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Mal sehen, was Max und Fathimath machen

Wunderkinder lassen staunen – wie bei der Tischtennis-WM. Sie haben es aber nicht leicht, wie das Beispiel Meyer zeigt.
Von Claus-Dieter Wotruba

Regensburg.Wunderkinder sorgen immer wieder für Aufsehen. Wenn Vierjährige sechs, sieben Sprachen problemlos sprechen, Sechsjährige Gedichte schreiben und Musik komponieren, Achtjährige Rechnungen lösen, die für Erwachsene ein Buch mit sieben Siegeln sind, oder Zehnjährige am Klavier schwierigste Stücke mit ungeahnter Virtuosität zum Besten geben, fällt das Wort Genie.

Dass hinter dem Genie bisweilen zum Beispiel auch purer Drill von Eltern stecken kann, kommt oft erst viel, viel später ans Tageslicht. Und so mancher Kinderstar aus Filmen kann ein Lied davon singen, dass früher Ruhm später zum Hindernis wird. Und so spielt im Sport der Zwiespalt immer mit, wenn Meldungen zu lesen sind, dass bei der Tischtennis-Weltmeisterschaft in Schweden die zehnjährige Fathimath Dheema Ali für die Malediven mitspielt – und damit 44 Jahre jünger ist als die älteste Teilnehmerin, eine Chinesin, die jetzt für Luxemburg spielt. Auch wenn sie nicht vorne mitspielt, ist das außergewöhnlich.

Auch im Fußball sinkt die Altersgrenze schnell und schneller. Große Klubs geraten immer wieder in Kalamitäten, weil sie Talente verpflichten, die mit acht, zwölf oder 14 Jahren so vielversprechend tricksen, jonglieren und Tore schießen, dass man glaubt, sie unbedingt unter Vertrag haben müssen.

Max Meyer spielte auf Schalke mit 17 Jahren, vier Monaten und 29 Tagen für S 04 in der Bundesliga. Wer in die Historie schaut, findet zwar eine Flut von unter 18-Jährigen, aber als Wunderkind geht Meyer, der mit 18 sein Debüt im Nationalteam hinter sich brachte, trotzdem durch. Später holen Wunderkinder aber manches Mal die Realitäten ein: Mit 22 fühlt sich Max gemobbt, fühlt sich unerwünscht, spricht das in einem Interview aus – und Schalke 04 suspendiert ihn.

Manches Wunderkind bleibt für immer Wunderkind und wird nie erwachsen. Mal sehen, wie das bei Max und Fathimath sein wird.

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