem Duell am Mittwoch (14.00 Uhr MESZ) in Moskau. Abwehrspieler Pepe betonte: „Wir müssen viel rennen, viel schwitzen, viel kämpfen.“

Fünf Tage nach Ronaldos erstem WM-Dreierpack äußerte sich Nationaltrainer Fernando Santos über den viel diskutierten Torjubel des Weltfußballers. „Es ist eine normale Geste in Portugal“, sagte der 63-Jährige und lächelte. Ronaldo hatte sich beim packenden 3:3 zum WM-Auftakt gegen Spanien beim Jubeln am Kinn gekratzt - wohl in Anspielung auf die Übersetzung der englischen Abkürzung GOAT („Größter aller Zeiten“/Ziege).

Nun steht der Superstar vor der nächsten Herausforderung. Auf ein Last-Minute-Eigentor der Nordafrikaner wie bei deren 0:1-Auftaktniederlage gegen den Iran wollen sich die Portugiesen dabei nicht verlassen.

Doch leicht zu knacken ist der Gegner nicht. Marokkos Abwehr um den ehemaligen Bayern-Profi Mehdi Benatia ließ in der gesamten Qualifikation kein Gegentor zu. Und wenn Aziz Bouhaddouz vom Zweitligisten FC St. Pauli gegen den Iran nicht in der fünften Minute der Nachspielzeit ins eigene Tor getroffen hätte, hätte die Serie immer noch Bestand.

„Marokko verliert nicht die Hoffnung“, schrieb die Zeitung „Aujourd'hui Le Maroc“. Dafür ist die Mannschaft von Trainer Hervé Renard auch zu gut besetzt. Fast alle Profis spielen in europäischen Ligen. Neben Bouhaddouz verdient Amine Harit, der am Montag seinen 21. Geburtstag feierte, in Deutschland beim FC Schalke 04 sein Geld.

Tipps, wie man am besten gegen Ronaldo besteht, dürfte Achraf Hakimi geben können. Der 19 Jahre alte Linksverteidiger trainiert seit einem Jahr mit dem Superstar bei Real Madrid und kam auch in einigen Spielen der Königlichen in der vergangenen Saison zum Einsatz.

„Es gibt keine Zweifel, dass es nicht leicht wird“, betont Portugals Adrien Silva. In ihrem WM-Quartier im kleinen Städtchen Kratowo absolvierte die Mannschaft am Dienstagvormittag in voller Stärke das Abschlusstraining, danach ging es auf die rund 50 Kilometer nach Moskau, wo Ronaldo weiter an seinem Ruf für die Fußball-Ewigkeit arbeiten will.

Geredet hat er bisher öffentlich in Russland noch nicht viel, dafür wird auch bei den Portugiesen fast nur über ihn gesprochen. „Ein Traum“, „eine Ehre“ - selbst die Mitspieler schwärmen von der Präsenz des Stars und der Zusammenarbeit mit ihm. Immer wieder wird betont, dass die Mannschaft für ihn da ist und er für die Mannschaft. So wurde Portugal vor zwei Jahren Europameister, so will das Team auch die WM gewinnen.

Nach dem Stotterstart einiger zitternder Favoriten wie Deutschland, Brasilien und Argentinien wollen die Südeuropäer am liebsten vorzeitig für Planungssicherheit sorgen. Das Remis gegen den ehemaligen Welt- und Europameister Spanien war ein sehr gutes Ergebnis, jetzt muss aber ein Sieg her. Sonst könnte es mit der weltmeisterlichen Ronaldo-Herrlichkeit auch schnell wieder vorbei sein. „Es ist egal, ob wir gegen einen Favoriten spielen oder nicht, wir müssen immer gut vorbereitet sein“, betont Adrien Silva.

Marokko ist sicher der Außenseiter, dem aber mit dem gebotenen Respekt begegnet werden sollte. Von bisher 14 WM-Spielen bei fünf WM-Teilnahmen hat das nordafrikanische Land zwar nur zwei gewonnen. Doch der erste Sieg - 1986 in Mexiko - gelang gegen Portugal. Der Favorit ist also gewarnt.

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