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Es leben die neuen Regeln

Bei manch üblem Vergehen ist ein Platzverweis fällig – zum Beispiel, wenn man den Fußballplatz an falscher Stelle verlässt.
Von Claus-Dieter Wotruba

Regensburg.Paragraf eins: Fußball ist gerecht. Paragraf zwei: Es gleicht sich alles im Laufe der Zeit immer wieder aus (50 Euro ins Phrasenschwein!). Also selbst wenn es sich sichtbar an diesem Tag nicht ausgleicht und beim siebten Lattenschuss wieder Zentimeter fehlen, tritt Paragraf eins in Kraft.

Jetzt stellen wir eine noch steilere These auf: Je mehr Regelanpassungen es gibt, umso gerechter wird er doch, unser Fußball, gell? Siehe Videobeweis. Oder ist das ein schlechtes Beispiel? Jedenfalls muss ein Schiedsrichter neue Regeln eben umsetzen. Und so ist in manchen Fällen eben ein Feldverweis ZWINGEND auszusprechen.

Ein Beispiel: Einerseits mäht ein Spieler einen anderen so um, dass jede Rasenschneidemaschine neidisch werden würde: Die Beurteilung der Schwere des Fouls ist selbstredend Interpretationssache des Referees. Selbst in Fällen, in denen eine Anzeige wegen Körperverletzung angebracht wäre. Nicht Interpretationssache ist es hingegen, wenn ein Spieler ein Kapitalvergehen begeht – wie zum Beispiel einen Freistoß zu schnell auszuführen, obwohl er mehrfach darauf hingewiesen wurde. Oder ausufernd zu jubeln. Das ist Gelb: Wo kämen wir sonst hin? Und hat der Mann schon Gelb, dann ist es eben ein Platzverweis. Nur nach den Regeln.

Jetzt haben wir wieder so eine Regel, die der Nordire Darren Murray wunderbar besingen kann. Weil es bisher (vor allem bei einer Führung) Ewigkeiten dauerte, bis der eine oder andere Auszuwechselnden den Fußballplatz endlich verlassen hatte, schritten die Regelhüter ein, um das fortan zu unterbinden. Inzwischen sollten Fußballer ihre Laufwege auch im Griff haben, wenn für sie das Spiel vorüber ist. Ausgewechselte dürfen, ja müssen den Platz an der nächstmöglichen Linie verlassen. Glentorans Murray tat gegen Cliftonville aber genau das nicht, hatte schon Gelb und sah deswegen Gelb-Rot.

Bleibt zu sagen: Zum Glück haben wir die Paragrafen eins und zwei. Sonst wäre Fußball am Ende noch ungerecht.

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