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Langlauf

Malermeister macht Langläufer flott

Mit schwäbischer Hilfe hat sich Pita Taufatofua für Pyeongchang qualifiziert. Auch in Rio war der Athlet schon mit dabei.

Thomas Jacob aus Pfullendorf ist der Trainer von Pita Taufatofua, einem Langläufer aus dem Pazifikstaat Tonga. Foto: Nicole Becker/dpa
Thomas Jacob aus Pfullendorf ist der Trainer von Pita Taufatofua, einem Langläufer aus dem Pazifikstaat Tonga. Foto: Nicole Becker/dpa

Pyeongchang.Thomas Jacob erinnert sich genau an diesen Freitag, den 13., im Januar des vergangenen Jahres. Aus seinem Heimatort Pfullendorf in Oberschwaben war der Inhaber eines Maler- und Lackier-Betriebs zum Stuttgarter Flughafen gefahren, um den Mann abzuholen, den er auf einen Langlaufstart bei den Olympischen Winterspielen vorbereiten sollte.

Skilangläufer Pita Taufatofua aus Tonga trägt die Flagge seines Landes. Foto: Joel Marklund/Bildbyran via ZUMA Press/dpa
Skilangläufer Pita Taufatofua aus Tonga trägt die Flagge seines Landes. Foto: Joel Marklund/Bildbyran via ZUMA Press/dpa

Der 53-jährige Jacob traf einen 115-Kilo-Koloss, der Schnee nur vom Hörensagen kannte: Pita Taufatofua, 34 Jahre, fröhlicher Athlet aus dem Pazifikstaat Tonga, zuvor bei den Sommerspielen in Rio im Taekwondo am Start. Den Kontakt zwischen den beiden hatte der Münchner Steve Grundmann hergestellt, der als Sportdirektor beim Königlichen Skiverband von Tonga arbeitet. „Ich habe dem Trainer gleich auf dem Flughafen gesagt, dass ich ihn nicht bezahlen kann“, sagte Taufatofua. Doch Jacob wollte gar kein Geld. Er hatte die Hoffnung, dass der Athlet ihn, den Übungsleiter aus dem Kinder- und Breitensport, zu einem olympischen Wettkampf bringt. Es hat geklappt.

„Ich habe dem Trainer gleich auf dem Flughafen gesagt, dass ich ihn nicht bezahlen kann.“

Pita Taufatofua, Athlet aus Tonga

Nach Taufatofuas Auftritt bei der Eröffnungsfeier, als er bei Minusgraden mit blankem Oberkörper ins Stadion marschiert war, startet er nun im Langlauf über 15 Kilometer. „Es wird sehr hart für ihn, die Strecke ist brutal“, weiß Trainer Jacob, „der vorletzte Platz – das wäre ein Traum.“ Irgendeinen anderen Exoten wird der Mann aus Tonga vielleicht hinter sich lassen können.

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Taufatofua hat wenig auf Schnee trainiert, nur zwölf Wochen sind zusammengekommen. Immerhin hat er seit dem ersten Treffen mit Jacob 15 Kilo abgenommen. Nach 1:30 Stunden wäre er gern am Ziel, schätzungsweise eine Stunde nach dem Olympiasieger. „Ich möchte nicht gegen einen Baum fahren, ich möchte das Ziel erreichen, und ich möchte hinter der Ziellinie mit brennenden Lungen zusammenbrechen“, sagte der „Coconut Fighter“. Es war ein langer Weg bis Pyeongchang. Als Kind war Taufatofua kränklich und schmächtig, vier Jahre trainierte er fast täglich im Rugby-Team und wurde von den Trainern nicht einmal eingesetzt. Doch er träumte von Olympia – und schaffte den Sprung zum Taekwondo nach Rio. Für den Winter suchte er sich „die härteste aller Herausforderungen“ aus, wie er sagt, den Skilanglauf. Und dafür brauchte er Jacob, den Malermeister und rührigen Übungsleiter im Deutschen Alpenverein. (dpa)

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