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Dahlmeier auf Gold-Mission, dann kommt Schempp

Laura Dahlmeier und ihre drei Teamkolleginnen hatten sich mental schon auf den schweren Biathlon-Klassiker vorbereitet. Doch nun müssen sie sich gedulden. Wegen zu starker Winde wurde das Rennen über 15 Kilometer um einen Tag verschoben. Danach starten die Männer.
Von Volker Gundrum und Sandra Degenhardt, dpa

Laura Dahlmeiers Chance auf eine dritte Medaille muss warten. Das Einzel der Damen wurde vertagt. Foto: Michael Kappeler
Laura Dahlmeiers Chance auf eine dritte Medaille muss warten. Das Einzel der Damen wurde vertagt. Foto: Michael Kappeler

Pyeongchang.Drei Stunden nach der Rennabsage trainierte Top-Favoritin Laura Dahlmeier schon wieder. Anstatt am Abend in Pyeongchang auf die Jagd nach ihrem historischen Gold-Triple zu gehen, bereitete sich die 24 Jahre alte Doppel-Olympiasiegerin allerdings nur auf das schwere Einzel vor.

Der Wettbewerb konnte wegen des starken Windes in Südkorea nicht wie geplant ausgetragen werden und wurde um einen Tag nach hintern verschoben.

Am Super-Donnerstag kämpfen ab 9.15 Uhr MEZ nun erst Dahlmeier, Maren Hammerschmidt, Franziska Preuß und Franziska Hildebrand über 15 Kilometer um die Medaillen. Dann folgen um 12.20 Uhr die Männer mit Sprint-Olympiasieger Arnd Peiffer, Simon Schempp, Erik Lesser und Olympia-Debütant Johannes Kühn. Über die 20 Kilometer rückt er für den leicht angeschlagenene Verfolgungs-Dritten Benedikt Doll ins Team. Dann sollen die Bedingungen gut und fair sein.

Zwar fegten keine der vorhergesagten extremen Windböen durch das Stadion, als Dahlmeier um 19.26 Uhr an den Schießstand kam. Aber schwierig waren die Bedingungen alle mal. „Ein faires Rennen wäre nicht möglich gewesen“, sagte Damen-Bundestrainer Gerald Hönig und war froh, dass es nicht zur Wind-Lotterie gekommen war. „Beim Weltcup hätte ich nichts gesagt, aber es ist Olympia. Ich habe diese Entscheidung als Jury-Mitglied mitgetragen.“

Es war eine Entscheidung im Sinne des Sports. Denn im Einzel kostet ein Schießfehler eine Strafminute. „Ich hätte mich auf den Ruhetag auch gefreut“, sagte Dahlmeier, ehe sie sich zusammen mit Preuß und Hammerschmidt an die Arbeit machte. Durch die Verschiebung haben die Damen vor dem Massenstart am Samstag nur einen Tag zur Regeneration. „Das sind alles Profis, die stecken das weg“, meinte Hönig. Für die Deutschen kam die Absage völlig überraschend. „Die, die schon draußen waren, haben gesagt, dass es eigentlich gute Bedingungen am Schießstand waren“, sagte Staffel-Weltmeisterin Hildebrand am Mittwochmittag. Sie war wie ihre drei Teamkolleginnen schon in der Wettkampf-Vorbereitung. „Jetzt habe ich das ganze Prozedere noch mal mit Anspannung und Vorbereitung. Ich hatte mich auf einen schönen freien Tag gefreut. Aber dann eben morgen again“, sagte sie.

„Gestern das Training war wirklich vom Winde verweht“, sagte Olympia-Debütantin Hammerschmidt und begrüßte die Verschiebung. „Schwupps ist morgen und wir stehen vor dem Wettkampf. Da freue ich mich immer noch.“ Nach ihrem historischen Doppel-Gold in Sprint und Verfolgung geht Dahlmeier auch als Favoritin in das dritte Einzelrennen. Selbst die Verschiebung dürfte sie nicht aus dem Konzept bringen. „Ich versuche mich wieder auf mein Rennen zu konzentrieren. Ganz, ganz wichtig wird es wieder sein, am Schießstand sauber zu arbeiten“, sagte die siebenmalige Weltmeisterin. Und da ist Wind besonders hinderlich.

Bei den Männern pausiert Doll derweil über die 20 Kilometer. „Es kratzt leicht im Hals“, sagte der Schwarzwälder. Anders als Peiffer. „Ich fühle mich relativ fit und gesund“, sagte der 30-Jährige, der bei seiner dritten Olympia-Teilnahme erstmals für das Einzel nominiert wurde. Auch Lesser, in Sotschi schon Olympia-Zweiter im Einzel, gibt sich kämpferisch: „Ich habe noch etwas gut zu machen nach dem Verfolger.“

Schempp, der im Vorfeld von Rückenproblemen geplagt wurde, ist nach seinen Leistungen mit Platz sieben im Sprint und Rang fünf in der Verfolgung „sehr positiv gestimmt“. Sein Rücken hält, auch wenn der Schwabe noch immer behandelt werden muss. „Wenn man zweimal knapp davor war, dann möchte man vielleicht weiter nach vorne“, sagte Schempp.

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