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Der Delmenhorster Werderjubel

Wie hochemotional es im Fußball zugehen kann, zeigt sich manchmal auch, wenn überhaupt kein Fußball gespielt wird.
Von Jan-Lennart Loeffler

Foto: Gruber
Foto: Gruber

Regensburg.Der Grund warum wir den Fußball so lieben, sind die Emotionen. Die großen Gefühle: die Trauer bei knappen Niederlagen oder die Freude bei unverhofften Siegen. Aber auch Frust und Verzweiflung. Ein wunderschönes Beispiel, wie wunderschön emotional es beim Fußball zugehen kann, boten am Wochenende die Fans und Vereinsmitglieder des SV Atlas Delmenhorst, Zehnter der fünftklassigen Oberliga Niedersachsen und in diesem Jahr erstmaliger Teilnehmer am DFB-Pokal. Mit gebannten Blicken hingen die Anhänger des Vereins am Samstagnachmittag an den Bildschirmen und schauten die Live-Übertragung der Sportschau.

Dann endlich geschah es. Minutenlanger Jubel brandete durch das Vereinsheim und die Kneipen der Stadt. Menschen lagen sich in den Armen. Sie sangen und feierten. Nein, hier wurde keine Meisterschaft gewonnen. Es fiel auch kein spielentscheidendes Tor. Es war auch nicht der erlösende Abpfiff einer knappen Partie, der zu dieser grenzenlosen Euphorie führte.

Im Gegenteil: Es wurde nicht einmal Fußball gespielt an diesem Samstagnachmittag. Es wurde lediglich Fußball ausgelost, und zwar die erste Runde des DFB-Pokals. Da treffen die Delmenhorster Amateurkicker nun auf den Bundesligisten Werder Bremen. Beide Städte trennen zwar vier Spielklassen und damit fußballerische Welten aber nur zehn Kilometer Luftline. In 25 Minuten kommt man von der Delmenhorster Innenstadt ans Weserstadion. Ein echtes Lokalderby also. Es bleibt den Fans von Atlas Delmenhorst zu wünschen, dass der Losjubel nicht die einzige Freude bleibt in dieser Pokalsaison. Los geht es zwischen dem 9. und 12. August.

Den ersten Dämpfer mussten die Delmenhorster aber schon einstecken. Aus den Plänen, das Heimspiel einfach ins Weserstadion zu verlegen, wird wohl nichts. Das verbieten die DFB-Statuten. Aber wo auch immer gespielt wird: Wer so schön sein Losglück bejubelt, dem sei auch der eine oder andere Torjubel vergönnt.

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