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Zweierbob-Pilot Walther trotz Sturz auf Goldkurs

Die Zieldurchfahrt von Nico Walther im Zweierbob war spektakulär. Trotzdem ist er zur Halbzeit vorn. Weltmeister Franceso Friedrich zeigt dagegen Defizite. Die Südkoreaner kämpfen dem Anschein nach mit allen Mitteln um den Erfolg ihres besten Piloten.
Von Frank Kastner, dpa

  • Francesco Friedrich und Anschieber Thorsten Margis aus Deutschland starten in den Eiskanal. Foto: Andy Wong
  • Nico Walther und Anschieber Christian Poser aus Deutschland rutschen nach einem Sturz auf der Seite den Eiskanal hinunter. Foto: Michael Sohn

Pyeongchang.Trotz eines Sturzes bei der Zieldurchfahrt hat Zweierbob-Pilot Nico Walther zur Halbzeit der olympischen Rennen in Pyeongchang Kurs auf Gold genommen.

Mit seinem Anschieber Christian Poser lag er nach den ersten beiden von vier Läufen am Sonntag eine Zehntelsekunde vor dem Kanadier Justin Kripps. Walther und Poser waren im zweiten Durchgang im Zielbereich mit ihrem Schlitten umgekippt, blieben aber unverletzt.

„Ich wollte ein bisschen Weg sparen, da ist es eben passiert. Ich hatte mich richtig erschrocken, als ich hörte, wir führen. Es war wie ein Adrenalinausstoß“, sagte der Oberbärenburger, den der Sturz ansonsten nicht beeindruckte. „Wir wollen morgen zweimal gut Bob fahren und mal sehen, zu was es reicht. Selbst Bronze wäre ein gigantischer Erfolg im Zweier.“

Auch Johannes Lochner mit Christopher Weber und der viermalige Zweierbob-Weltmeister Francesco Friedrich mit Thorsten Margis als Fünfter haben noch gute Medaillenchancen. Der nach dem ersten Durchgang führende Lette Oskars Melbardis fiel im zweiten Lauf auf Rang vier zurück. Die Entscheidung fällt am Montag (12.15 Uhr MEZ) in den Durchgängen drei und vier. Die deutschen Bobpiloten waren 2014 in Sotschi erstmals seit 50 Jahren ohne Medaille geblieben.

Lochner sah bei sich auf dem Weg zur Medaille noch Steigerungspotenzial. „Der Start ist nicht so entscheidend, bei uns passte nur die Kurve neun einfach nicht. Treffen wir diese morgen, können wir den Platz halten“, sagte der Berchtesgadener über seine Probleme mit der kniffligsten Passage der Bahn.

Friedrich stellte mit Anschieber Margis einen Startrekord in 4,85 Sekunden auf, konnte aber keinen Vorteil daraus ziehen. Cheftrainer René Spies kritisierte zwar die Fahrlinie von Friedrich, fühlte aber mit seinem Vorzeigepiloten: „Es tut mit leid für die Jungs, weil sie so stark gestartet sind.“

Won Yun Jong, der mit Startnummer 30 Lospech hatte, kam nur auf Platz neun. Auffällig: die Eismeister der Bahn kühlten für den Weltcup-Gesamtsieger von 2015 - anders als beim Training (-8 Grad) - die Bahn plötzlich zum Rennen auf minus 13 Grad Celsius herunter. Zudem verkürzten sie die sonst 50 Meter lange Startspur um zwei Meter und ließen während der Trainingsläufe die Sonnensegel runter. Damit war die internationale Konkurrenz in ihrer Sicht durch das Kurvenlabyrinth behindert.

Won, der vom kanadischen Trainer Pierre Lueders betreut wird, fuhr in diesem Winter nur drei Weltcups und trainierte sonst komplett in Pyeongchang. Die Trainingsläufe vor dem Rennen ließ er fast komplett aus. Dennoch leistete er sich selbst einige Fahrfehler.

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