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Steger bringt die Bronzemedaille mit

Die deutschen Tischtennis-Herren und die Springreiter-Equipe erkämpfen sich in Rio de Janeiro jeweils Bronze.

Im Doppel holt Bastian Steger (rechts) mit Timo Boll den wichtigen zweiten Punkt für die deutsche Mannschaft.
Im Doppel holt Bastian Steger (rechts) mit Timo Boll den wichtigen zweiten Punkt für die deutsche Mannschaft.

Rio de Janeiro.Bastian Steger kann jubeln: Der gebürtige Oberpfälzer, ein angeschlagener Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov besiegten im Spiel um Platz drei Südkorea mit 3:1.

Nach Bronze 2012 und Silber 2008 ist es für die Deutschen im Teamwettbewerb die dritte Olympia-Medaille in Serie und nach Silber für die Damen das zweite Tischtennis-Edelmetall in Rio de Janeiro.

Fahnenträger Boll hatte sich zu Beginn der Partie gegen den Olympia-Zweiten von 2012 und WM-Dritten Südkorea eine Nacken-Verletzung zugezogen, spielte aber weiter und holte den entscheidenden Punkt. Zuvor musste er mehrere Minuten mit Spritzen und Tabletten behandelt werden. Zum Auftakt vergab Steger gegen Südkoreas Nummer eins Jeoung Youngsik drei Matchbälle und verlor unglücklich 2:3. Ovtcharov erkämpfte sich gegen Joo Saehyuk ein 3:2 und auch Boll und Steger siegten im Doppel.

Im Halbfinale hatten die an Position zwei gesetzten Deutschen gegen Japan mit 1:3 verloren und dadurch die Chance auf Silber oder Gold verspielt. Mit der ersehnten Medaille in Rio haben Boll und Ovtcharov auch ihr schwaches Abschneiden im Einzel-Wettbewerb vergessen gemacht. Der mit Medaillenhoffnungen gestartete Ovtcharov war im Viertelfinale ausgeschieden, Boll war im Achtelfinale gescheitert.

Party in der Heimat

  • Bastian Stegers

    Heimatgemeinde Winklarn im Landkreis Schwandorf kann sich auf eine große Feier freuen. Im MZ-Interview hatte Steger vor seinem Abflug nach Rio angekündigt, dass es daheim eine tolle Party geben wird, wenn er wieder eine Medaille gewinnt.

  • Vor vier Jahren

    bei den Sommerspielen in London hatte Steger mit der deutschen Mannschaft ebenfalls die Bronze-Medaille gewonnen.

Für den 35 Jahre alten Boll waren es möglicherweise die letzten Olympischen Spiele. „Erstmal konzentriere ich mich jetzt auf das Spiel, ob es jetzt das letzte Mal ist oder nicht, das weiß ich noch nicht“, hatte der deutsche Fahnenträger nach dem 1:3 im Halbfinale gegen Japan gesagt. Der sechsmalige Europameister war einer der Publikumslieblinge in Rio, wurde stets mit langem Applaus gefeiert. Im Bronze-Match spielte er trotz Nackenproblemen tapfer weiter.

Auch für den 35 Jahre alten Steger könnten es die letzten olympischen Spiele gewesen sein. Er hatte vor dem Turnier gesagt, dass auf dem deutschen Team als Zweiter der Weltrangliste „ein gewisser Druck“ lastet. Mit der Bronzemedaille im Gepäck dürfte er nun erleichtert nach Deutschland zurückkehren.

Ein Interview mit Bastian Steger, das wir vor seiner Reise nach Rio geführt haben, lesen Sie hier.

Springreiter nach Stechen auf dem Bronzerang

Die Chance auf Olympia-Gold war riesig – aber die deutschen Springreiter haben sie vergeben. Trotz glänzender Ausgangsposition reichte es am Mittwoch in Rio de Janeiro nur zu Bronze. Im Stechen gegen Kanada sicherte sich das Quartett um Ludger Beerbaum zumindest den dritten Platz.

Zu viele Fehler in der zweiten Runde kosteten den zum Greifen nahen Sieg. „Man braucht mehrere Null-Runden“, sagte Bundestrainer Otto Becker. Doch die fehlten seinem Team im Olympiapark Deodoro, nur Beerbaum blieb im Normalparcours fehlerfrei. Weil die fehlerfreien Runden zumindest im Stechen klappten, gab es immerhin Bronze. Becker musste den Franzosen zum Sieg gratulieren. Silber ging an die USA.

„Man sieht, wie eng das zusammen ist“, kommentierte Verbands-Präsident Breido Graf zu Rantzau. „Deshalb ist das nicht so enttäuschend. Das war unglaublich spannend.“

Meredith Michaels-Beerbaum (auf Fibonacci) war eigentlich nur als Ersatzfrau mitgereist, profitierte dann aber vom Ausfall von Marcus Ehnings Cornado. Foto: afp
Meredith Michaels-Beerbaum (auf Fibonacci) war eigentlich nur als Ersatzfrau mitgereist, profitierte dann aber vom Ausfall von Marcus Ehnings Cornado. Foto: afp

Die blendende Ausgangsposition war schon nach den ersten beiden deutschen Startern dahin. Danach mussten die Reiter auf Fehler der Konkurrenz warten, um noch Gold zu gewinnen – doch das passierte nicht. Die Franzosen blieben kühl und gewannen ohne Abwurf. Und die Deutschen patzten weiter.

Der zweite Durchgang begann für die Deutschen mit einem Abwurf von Christian Ahlmann mit Taloubet. Noch ärgerlicher war der Fehler von Meredith Michaels-Beerbaum, die mit Fibonacci einen Abwurf und zusätzlich einen Strafpunkt wegen Zeitüberschreitung kassierte.

Daniel Deußer und Ludger Beerbaum gerieten durch die Fehler zusätzlich unter Druck. Und Deußer kassierte mit First Class ebenfalls einen Abwurf. Beerbaum ritt als letzter Starter des gesamten Feldes mit Casello ins Stadion, das mit rund 15 000 Zuschauer fast ausverkauft war, und behielt die Nerven. Der 52-Jährige aus Riesenbeck blieb fehlerfrei und rettete sein Team ins Stechen.

Dabei war die Ausgangslage so vielversprechend gewesen. Von den vier führenden Teams war lediglich die deutsche Mannschaft mit vier Springreitern in die entscheidende Runde gestartet. Der Brasilianer Stephan de Freitas Barcha war disqualifiziert worden. Die Pferde von Elizabeth Madden (USA) und Jur Vrieling (Niederlande) waren nicht fit genug.

Vor der Springreiter-Entscheidung hatte die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) bereits fünf Medaillen gewonnen, darunter Gold durch das Dressur-Team und den Vielseitigkeitsreiter Michael Jung. In der Zielvereinbarung mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) waren drei bis fünf Medaillen avisiert worden.

Vor vier Jahren hatte das deutsche Quartett ein Desaster erlebt. Bei den Spielen in London schied die Mannschaft, zu der damals auch Michaels-Beerbaum und Ahlmann gehörten, schon nach der ersten Runde aus.

Hockey-Damen verlieren Halbfinale gegen Niederlande

Charlotte Stapenhorst (r.) behauptet sich am Ball gegen die Niederländerin Caia van Maasakker. Foto: Sebastian Kahnert
Charlotte Stapenhorst (r.) behauptet sich am Ball gegen die Niederländerin Caia van Maasakker. Foto: Sebastian Kahnert

Auch die Hockey-Damen haben es nur ins kleine Finale geschafft. Einen Tag nach der bitteren Halbfinal-Niederlage der Männer gelang auch den Damen nicht der Finaleinzug.

Gegen Topfavorit Niederlande verlor die Auswahl in Rio unglücklich mit 3:4 im Penaltyschießen. Nach der regulären Spielzeit hatte es 1:1 gestanden. Nach dem couragierten Auftritt kann der Weltranglisten-Neunte aber viel Selbstvertrauen mit in die Partie um Bronze nehmen, um dort erstmals nach Gold 2004 wieder eine olympische Medaille zu gewinnen. Am Freitag trifft das Team von Bundestrainer Jamilon Mülders auf den Verlierer des zweiten Halbfinals zwischen Großbritannien und Neuseeland.

Handballer im Halbfinale: Souveräner Sieg über Katar

Die deutschen Handballer feiern ihren souveränen Sieg über Katar. Foto: Lukas Schulze
Die deutschen Handballer feiern ihren souveränen Sieg über Katar. Foto: Lukas Schulze

Die erste Olympia-Medaille seit 2004 ist nah: Handball-Europameister Deutschland ist mit einer titelreifen Leistung ins Halbfinale von Rio de Janeiro gestürmt. Dank einer Abwehr wie aus einem Guss demütigte das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson den WM-Zweiten Katar mit 34:22 (16:12).

Gegner im Halbfinale am Freitag ist Olympiasieger und Weltmeister Frankreich, der zuvor Gastgeber Brasilien mit 34:27 (16:16) ausgeschaltet hatte. Erfolgreichste deutscher Torschützen waren Kapitän Uwe Gensheimer (St. Germain), Tobias Reichmann (Kielce) und Fabian Wiede (Füchse Berlin) mit jeweils fünf Treffern.

Nicht nur Kampf und Leidenschaft, auch Spielkunst bot der Olympia-Zweite von 2004 gegen die Weltauswahl Katars mit vielen eingebürgerten Handballstars, darunter fünf Europäern. Die Revanche für die knappe Niederlage im WM-Viertelfinale 2015 gegen den Gastgeber und späteren Finalisten ermöglichte auch eine titelverdächtige Abwehrleistung.

Im sechsten Vergleich gewann die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) zum vierten Mal gegen Katar. Zahlreiche andere deutsche Sportler wie Ruderer und Schützen jubelten der Mannschaft ebenso zu wie die Spitze des Deutschen Olympischen Sportbundes mit Präsident Alfons Hörmann.

DFB-Männer spielen erstmals um Gold

Lukas Klostermann (rechts) brachte das deutsche Team in der 9. Minute in Führung gegen Nigeria. Nils Petersen erhöhte kurz vor Schluss auf 2:0 und sicherte so den Einzug ins Finale.
Lukas Klostermann (rechts) brachte das deutsche Team in der 9. Minute in Führung gegen Nigeria. Nils Petersen erhöhte kurz vor Schluss auf 2:0 und sicherte so den Einzug ins Finale. Foto: afp

Zwei Jahre nach dem WM-Triumph der Nationalmannschaft greift der DFB-Nachwuchs im legendären Maracanã-Stadion erstmals nach Olympia-Gold. Dank eines 2:0 (1:0)-Sieges im Halbfinale gegen Nigeria zogen die deutschen Fußballer wie die DFB-Frauen ins Endspiel der Olympischen Spiele in Rio ein und haben schon vor dem Duell mit Gastgeber Brasilien mindestens Silber sicher. Vor 41 000 Zuschauern in São Paulo erzielten am Mittwoch Lukas Klostermann in der 9. Minute und Nils Petersen (89.) die Tore für das Team von Trainer Horst Hrubesch. Nie zuvor stand eine DFB-Auswahl im olympischen Finale.

„Die Mentalität ist – um es mit den Worten der Spieler zu sagen - einfach geil“, hatte der nach Rio aus dem Amt scheidende Hrubesch seine Schützlinge schon vor dem Anstoß gelobt. Und auch gegen Nigeria war die Mannschaft heiß. Schon der erste verheißungsvolle Angriff führte zum Erfolg. Serge Gnabry setzte Jeremy Toljan auf der rechten Seite gut in Szene, die flache Hereingabe des Hoffenheimers verwandelte Klostermann mühelos.

In der zweiten Halbzeit hatte Gnabry das 2:0 auf dem Fuß, doch der Arsenal-Profi scheiterte kurz nach Wiederbeginn am nigerianischen Keeper. Nach knapp einer Stunde zielte der Dribbelkünstler bei einem Schuss aus 16 Metern etwas zu hoch. Ansonsten blieben Strafraumszenen auf beiden Seiten weitgehend aus.

Die deutsche Abwehr um die Innenverteidiger Ginter und Niklas Süle stand sicher und ließ jetzt nichts mehr anbrennen. Und vorne machte der kurz zuvor eingewechselte Petersen kurz vor Schluss mit seinem sechsten Turniertreffer den Deckel drauf.

Nun wollen sich die deutschen Nachwuchskicker am Samstag (22.30 Uhr MESZ) gegen Brasilien mit Gold dekorieren. Der Olympia-Gastgeber um Superstar Neymar erreichte durch ein lockeres 6:0 gegen Honduras das Finale.

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