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Dem Rückgang begegnen

Obmann Thomas Gebele sieht Vereine bei der Schiedsrichtergewinnung in der Pflicht. Der Neulingslehrgang startet am 28. Februar.

Aushängeschild der Amberger Gruppe ist derzeit Regionalliga-Schiedsrichter Thomas Ehrnsperger. Foto: Tschannerl
Aushängeschild der Amberger Gruppe ist derzeit Regionalliga-Schiedsrichter Thomas Ehrnsperger. Foto: Tschannerl

Amberg.Der Mangel an Fußballschiedsrichter wird immer deutlicher. Dazu trägt sicherlich auch die Tatsache bei, dass der Respekt für Autoritäten in der Gesellschaft und damit auch vor dem Schiedsrichteramt im Fußballsport sinkt. „Sicherlich wurde in unserem Kreis Amberg/Weiden noch kein Schiedsrichter geschlagen, aber die verbalen Attacken vor allem gegen die Nachwuchsgilde nehmen zu, so dass der Ausgleich gegenüber den älteren Kollegen, die in den Ruhestand gehen, nicht mehr gewährt werden kann“, beklagt der Obmann der Schiedsrichtergruppe Amberg, dass die aktiven „Pfeifenmänner“ weniger werden.

Im September 2017 (10 Neulinge), 2018 (15) und im März 2019 (11) wurden 35 Anwärter ausgebildet; bei ihren ersten Einsätzen wurden sie teilweise sogar mit einem Tandem-Schiedsrichter (ein erfahrener Referee läuft nebenher und im Wechsel wird gepfiffen) losgeschickt. Von den Lehrgängen blieben fünf (2017), acht (2018) und fünf (2019) Absolventen als Schiedsrichter aktiv. 17 der 35 Anwärtern dagegen „pausieren“. Die 50-Prozent-Quote der „Verluste“ ist zu hoch, so der Obmann.

Gute Karriere-Chancen

Die Schiedsrichtergruppe ist mit 13 höherklassigen Referees top aufgestellt (1 Regionalliga, 2 Bayernliga, 6 Landesliga, 4 Bezirksliga), aber sie haben kaum Zeit für unterklassige Partien. Die „Stillen Helden“ der Gruppe sind die Unparteiischen, so Gebele, die die meisten Spiele ohne Assistenten absolvieren müssen. „Bisher konnten wir alle Spiele der Herren, Frauen bis hinunter zu den D-Junioren besetzen; dies gelang oft nur, dass die Schwarzkittel an einem Tag oft zwei Spiele übernahmen, wie am Vormittag eine Jugend pfeifen und sich dann noch als Assistent an die Linie stellen oder um 13.15 Uhr das Vorspiel der Kreisliga geleitet und um 15 Uhr noch als Linienrichter fungieren“, sagt der Obmann. Nur so konnten im Jahr 2019 137 Schiedsrichter 3810 Spiele leiten. Hoher Respekt gelte den „alten Kameraden“, die mit über 70 Jahren noch fleißig Spiele übernehmen.

Doppeleinsätze zurückfahren

„Da ich auch aus der Vereinsarbeit stamme, weiß ich auch, wie schwer es ist, jemanden zu diesem Ehrenamt zu überreden“, so Gebele. „Doch wenn sich nicht genügend Interessierte zu unserem Neulingslehrgang anmelden, wird es in der Rückrunde keine Doppeleinsätze mehr geben, denn bisher hat sich noch kein Verein bedankt, was diese Schiris an Zeit opfern“, nimmt der Obmann die Vereine in die Pflicht. Sie machten sich wenig Gedanken, „weil sie wissen, es kommt schon jemand, aber an die Belastung samt Gesundheit denkt keiner.“

Für ihre ehrenamtliche Tätigkeit als Schiedsrichter werden Spesen (je nach Spielklassen) und Kilometergeld bezahlt; mit dem Schiedsrichterausweis können alle Spiele im DFB-Gebiet kostenlos besucht werden. (agb)

Neulingslehrgang

  • Termin:

    Wochenende 28. Februar (18 Uhr) bis 1. März 2020 (12 Uhr) im Sportheim SV Inter Bergsteig

  • Daten:

    Benötigt werden: Vorname, Name, Verein, Geburtsdatum, Adresse, Telefonnummer, Handynummer, E-Mail.

  • Anmeldungen:

    Mitmachen können alle Interessenten ab 14 Jahren (oder die im laufenden Jahr 14 werden); Anmeldungen nehmen entgegen Obmann Thomas Gebele, Handy (0170) 4062672, ab 14 Uhr, E-Mail thomas.gebele@asamnet.de, oder Lehrwart Walter Schimpke, Tel. (0171) 6317413, E-Mail walter.schimpke1@freent.de

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