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Vater auf der Überholspur

Bernie Ecclestone hat sein Leben lang Gummi gegeben, das Feld von hinten aufgerollt und am Ende überholt er gar sich selbst.
Von Angelika Sauerer

Bernie Ecclestone hat in seinem nunmehr 89 Jahre zählenden Leben eigentlich durchgehend Gas gegeben, was bei seiner Stellung als Mastermind der Formel 1 bis 2017 auch nicht weiter verwundert. Er ist außerdem verantwortlich für viel heiße Luft, und zwar nicht nur auf den Circuits von Melbourne bis Montreal, sondern auch verbal. Man erinnere sich mit Schaudern an ein Interview in der englischen Times von 2009, in dem er abseitige Hitler-Vergleiche bemühte, für die er sich später kleinlaut entschuldigen musste.

Apropos klein und laut: Mit einer Körpergröße von 1,58 Metern schaffte es Bernie Ecclestone, niemals übersehen oder überhört zu werden, weder im Geschäft noch bei den Frauen. Auf seine erste Frau Ivy folgte das Armani-Model Slavica, dann das brasilianische Model Fabiana, das 46 Jahre jünger ist als er. Bernie Ecclestone führt, um standesgemäß im Bild zu bleiben, ein Leben auf der Überholspur – und zwar in jeglicher Hinsicht. Er stammt aus kleinen Verhältnissen und begann seine Karriere bei den Stadtwerken. Als Rennfahrer war er nicht sonderlich erfolgreich. Der Erfolg kam erst als Manager und Teambesitzer, dann als Geschäftsführer und Ideengeber der Formel 1. Die Sunday Times listet ihn auf Platz 13 der reichsten Briten.

Auch privat rollt der Mann das Feld von hinten auf, und am Ende kommen die Urahnen Jahre später zur Welt als die Ahnen. In seiner Familie pulverisiert er die Generationen: Es gibt Kinder aus drei Ehen, über viele Jahrzehnte verteilt, und dazu die Kindeskinder und Kindeskindeskinder. Man muss erst mal hinkriegen, hier nicht den Überblick zu verlieren.

Gerade eben ist Bernie Ecclestone wieder Vater geworden. Bernies jüngster Spross ist damit jünger als sein Urenkel. Der Urgroßonkel könnte also theoretisch vom Urgroßneffen mal die Carrera-Bahn und das Bobby-Car erben. Und es ist ein Junge, sie tauften ihn „Ace“. Typisch Ecclestone: Am Ende hat er noch ein Ass im Ärmel.

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