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Geben Sie Gerechtigkeit, Herr Seifert!

Die Deutsche Fußball-Liga muss das TV-Geld unter den Vereinen aufteilen. Am besten wäre wohl eine Verlosung.
Von Jürgen Scharf

Foto: Lex/Lex

Regensburg.Nein, es ist nicht so, dass es im deutschen Profi-Fußball nur um Tore, Punkte und Tabelle geht. Es zählen auch höhere Werte, da braucht niemand etwas anderes zu erzählen. Dies erleben wir einmal mehr in diesen Tagen – und so intensiv wie selten zuvor. Nun ist schließlich bekannt, wie groß der Kuchen an TV-Geldern für die kommenden Jahre sein wird. Und nun wenden sich die Manager der Vereine, einer nach dem anderen, an den allmächtigen DFL-Boss und rufen ihm frei nach Schiller zu: „Herr Seifert, geben Sie Gerechtigkeit!“

Denn es ist ja so. Ist der Kuchen mal gebacken, wird er nicht mehr größer. Es können nur die Stücke, die da sind, verteilt werden. Und wenn der eine eins kriegt, kann der andere das nicht mehr bekommen. So ist die Lage.

Was also tun? Sämtliche Modelle der Vergangenheit stehen auf dem Prüfstand. Bislang bekamen die großen Klubs auch stets sehr große Stücke, weil ihnen sehr viele Menschen zuschauen. Das ist zwar irgendwie nachvollziehbar, nur führte das dazu, dass die großen Klubs immer größer wurden. Der FC Bayern ist beispielsweise auf immer und ewig deutscher Meister ist. Das ist ja auch relativ langweilig.

So ist also die Situation. Die optimale Lösung für die Zukunft ist am Verhandlungstisch aber einfach nicht zu finden. Jeder will was, jeder zerrt, jeder zetert. Wie soll es der arme Herr Seifert bloß allen Recht machen.

Eigentlich gäbe es nur einen Ausweg: Die Anteile müssten verlost werden. Schön eine Million nach der anderen und am besten so wie beim DFB-Pokal mit einer großen Schüssel und Kugeln, in denen ein Vereinsname steckt. Dann kann sich hinterher keiner beschweren, dass er vorsätzlich über den Tisch gezogen wurde.

Schön wär’s, doch auch da gibt es ein unlösbares Problem: Wer greift bei der Verlosung in die Schüssel? Wer garantiert die Gerechtigkeit? Die Klubs müssten sich auf eine Glücksfee einigen. Da ist wirklich zuviel verlangt.

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