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Dienstag, 17. Juli 2018 30° 3

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An manche Tore muss man glauben

Die Japaner und Kolumbianer versuchten es bei ihrem WM-Auftakt mit Glauben. Nur ein Team hatte damit Erfolg.
Von Michael Sperger

Makoto Hasebe (l) wollte nicht an das Gegentor glauben. Foto: Natacha Pisarenko/AP/dpa
Makoto Hasebe (l) wollte nicht an das Gegentor glauben. Foto: Natacha Pisarenko/AP/dpa

Wir müssen an uns glauben. Ein vielzitierter Fußballerspruch von der Kreisliga bis zur Weltmeisterschaft – fünf Euro ins Phrasenschwein. Doch manchmal hilft das ganze Glauben nichts. So wie beim WM-Gruppenspiel zwischen Kolumbien und Japan. In der vierten Spielminute glaubte der Kolumbianer Carlos Sanchez, er sei der Torwart – ein fataler Irrtum. Er wehrte den Schuss von Shinji Kagawa im Strafraum mustergültig mit der Hand ab. Selbst Manuel Neuer klatschte im deutschen Camp vor dem Fernseher Beifall, der Schiedsrichter dagegen nicht. Er schickte Sanchez mit der Roten Karte vom Feld und gab Elfmeter.

In der 38. Spielminute glaubte Schiri Damir Skomina, ein Foul an Kolumbiens Falcao gesehen zu haben. Die Südamerikaner bekamen einen Freistoß kurz vor dem Strafraum zugesprochen. Juan Quintero tritt an und passt den Ball fast schon in Zeitlupe zum Torwart zurück. Eigentlich kein Problem für Eiji Kawashima. Der Torwart fällt ins rechte Eck. So langsam wie eine Bahnschranke – eine defekte. Der Ball überquert die Linie. Das Tor zählt.

Einen seriösen Spielbericht lesen Sie hier.

Doch die Japaner, allen voran der Frankfurter Makoto Hasebe glauben nicht an den Treffer, protestieren heftig. Trotz Torlinientechnik und Videobeweis: Hasebe hatte es genau gesehen. Der Ball war nicht über der Linie! Doch Schiri Skomina hatte die Lösung für den ungläubigen Spieler – den Videowürfel. Er nahm Hasebe an der Hand und zeigte ihm auf der Leinwand im Stadion das klare Tor. Immerhin traute der Japaner dem Beweis, den er am Bildschirm mit den eigenen Augen sah. Er hätte sich auch am Spielfeldrand in der Review Area versichern können. Doch er verzichtete.

Am Ende kann es den Japanern aber relativ egal sein. Mit ihrem 2:1-Sieg sackten sie als Außenseiter die ersten drei Punkte ein. Vielleicht gelingt ihnen ja bei dieser Weltmeisterschaft noch der ganz große Coup. Man muss nur daran glauben.

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