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Uruguay-Star Suárez will im 100. Länderspiel treffen

Uruguay setzt gegen Saudi-Arabien auf Offensive. Im Fokus steht dabei vor allem Luis Suárez, für den es eine ganz besondere Partie ist. Der Stürmer will dabei endlich wieder sportlichen Glanz verbreiten.
Von Eric Dobias, dpa

Will in seinem 100. Länderspiel treffen: Uruguay-Star Luis Suárez. Foto: Natacha Pisarenko
Will in seinem 100. Länderspiel treffen: Uruguay-Star Luis Suárez. Foto: Natacha Pisarenko

Rostow am Don.Zum Jubiläum will Luis Suárez endlich wieder positive WM-Schlagzeilen schreiben - das schönste Geschenk gab es aber schon vorher in Form eines Familienbesuchs.

Einen Tag vor seinem 100. Länderspiel im zweiten Gruppenduell mit Saudi-Arabien am Mittwoch (17.00 Uhr MESZ) in Rostow am Don durfte der „Beißer“ seine Kinder Delfina und Benjamin sowie Ehefrau Sofia in die Arme schließen.

Für den 31-Jährigen, der beim mühevollen 1:0-Auftaktsieg gegen Ägypten unter Ladehemmung litt, war das die beste Motivation. Und auch Trainer Oscar Tabarez sprach seinem Topstürmer Mut zu. „Er hat so viel Potenzial, deshalb sind wir ganz entspannt“, sagte der 71 Jahre alte Coach und stellte fest: „100 - was für eine bedeutende Zahl. Suárez hat für Uruguay so viele Tore geschossen und so viele Vorlagen gegeben. Er ist ein großartiger Spieler.“

Gegen Ägypten vergab Suárez allerdings drei dicke Möglichkeiten und räumte danach kleinlaut ein: „Ich weiß, was ich der Mannschaft geben kann. Das habe ich offensichtlich nicht getan.“ In bisher 99 Einsätzen für die Celeste hat der Angreifer vom spanischen Meister FC Barcelona immerhin schon 51 Mal getroffen. Damit ist er die Nummer sieben der erfolgreichsten Torschützen Südamerikas - hinter Pelé (77), Romario (66), Lionel Messi (64), Ronaldo (62), Gabriel Batistuta (54) und Neymar (53).

Tabarez glaubt daher weiter an Suárez, der mit Edinson Cavani vom französischen Champion Paris Saint-Germain das geniale Angriffsduo des WM-Vierten von 2010 bildet. „Solange er nicht aufhört, es immer wieder zu versuchen, macht uns eine schlechte Partie nichts aus. Ich habe auch von Messi, Pelé oder Maradona Spiele gesehen, in denen sie ihren Ansprüchen nicht gerecht wurden. Solche Dinge kommen vor“, stellte der Trainer-Oldie gelassen fest. „Das ist keine Sünde.“

Dann schon eher die vielen Skandale, für die Suárez in seiner Karriere gesorgt hat. 2003 ein Kopfstoß gegen einen Schiedsrichter, 2007 eine Prügelei mit einem Teamkollegen, 2010 eine erste Beißattacke, 2011 eine rassistische Beleidigung eines Gegenspielers und schließlich bei der WM 2014 der Biss in die Schulter des Italieners Giorgio Chiellini - auf dem Rasen ist der ansonsten brave Vater einer Tochter und eines Sohnes bereits oft in die Rambo-Rolle geschlüpft.

Auch gegen Ägypten sorgte Suárez für einen Aufreger, als er in der Schlussphase seinem Gegenspieler Ahmed Hegazy in den Unterleib griff. Der Weltverband FIFA sah jedoch keinen Anlass zu Ermittlungen. Anders als nach der Beißattacke vor vier Jahren, als Suárez für vier Monate von allen Fußball-Aktivitäten ausgeschlossen wurde und zudem 100.000 Schweizer Franken zahlen musste - WM-Rekordstrafe.

In Russland will Suárez seine bisher unrühmliche WM-Geschichte, zu der auch das absichtliche Handspiel auf der Torlinie im Viertelfinale 2010 gegen Ghana zählt, nun umschreiben. Ein Treffer gegen Saudi-Arabien wäre zumindest ein Anfang - und ein passendes Geschenk zum Jubiläum.

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