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In der Ödnis der Bundesliga

Man wünscht sich mehr Mannschaften, die wie Sevilla die Bayern auch mal richtig fordern. Sie sind national nicht in Sicht.
Heinz Gläser

Regensburg.Ein Blick zurück auf vergangene Woche lohnt. Da trat der FC Sevilla in der Allianz-Arena an und forderte den Bayern wie schon im Hinspiel in Spanien einiges ab, ehe die Münchner mit einem beinhart erkämpften 0:0 ins Halbfinale der Champions League einzogen. Der Abend war für den Betrachter insofern erfrischend, weil sich der deutsche Rekordmeister für den Erfolg mal so richtig strecken musste. Dergleichen ist in der Bundesliga mittlerweile so selten wie eine Saison ohne akute Hamburger Abstiegsgefahr.

Sevilla ist aktuell Siebter der spanischen Liga. Tabellensiebter im deutschen Oberhaus ist momentan Frankfurt, aber dass sich die Bayern im Berliner Pokalfinale gegen die Eintracht richtig strecken müssen, ist – nun ja – eher unwahrscheinlich.

Die beiden Pokal-Halbfinals dieser Woche führten uns den himmelweiten Qualitätsunterschied drastisch vor Augen, transportiert in alle Wohnzimmer vom öffentlich-rechtlichen Ersten. Am Dienstagabend eine spielerische Demonstration bayerischer Dominanz in Leverkusen, gleich darauf am Mittwoch eine Demonstration spielerischer Armseligkeit, zu verantworten von limitierten Schalkern und zumindest bemühten, aber in ihren Mitteln ebenfalls beschränkten Frankfurtern. Beides war Fußball, sah jedoch aus wie zwei verschiedene Sportarten.

Die Deutsche Fußball-Liga ist ja längst zu neuen Ufern aufgebrochen, sie will ihr Premiumprodukt Bundesliga an fernen Gestaden – bevorzugt auf dem sagenumwobenen asiatischen Markt – gewinnbringend platzieren. Dabei steht sie derzeit vor dem Dilemma, dem geneigten Kunden einen Ladenhüter unterzujubeln, ihn in eine Ödnis zu entführen, aus der nur München gleichsam als blühender Garten Eden herausragt.

Die DFL bemüht ja sehr gerne Superlative. Von der „besten Liga der Welt“ ist indes schon lange keine Rede mehr. Wenn, dann wetteifert Deutschlands Fußball-Beletage höchstens um den Titel „langweiligste Liga weit und breit“.

Ist ja auch ein Superlativ.

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