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Preisgekrönte Vorstellung

Der FC Schalke 04 ist heiß auf einen Titel. Anders als zu vermuten, geht es ihnen aber nicht um eine sportliche Auszeichnung.
Von Maximiliane Fröhlich

Der FC Schalke 04 bewirbt sich offiziell für den Deutschen Filmpreis in der Kategorie „Beste Nebenrolle“. Noch nichts davon gehört? Dann haben Sie das Spiel der Königsblauen gegen Bayern München am Samstagabend wohl verpasst. Kurzer Rückblick: Fünf Gegentore, zwei nicht gegebene Abseitstreffer, zwei Torhüterpatzer und keinerlei Gegenwehr stehen aus Schalker Sicht zu Buche. Das Fazit: Wer sich so kampflos geschlagen gibt, spielt offensichtlich lieber die Neben- anstatt die Hauptrolle. Beste Voraussetzung also für den anerkannten Filmpreis. Schade nur, dass Fußballer doch eigentlich lieber Meisterschaften und Pokalsiege feiern. Aber gut, Zeiten ändern sich.

Die Regisseure waren von der blutleeren Vorstellung der Königsblauen derart begeistert, dass der nächste Auftritt schon feststeht: Schauplatz ist am Freitag das Berliner Olympiastadion. Einzig in Sachen Aufstellung sind sich die Verantwortlichen noch nicht einig. Eigentlich müsste Königsblau die gleichen Statisten wie gegen Bayern in den Kampf schicken. Doch Chef-Regisseur David Wagner will sich öffentlich noch nicht festlegen, plant vielleicht einen Überraschungs-Coup.

Im Vergleich zu seinen überaus begabten Nebendarstellern lieferte der Trainer nach dem Spiel eine wirklich schlechte Vorstellung ab. Einzige Erklärung dafür: Der Druck, mit seinen professionellen Nebendarstellern mithalten zu müssen, war so groß, dass er ihm nicht standhalten konnte. Anders lässt sich Wagners Interview-Auftritt nicht erklären. Leicht patzig und von einer Torhüterdiskussion nichts wissend – Wagner kontert nur amateurhaft und versucht, sich nicht in die Karten schauen zu lasse. Gerade das wäre aber so wichtig für seine Statisten. Wie sollen die Filmpreis-Anwärter denn einen preisverdächtigen Auftritt in Berlin hinlegen, wenn der Regisseur nicht sagt, was er will? Das ist wirklich amateurhaft und erschwert allen Beteiligten die Arbeit ungemein.

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