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Der Aberglaube der Häuptlinge

Manchmal ist es gut, seine Mannschaft im Stadion zu unterstützen. Und manchmal ist auch genau das Gegenteil der Fall.
Von Angelika Sauerer

Wenn die Kansas City Chiefs am 2. Februar zum Abschluss der 100. NFL-Saison im Super Bowl gegen die San Francisco 49ers auflaufen, ist das vielleicht ein Verdienst von Andy Reid, dem erfolgreichsten Football-Coach ohne Titel. Jetzt könnte es klappen. Möglicherweise ist es auch Patrick Mahomes zu verdanken, dessen Offensivdrang kaum zu stoppen war. Mit zwölf Siegen bei nur vier Niederlagen erreichten die Chiefs die Playoffs. Danach machten sie mit zwei Erfolgen in der Postseason den Einzug ins Endspiel klar.

In Wirklichkeit aber entschied ein kleiner Mann das Geschehen, der gar nicht dabei war. Charles Penn mied das Arrowhead Stadium in Kansas City wie der Teufel das Weihwasser. Penn ist 31, geboren in Kansas und ein Chiefs-Fan, seit er denken kann. Allerdings hat er noch keinen Sieg live miterlebt. Denn Penn bringt Unglück. Immer, wenn er vor Ort war, verloren die „Häuptlinge“, die so heißen, weil das auch der Spitzname des Bürgermeisters von Kansas City war. H. Roe Bartle unterstützte das Football-Team und war von der Weisheit indianischer Häuptlinge fasziniert.

Zurück zu Penn: Verließ er das Stadion vorzeitig, drehte sich die Partie in fast aussichtsloser Lage noch einmal zum Guten. „Big Buck Chuck“ – so nennt er sich auf Twitter – wurde zum „Bad Luck Chuck“. Penn twitterte: „Vielleicht sind nicht die Chiefs schuld, sondern ich bin’s.“ Patrick Mahomes bat daraufhin den Pechvogel inständig, den Spielen fortan fernzubleiben. Der Verein schickte ihm sogar das Maskottchen nach Hause. Da saßen sie dann vorm Fernseher, Penn im Fan-Look und daneben der Wolf als Manndeckung.

Penn spielt nun aber mit dem Gedanken, nach Miami zu reisen. Die Häuptlinge sind alarmiert. Vielleicht sollten sie weniger abergläubisch sein und sich lieber auf das zweite und vierte indianische Gesetz der Spiritualität verlassen: „Das, was passiert, ist das Einzige, was passieren kann.“ Und: „Was zu Ende ist, ist zu Ende.“

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