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Der Fan mit der Maske

Mit dem Mundschutz lässt sich das Gefühl aus der Kurve transportieren. Doch auch dabei gilt: Vorsicht, Abstand halten!
Von Philip Hell

Regensburg.Fußballfans zeigen gerne die Zuneigung zu ihrem Klub. Vom Trikot über das Badeentchen bis zum Duftbaum im Vereinslook sind der Entfaltung des Fan-Daseins keine Grenzen gesetzt. Aufgrund der teilweisen Maskenpflicht ist es nicht verwunderlich, dass Fußballvereine nun auch Mund-Nasen-Masken verkaufen.

Rapid Wien war der erste Klub , der den Trend zur Maske erkannte. Schon Ende März präsentierten die Wiener stolz eine Maske in den Farben ihres Vereins. Erstaunlich, dass die Rapidler erst jetzt auf die Idee kommen, das zu produzieren. Masken schützen ja nicht nur andere vor den eigenen Viren, sie schützen den Träger auch vor Pyro-Nebelschwaden. Ein nicht unnützer Nebeneffekt für die Fans von Rapid, da manche Anhänger der Wiener traditionell sehr pyroaffin sind. Wenn sie denn den Nebel auch daheim produzieren.

Zur Liebe zum eigenen Verein gehört für viele Anhänger auch, die – vorsichtig ausgedrückt – Abneigung gegenüber einem Rivalen auszudrücken. Normalerweise lassen Fans diesen Gefühlen im Stadion freien Lauf. Doch Fußball vor Zuschauern? Das kann dauern. Also: Wohin mit dem ganzen Hass? Ab auf die Maske!

Ähnlich wie bei den früher allgegenwärtigen Kutten könnte man mit kleinen Aufnähern auf der Maske gegnerischen Fans so richtig die Meinung geigen. Wenn schon nicht im Stadion, dann wenigstens im Supermarkt oder im Bus. Das Problem dabei? Es soll ja durchaus Fußballfans geben, die non-verbale Konfliktlösungen präferieren. Eine zünftige Schlägerei im Supermarkt ist aber wohl nicht mit den aktuell geltenden Abstandsregeln vereinbar. Egal, ob man sich nun wegen eines Aufnähers oder der letzten Packung Toilettenpapier streitet. Doch wer weiß? Vielleicht siegt ja auch hier die Vernunft und besagte Fans finden einen Weg, Konflikte beizulegen, ohne die Fäuste zu schwingen. Das dürfte wohl eine der vielbeschworenen Chancen sein, die sich aus der Corona-Krise ergeben.

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