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Olympia

Pflieger läuft in Rio auf Rang 55

Der Regensburger Marathonmann teilt sich das Rennen klug ein und erreicht zehn Minuten hinter Sieger Eliud Kipchoge das Ziel.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Philipp Pflieger gibt auf den letzten Metern nochmal alles. Foto: afp
Philipp Pflieger gibt auf den letzten Metern nochmal alles. Foto: afp

Rio de Janeiro. Ein kluges Marathonrennen lieferte der Regensburger Philipp Pflieger von Anfang an bei den Olympischen Spielen von Rio de Janeiro. Nach 2:18:56 Stunden hatte sich Pflieger auf der regennassen Straße bei höchster Luftfeuchtigkeit auf Rang 55 als 18. Europäer 10:12 Minuten hinter dem Goldgewinner Eliud Kipchoge aus Kenia ins Ziel gekämpft und fiel hinter der Ziellinie entsprechend erschöpft zu Boden. Julian Flügel, der in Berlin im Herbst 2015 sein Mitstreiter gewesen war, belegte 12:03 Minuten hinter dem Sieger Rang 71. „Das ist eine unbeschreibliche Motivation, eine wahnsinnig schöne Erfahrung“, sagte der Regensburger ins ZDF-Mikrofon, als er wieder zu Kräften gekommen war. „Auf den ersten Blick waren die Bedingungen besser als bei den Frauen, aber dann kam das Dampfbad-Feeling und viele haben sich übernommen.“ Flügel ergänzte: „Als ich im Ziel lag war das ein absolutes Gänsehaut-Gefühl. Ich bin im Endeffekt zufrieden. Es war ein sehr solides Rennen und für mich ein Riesending.“

In 16:13 Minuten lief Philipp Pflieger wie angekündigt die ersten fünf Kilometer gemäßigt und im eigenen Tempo 42 Sekunden hinter der Spitze an. „Was ist denn hier los?“, hatte Pflieger das Starttempo von 3:10 für den ersten Kilometer der Top-Konkurrenz mit Lachen analysiert. Danach arbeitete sich Pflieger von einem Platz jenseits der 120 unter den 155 Teilnehmern jeden Fünf-Kilometer-Abschnitt konstant nach vorne.

Kommentar

Höchst respektabel

Teilnehmen: Der Begriff ist ziemlich verpönt. Leider. Dabei ist er traditionell olympisch und bedeutete annodazumal möglichst viele Sportler zum fairen...

Auch Julian Flügel sehr kontrolliert

Bei Halbzeit nach 1:08:08 Stunden lag Pflieger schon auf Rang 92. Der Ex-Regensburger und zweite deutsche Starter Julian Flügel, der durch die Absage von Hendrik Pfeiffer erst nach dem EM in Amsterdam fünf Wochen vor Olympia den Startplatz bekommen hatte, tat es ihm gleich und spulte mit Abstand zu Pflieger (1:08:56) sein Programm ähnlich kontrolliert herunter.

Bei Halbzeit fehlten nach der Halbmarathon-Distanz Pflieger 2:13 Minuten zur Spitze. Der Rückstand wuchs nach den massiven Verschärfungen ab Kilometer 25 im Feld, die die Spitzengruppe nach 33 Kilometern auf den Kenianer Kipchoge aus Kenia, Feyisa Lilesa aus Äthiopien und Galen Rupp aus den USA schrumpfen ließ, die am Ende in dieser Reihenfolge auch die Medaillen abholten. Der Keniaer hatte nach 42,195 Kilometern und 2:08:44 Stunden mit 70 Sekunden auf den Äthiopier und 81 Sekunden auf den Amerikaner, der in 2:10:05 persönliche Bestzeit lief, den größten Vorsprung seit dem US-Amerikaner Frank Shorter 1972 in München. Kipchoge beeindruckte vor allem zwischen Kilometer 30 und 35 mit einer Abschnittszeit von 14:25 Minuten, mit der er das Feld sprengte.

Für Philipp Pflieger waren es nach 35 Kilometern zwar schon fast sechs Minuten Rückstand, doch nach Plätzen ging es nun stramm Richtung Top 50. Im Ziel hob der Regensburger, der im Zielspurt noch drei Konkurrenten aus Belgien, Italien und Zimbabwe niederhielt, kurz die Arme zum Jubel, sank dann einem Konkurrenten erschöpft in die Arme und musst erst einmal medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

Insgesamt kamen 140 Marathonläufer ins Ziel – teils mit unbedingtem Willen. Der Argentinier Federico Bruno sorgte für eindrucksvolle Bilder, legte die Schlussmeter im Seitfallschritt zurück und wurde Viertletzter. Unmittelbar vor ihm hatte Derlys Ayala aus Paraguay auf ihn gewartet und ihn unterstützt.

Tragehilfe bei der Schlussfeier?

Bei aller Erschöpfung: Die Teilnahme an der Schlussfeier hatten sowohl Philipp Pflieger als auch Julian Flügel auf dem Zettel. „Wir haben ja ein paar starke Jungs im Team. Die können zur Not ja helfen“, sagte Pflieger.

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