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Schwabenhass in Berlin      

Jürgen Klinsmann tritt in Berlin an, um jeden Spieler jeden Tag ein Stück besser zu machen. Vielleicht klappt’s ja diesmal.
Von Heinz Gläser

Regensburg.Wer Berlin schon mal im Winter erlebt hat, den dürfte es bei der Erinnerung gruseln. Eiskalt pfeift der Ostwind um die Ecken, die kuschelige Lederjacke ist angesichts der Wetter-Unbill ein unverzichtbares modisches Accessoire. Nimmt man noch das eisige soziale Klima und den hauptstädtisch-kühlen Umgangston der Eingeborenen hinzu, heißt es generell, sich ganz warm anzuziehen. Um wie viel angenehmer lebt es sich da im sonnigen Kalifornien, speziell in Newport Beach im Orange County! Dort hat unser Ex-Weltmeister, Ex-Bundestrainer und Ex-Bayerncoach Jürgen Klinsmann sein bescheidenes Domizil, das er – wie wir aus Sommermärchen-Zeiten wissen – höchst ungern verlässt. Der damalige DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder musste verschämt eingestehen, dass die Lufthansa die ständige Hin- und Herfliegerei Klinsmanns sponsert.

Nun wird der Schwabe also relativ dauerhaft in Berlin residieren. Während der WM 2006 floh Klinsmann schon mal das mondäne Mannschaftsquartier Schlosshotel Grunewald, um Unter den Linden in einer Suite des Hotels Adlon, der ersten Adresse in der Hauptstadt, im Familienkreis seinen Gedanken über die optimale Mannschaftsaufstellung nachzuhängen.

Es gilt nunmehr, jeden Kicker von Hertha BSC mit Macht jeden Tag ein kleines Stück besser zu machen. Mit diesem Anspruch war „Klinsi“ einst in München angetreten, wo das Entsetzen darüber, dass die Bayern unter seiner Regie jeden Tag ein großes Stück schlechter wurden, bis heute andauert.

Doch das ist Schnee von gestern, der ja auch in Berlin selten auf den von Hundehäufchen übersäten Boulevards liegenbleibt. Jürgen Klinsmann hat definitiv eine Chance verdient. Dumm nur, dass in der Hauptstadt seit Jahren das böse Schlagwort „Schwabenhass“ kursiert.

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