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René Adlers Bruchlandung

Der Torhüter war 2010 die deutsche Nummer eins. Eine Verletzung machte ihm aber einen Strich durch die WM-Rechnung.
Maximiliane Gross

René Adler musste gegen die Bayern 54 mal hinter sich greifen. Foto: Carmen Jaspersen dpa
René Adler musste gegen die Bayern 54 mal hinter sich greifen. Foto: Carmen Jaspersen dpa

Was wäre, wenn die deutsche Nummer eins nicht Manuel Neuer, sondern René Adler heißen würde? So abwegig wie das im ersten Moment klingt, ist es gar nicht. Denn vor der WM 2010 segelte der Bundesadler von der Reservebank ins DFB-Tor.

Der Nachfolger von Oli Kahn und Jens Lehmann schien gefunden. Deutschland hat wieder eine starke Nummer eins – bis zum 4. Mai 2010. Ein rabenschwarzer Tag für Adler. Der damalige Leverkusener erleidet eine Rippenverletzung – die Weltmeisterschaft ist für ihn gelaufen und damit auch seine Karriere in der Nationalelf.

Ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt

Der Adler erlitt eine Bruchlandung. Und quasi im gleichen Atemzug setzt Manuel Neuer zu seinem Höhenflug an. Böse Zungen würden behaupten „des einen Freud’ ist des anderen Leid“. Man könnte es aber auch einfach Pech oder Schicksal nennen. Seit dieser Erfahrung ist im Leben von Adler auf jeden Fall nichts mehr so, wie es war – zumindest sportlich betrachtet. Sein Konkurrent wechselte ein Jahr nach dem großen Turnier zum FC Bayern und sammelt Titel en masse. Adler lernte dagegen in fünf Jahren Hamburger SV vor allem eines: Abstiegskampf.

„Die Bayern sind Adlers Angstgegner.“

Wenn es gegen Neuer und seine Bayern geht, dürfte Adler schon Tage davor Schnappatmung bekommen. Sage und schreibe 54 mal musste er in 17 Spielen den Ball aus seinem Tornetz fischen. Eine positive Bilanz sieht anders aus. Und Neuer: Der fehlt wegen seiner Fußverletzung fast ein Jahr, kehrt pünktlich zur WM zurück und niemand merkt, dass er überhaupt solange weg war.

Das Schicksal spielte übel mit

Das Leben ist nicht immer fair, das denkt sich wohl auch René Adler, wenn er die Spiele der DFB-Elf verfolgt. Denn was wäre, wenn er nach seiner Verletzung 2010 so zurückgekommen wäre wie Neuer jetzt. Ja, vielleicht wäre er die Nummer eins bei den Bayern. Vielleicht würde er jetzt in Russland zwischen den Pfosten stehen und Neuer hätte vor jeder Partie gegen die Bayern Schnappatmung und Schweißausbrüche. Wer weiß...

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