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Teamporträt: Südkorea

Südkorea freut sich auf das Duell mit Weltmeister Deutschland. Viel Hoffnung auf eine Überraschung haben Fußball-Ikone Bum-Kun Cha und Starspieler Heung-Min Son aber nicht.
Von Holger Schmidt und Dirk Godder, dpa

Die südkoreanische Fußball-Nationalmannschaft. Foto: Lee Jin-Man/AP
Die südkoreanische Fußball-Nationalmannschaft. Foto: Lee Jin-Man/AP

Seoul.Die Vorfreude ist groß, der Respekt ist noch größer. „Ich hoffe, dass Deutschland vor dem letzten Gruppenspiel gegen uns schon weiter ist“, sagt Südkoreas Fußball-Ikone Bum-Kun Cha: „Dann hätten wir vielleicht eine kleine Chance.“ Aber eben nur dann.

„Deutschland ist der Top-Favorit auf den Titel“, sagt der 64 Jahre alte Cha, der in der Bundesliga elf Jahre für Darmstadt 98, Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen spielte: „Wir sind das schwächste Team in der Gruppe. Mexiko ist sehr unangenehm und die Schweden sind auch richtig gut. Deshalb wird es sehr schwierig für uns.“

Das Motto „We, the Reds“ klingt daher fast schon beschwörend. Dafür, dass zumindest die Vorrunde überstanden wird, soll unter anderem Chas Sohn Du-Ri (37) stehen. Der in Frankfurt geborene Ex-Stürmer von Leverkusen, Arminia Bielefeld, Frankfurt, Mainz 05, TuS Koblenz, dem SC Freiburg und Fortuna Düsseldorf ist einer der Assistenten von Cheftrainer Tae-Yong Shin.

Der wurde in Deutschland als Klon von Bundestrainer Joachim Löw bezeichnet, weil er ihm in Frisur, Kleidung und Armschmuck ähnelte. „Löw hat einen guten Stil“, sagte Shin der „Bild“-Zeitung: „Aber ich kopiere ihn nicht. Er interessiert sich für Mode, ich interessiere mich für Mode. Da kommen Ähnlichkeiten schon mal vor.“

Sich am 27. Juni in Kasan mit Löw messen zu dürfen, ist für Shin aber eine große Sache. Beinahe wäre es auch zum deutschen Trainer-Duell gekommen, denn bis Juli vergangenen Jahres war Uli Stielike Trainer der Koreaner. Er hatte eigentlich einen Vertrag bis nach der WM, wurde aber entlassen und von Shin beerbt.

Unumstrittener Star des Teams, zu dem auch der Augsburger Ja-Cheol Koo zählt, ist der frühere Hamburger und Leverkusener Heung-Min Son, der für Tottenham Hotspur in der abgelaufenen Saison 18 Pflichtspieltore schoss. Auch er ist aber skeptisch. „Sehr viel Hoffnung habe ich nicht“, sagte Son erstaunlich offen: „Wenn wir die Vorrunde überstehen würden, wäre das schon ein Erfolg.“

Wichtig sei eine gute Einstellung der Taeguk Warriors: „Es gibt Qualitäts-Unterschiede im Fußball“, sagte der 25-Jährige: „Aber man kann diese verkleinern, indem man mehr läuft, den Teamkollegen mehr hilft und als wirkliches Team auftritt. Wenn wir so spielen, als wären wir zu zwölft auf dem Platz, haben wir vielleicht eine Chance.“ Gegen Deutschland zu spielen, sei für ihn „ein Traum. Aber wir müssen uns sehr gut auf dieses Spiel vorbereiten.“

Das Fazit von Koreas Star: „Ich bin nicht außergewöhnlich. Aber ich hoffe, mein Team kann außergewöhnlich sein.“

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