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Olympia

Kerber will Graf nacheifern

Anqelique Kerber hat eine Medaille sicher. Auf Edelmetall hoffen auch der Deutschland-Achter und Bahnrad-Ass Kristina Vogel.

Angelique Kerber will den Olympiasieg im Tennis. Foto: Michael Reynolds
Angelique Kerber will den Olympiasieg im Tennis. Foto: Michael Reynolds

Rio de Janeiro.Allmählich pirscht sich Deutschland im Medaillenspiegel nach vorn. Und am Samstag dürfte es weitere Plaketten für das DOSB-Aufgebot geben. Eine Medaille ist bereits sicher: die der Kielerin Angelique Kerber, die im Tennis-Einzel um Gold spielt.

Bahnrad-Ass Kristina Vogel will nach Bronze im Teamsprint im Keirin wieder aufs Podest, Medaillenchancen rechnen sich auch Diskuswerfer Christoph Harting, der Deutschland-Achter und der Regensburger Christian Reitz mit der Schnellfeuerpistole aus.

EINER FEHLT NOCH:

Noch ein Sieg, dann steht Angelique Kerber, die für den TC Rot-Blau Regensburg in der Bundesliga spielt, in einer Reihe mit ihrem Vorbild Steffi Graf. Gegen Monica Puig aus Puerto Rico kann die Kielerin am Samstag (3. Spiel nach 17 Uhr) ihre beeindruckende Woche krönen. Und könnte 28 Jahre nach Grafs Gold-Coup als erste deutsche Tennisspielerin bei Olympia ganz oben auf dem Podest stehen. „Ich kämpfe um Gold. Das ist das, was ich mir vor einer Woche erträumt habe“, sagte die Australien-Open-Siegerin.

DAS PARADEBOOT:

Im letzten Rennen der olympischen Regatta wollen die deutschen Ruderer nochmals auftrumpfen – mit ihrem Aushängeschild. Nach dem goldenen Doppelschlag durch die beiden Vierer ist am Samstag (16.27 Uhr) der Achter dran. In dem Rennen mit sechs Booten werden nur zwei Teams Siegchancen eingeräumt. „Ich erwarte ein Duell um Gold zwischen Deutschland und Großbritannien“, sagte der deutsche Schlagmann Hannes Ocik. Deutschland war 2012 Olympiasieger, der ewige Rivale von der Insel ist Weltmeister. Mal sehen, wer am Ende auf der Lagoa Rodrigo de Freitas die Bootspitze vorn hat.

FAMILIENBANDE: 

Christoph Harting eifert seinem prominenteren Bruder nach. Foto: dpa
Christoph Harting eifert seinem prominenteren Bruder nach. Foto: dpa

Bleibt das Diskus-Gold in der Familie? Nach dem bitteren Olympia-Aus von Titelverteidiger Robert Harting will am Samstag (15.50 Uhr) sein Bruder Christoph in die Rolle des Medaillensammlers schlüpfen. „Wir haben noch einen Harting im Finale, und der kann eine Medaille holen“, sagte der 26-Jährige selbstbewusst. In den Wettstreit der besten Zwölf geht der Pole Piotr Malachowski, der in der Qualifikation mit 65,89 Metern die beste Weite erreichte, als Topfavorit.

MIT RÜCKENWIND:

Bronze hat sie in der Tasche, jetzt will Kristina Vogel Gold. Einen Tag nach ihrem dritten Platz mit Miriam Welte im Teamsprint steht für Vogel am Samstag (22.27 Uhr) der nächste Höhepunkt an: die Entscheidung im Keirin-Wettbewerb. Von Teamsprint-Bronze erhofft sich die Weltmeisterin kräftigen Rückenwind. „Das ist eine riesige Erleichterung“, sagte Vogel.

DER FÜNFTE STREICH?

Christian Reitz (r., mit Ralf Schumann) konnte in Peking über Bronze jubeln. Foto: dpa
Christian Reitz (r., mit Ralf Schumann) konnte in Peking über Bronze jubeln. Foto: dpa

Sollten die Deutschen am Ende auf enttäuschende Sommerspiele zurückblicken, so ist eines klar: An den Schützen hat es nicht gelegen. Schon viermal Edelmetall gab es in Rio für den Deutschen Schützenverband. Eine prächtige Bilanz, die die Schnellfeuerspezialisten Christian Reitz (Regensburg) und Oliver Geis am Samstag (17.30 Uhr) ausbauen wollen. Und der Auftakt glückte schon mal: Beide starteten am Freitag aussichtsreich in ihren Wettkampf.

KAPITÄNSLOS:

Mit Portugal hat Deutschlands junge Fußball-Generation noch eine Rechnung offen. Gab es gegen die Südeuropäer bei der U21-EM 2015 in Tschechien doch ein 0:5-Debakel im Halbfinale. Diese Schmach wollen die Jungs von DFB-Trainer Horst Hrubesch am Samstag (18.00 Uhr) im olympischen Viertelfinale in Brasília tilgen. Fehlen wird dann Kapitän Leon Goretzka, der wegen einer Schulterverletzung die Heimreise antreten musste.

Und das war in der Nacht los:

Radsport:

Miriam Welte und Kristina Vogel gewinnen bei den Bahnrad-Wettbewerben Bronze im Teamsprint. Den Olympiasieg sichern sich die Chinesinnen. Der deutsche Bahn-Vierer wird Fünfter. Der Sieg geht an die Briten um Radstar Bradley Wiggins, der in Weltrekordzeit seine fünfte olympische Goldmedaille holt

Frauenfußball:

Deutschland zieht ins Halbfinale des olympischen Turniers ein. Das Team von Bundestrainerin Silvia Neid kommt dank des Siegtreffers von Melanie Behringer zu einem 1:0 (0:0) gegen China. Die DFB-Frauen spielen am Dienstag in Belo Horizonte gegen Kanada um den Endspiel-Einzug.

Schwimmen:

War über 800 Meter Freistil nicht zu schlagen: Katie Ledecky. Foto: afp
War über 800 Meter Freistil nicht zu schlagen: Katie Ledecky. Foto: afp

Rekord-Olympiasieger Michael Phelps erlebt im letzten Einzelrennen der Karriere als Silbermedaillengewinner einen kuriosen Ausgang. Hinter Olympiasieger Joseph Schooling aus Singapur schlägt Phelps zusammen mit dem Südafrikaner Chad le Clos und dem Ungarn Laszlo Cseh zeitgleich an. 51,14 Sekunden stehen bei dem Trio zu Buche – Silber für alle drei. Seinen Titel als ältester Olympiasieger über eine Einzelstrecke ist Phelps wieder los. Anthony Ervin holt sich mit 35 Jahren Gold über 50 Meter Freistil. Über 800 Meter Freistil ist Katie Ledecky einsame Klasse. Die Amerikanerin schlägt nach 8:04,79 Minuten an und steigert ihre eigene Bestmarke um 1,89 Sekunden.

Basketball:

Die hochfavorisierten US-Basketballer verhindern im vierten Vorrundenspiel die erste Niederlage nur knapp. Wie gegen Australien tut sich das Team um Superstar Kevin Durant beim 94:91 (50:41) über Vize-Weltmeister Serbien schwer.

Das Video fasst den siebten Tag der Wettbewerbe zusammen:

Rio Spezial: Goldene Reiter, goldener Schuss, Hexe

Tischtennis:

Deutschlands Damen erreichen das Viertelfinale. Die Auswahl von Bundestrainerin Jie Schöpp siegt im Auftaktmatch des Teamwettbewerbs 3:0 gegen die USA. Nächster Gegner ist Hongkong.

Dieser Moment wird in Erinnerung bleiben:

Ein skurriler Hexenschuss zwingt Diskus-Riese Robert Harting schon in der Qualifikation in die Knie. Der Olympiasieger von London zog sich die folgenschwere Verletzung zu, als er im Bett liegend mit dem Fuß das Licht ausmachte. Der schwer gehandicapte dreimalige Weltmeister schafft es dann nicht unter die besten zwölf Werfer. Nach zwei ungültigen Versuchen gelingen dem 2,01-Meter-Hünen nur 62,21 Meter – zu wenig! Harting ist überraschend raus. „Ich war in meinem Leben noch nicht so traurig“, schreibt er bei Facebook.

Die deutsche Ausbeute des siebten Rio-Tages:

Sportschütze Henri Junghänel gewinnt Gold mit dem Gewehr. Wenige Stunden später darf sich auch die deutsche Dressurreiter-Equipe als Olympiasieger feiern lassen. Zudem gibt es Bronze durch die Bahnrad-Asse Miriam Welte und Kristina Vogel im Teamsprint. Damit steht die Rio-Ausbeute bei elf Medaillen (sechsmal Gold, dreimal Silber, zweimal Bronze) – Platz sechs in der Nationenwertung.

Und sonst noch?

Landete unfreiwillig im Pool: Michael Vesper Foto: Michael Kappeler/dpa
Landete unfreiwillig im Pool: Michael Vesper Foto: Michael Kappeler/dpa

Der deutsche Chef de Mission Michael Vesper fällt im Deutschen Haus in den Pool. Ihm geschieht das Missgeschick während der Präsentation der deutschen Dressur-Mannschaft um Isabell Werth, die zuvor Gold gewann. Vespers Sturz in den Pool in dem dichten Gedränge führt zu großer Erheiterung. „Dass es ausgerechnet ihn trifft, ist natürlich witzig“, sagt Werth, die am meisten lacht. Nach Angaben des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hatte sich Vesper vertreten.

Alles zu den Olympischen Spielen in Rio finden Sie auch in unserem Spezial.

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