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Sonntag, 23. September 2018 19° 3

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Dahlmeier chancenlos, zwei andere jubeln

Deutschlands Biathlon-Königin wird beim Massenstart nur 16.. Skeleton-Pilotin Lölling und Skispringer Wellinger holen Silber.

1Laura Dahlmeier im Ziel auf Rang 16. Foto: Michael Kappeler/dpa
1Laura Dahlmeier im Ziel auf Rang 16. Foto: Michael Kappeler/dpa

Pyeongchang.Auch bei Laura Dahlmeier ist irgendwann einmal der Akku leer. Nach ihrem olympischen Medaillen-Triple mit zweimal Gold und einmal Bronze ging Deutschlands Biathlon-Königin im vierten Einzelrennen von Pyeongchang leer aus. Im Massenstart schoss die 24-Jährige am Freitag zwei Fehler und kam ohne Chance gegen Olympiasiegerin Anastasiya Kuzmina nur als 16. ins Ziel.

„Ich habe mir schon vorgenommen, vorne mitzukämpfen. Aber ich habe mich läuferisch nicht ganz so gut gefühlt“, sagte Deutschlands Sportlerin des Jahres. Aber sie nahm es gelassen. „Es war keine schlechte Platzierung, aber bei Olympia zählen nur Medaillen. Drei habe ich schon, heute ist es leider nichts geworden.“

„Ich habe mir schon vorgenommen, vorne mitzukämpfen. Aber ich habe mich läuferisch nicht ganz so gut gefühlt.“

Laura Dahlmeier

Auch Denise Herrmann als Elfte direkt gefolgt von Franziska Preuß und Vanessa Hinz als 25. konnten ebenfalls nicht in den Kampf um das Podium eingreifen. Damit standen die diesmal enttäuschenden deutschen Skijägerinnen erstmals in einem Olympia-Rennen nicht auf dem Podium. Zudem verpasste Dahlmeier vorerst das Gold-Triple. Allerdings hat die Partenkirchnerin mit den Staffeln noch zwei Möglichkeiten. In denen können die deutschen Skijägerinnen kommende Woche ihre Erfolgsbilanz insgesamt weiter aufbessern. „Da ist alles möglich“, sagte Dahlmeier.

Jetzt geht‘s an die Auswertung der Fehler

Am Samstag hat Biathletin Laura Dahlmeier die Chancen auf ihre dritte Goldmedaille verpasst. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa
Am Samstag hat Biathletin Laura Dahlmeier die Chancen auf ihre dritte Goldmedaille verpasst. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Die Einsatzplanung wird noch besprochen. Aber erstmal wird Bundestrainer Gerald Hönig den Massenstart auswerten. „Wir können nicht zufrieden sein. Heute hat beides nicht gepasst, aber vor allem läuferisch waren wir nicht dabei“, sagte der 59-Jährige, mahnte aber davor, „Probleme aufzumachen, wo keine sind“.

„Wir können nicht zufrieden sein. Heute hat beides nicht gepasst, aber vor allem läuferisch waren wir nicht dabei.“

Bundestrainer Gerald Hönig

Der dritte Olympiasieg der Slowakin Kuzmina war überlegen. Die Schwester des wegen des russischen Dopingskandals bei Olympia nicht eingeladenen Anton Schipulin setzte sich mit einem Fehler vor Darja Domratschewa aus Weißrussland (1/+ 18,8 Sekunden durch). Bronze ging an die Norwegerin Tiril Eckhoff (2/+ 27,7).

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Skeleton-Pilotin Lölling holt Silber

Jacqueline Lölling freut sich im Ziel über Silber. Foto: Tobias Hase/dpa
Jacqueline Lölling freut sich im Ziel über Silber. Foto: Tobias Hase/dpa

Jacqueline Lölling hat die dritte deutsche Olympia-Medaille für die Skeletonis bei Winterspielen gewonnen. Die 23-Jährige sicherte sich am Samstag bei den Spielen in Pyeongchang Silber. Nach vier Läufen im Olympic Sliding Centre lag die 23-Jährige aus Brachbach nur 0,45 Sekunden hinter der Briten Lizzy Yarnold, die damit ihren Olympiasieg von Sotschi 2014 wiederholte. Dritte wurde Laura Deas, ebenfalls aus Großbritannien. Die vor dem Final-Durchgang führende Österreicherin Janine Flock fiel noch auf Platz vier zurück.

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Vor Lölling hatten 2010 in Vancouver Kerstin Szymkowiak und Anja Huber Silber und Bronze für die deutschen Skeletonis geholt. Ex-Weltmeisterin Tina Hermann aus Königssee und Anna Fernstädt verpassten es in Südkorea knapp, die Medaillenbilanz noch auszubauen. Hermann wurde Fünfte, die Berchtesgadenerin Anna Fernstädt Sechste. Zwischen dem dritten und sechsten Platz betrug der Abstand nur 14 Hundertstelsekunden.

Andreas Wellinger fliegt zu Silber

Skispringer Andreas Wellinger winkte freudestrahlend ins Publikum, dann sprang er ein weiteres Mal kraftvoll auf dem Siegerpodest in die Höhe. Genau eine Woche nach seiner Goldmedaille von der Normalschanze hat der 22 Jahre alte Bayer von der Großschanze Silber gewonnen und sich in einer packenden Entscheidung nur dem überragenden Kamil Stoch geschlagen geben müssen. Nach Flügen auf 135,5 und 142 Meter freute sich Wellinger am Samstag über seinen nächsten olympischen Coup. Mehrere Male streckte er seine Faust in die Luft und freute sich mit seinen Teamkollegen, die ihn als erste im Auslauf begrüßten und herzten.

„Die Spiele bis jetzt sind unbeschreiblich. Dass ich wieder zur Siegerehrung darf, ist der absolute Wahnsinn.“

Skispringer Andreas Wellinger

„Die Spiele bis jetzt sind unbeschreiblich. Dass ich wieder zur Siegerehrung darf, ist der absolute Wahnsinn“, sagte Wellinger. „Es waren zwei Top-Sprünge. Es ist ein Riesenerfolg für den jungen Burschen und für das ganze Skisprung-Deutschland“, lobte Bundestrainer Werner Schuster.

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„Gold und Silber im Einzel. Es ist cool, ihm zuzuschauen. Der zweite Sprung war genial. Er hat es spannend gemacht“, sagte Teamkollege Richard Freitag, der mit Rang neun erneut an den vorderen Rängen vorbeisprang. Bronze holte sich der Norweger Robert Johansson, der schon auf der Normalschanze den dritten Platz belegt hatte. Für Stoch war es nach Doppel-Gold von Sotschi bereits der dritte Olympiasieg und wenige Wochen nach dem historischen Vierfachsieg bei der Tournee der nächste große Höhepunkt einer traumhaften Saison.

Auch Wellinger kann nach seinem nächsten Edelmetall auf eine stattliche Olympia-Ausbeute verweisen. Es war trotz seines jungen Alters schon die dritte Medaille seiner Karriere – und das muss noch nicht das Ende gewesen sein. Schließlich wartet am Montag (13.30 Uhr MEZ) noch der Teamwettbewerb, den Wellinger und Co. vor vier Jahren gewonnen hatten. „Wenn jeder die Leistung bringt, müssen sich die Anderen lang machen, um uns zu schlagen“, sagte Wellinger. Denn Karl Geiger als Sechster und Markus Eisenbichler auf Rang 14 machten am Samstag Hoffnung auf mehr. (dpa)

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