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Eishockey

Der ERSC Amberg zeigt eine Reaktion

Die Amberger gewinnen in der Verzahnungsrunde nach 2:5-Niederlage gegen Schongau in Kempten mit 4:3 nach Verlängerung.
Von Günter Passler

Mit 2:5 musste sich der ERSC Amberg (in Schwarz, hier Felix Söllner) dem EA Schongau geschlagen geben. Foto: Andreas Brückmann
Mit 2:5 musste sich der ERSC Amberg (in Schwarz, hier Felix Söllner) dem EA Schongau geschlagen geben. Foto: Andreas Brückmann

Amberg.Der ERSC Amberg hat eine passende Antwort geliefert. Die Wild Lions brachten den Kempten Sharks am Sonntagabend mit einem 4:3-Erfolg in der Verlängerung deren erste Heimniederlage in der Bayernliga-Verzahnungsrunde bei und konnte damit den Ausrutscher gegen Schongau, gegen die man am Freitag mit 2:5 verloren hat, weitgehend ausbügeln. Vaclav Benak war der entscheidende Torschütze für die Salinger-Truppe, die sich damit weiterhin ihre Chancen auf einen Bayernliga-Aufstieg erhält.

Auf den Rängen verlief die als „Hochsicherheitsspiel“ von den örtlichen Sicherheitsorganen eingestufte Partie absolut problemlos, auf dem Eis ging es aber manchmal turbulent zu. Die Gastgeber hatten das Manko, dass deren schwedischer Topscorer Adrian Castel-Dahl nicht zur Verfügung stand. Wie der ERSC hatten auch die Sharks ihr Freitagsspiel verloren – mit 2:4 in Vilshofen allerdings völlig unerwartet. Deswegen gab es zunächst ein Abtasten beider Teams, aber die Löwen übernahmen bald das Kommando. Spielanteile und Chancenhoheit lagen nach dem ersten Drittel beim ERSC, aber in die Pause ging es torlos.

Wechselbad der Gefühle

Der Mittelabschnitt sollte ereignisreicher sein, mit einem Wechselbad der Gefühle für beide Lager. Zunächst konnte Amberg in Führung gehen, weil Bernhard Keil mit einem Gewaltschuss von der blauen Linie erfolgreich war. Fabian Gmeinder antwortete postwendend mit dem Ausgleich und gleich danach traf Tobias Epp in doppelter Unterzahl für die Gastgeber – eine Höchststrafe für den ERSC.

Nur wenig später war für Sharks-Stürmer David Hornak wegen eines Checks von hinten die Partie mit einer Spieldauerstrafe beendet. Während dieses Powerplays gelang Daniel Krieger der 2:2-Ausgleich, aber dann folgten fünf Strafzeiten am Stück für die Löwen, diese nicht immer nachvollziehbar. Patrick Weigant gelang das 3:2 für Kempten, aber das war es dann auch mit der Statistik dieses Drittels.

Nach der Niederlage gegen Schongau zeigte der ERSC Amberg (in Schwarz) gegen Kempten eine Reaktion und gewann in der Verlängerung. Foto: Andreas Brückmann
Nach der Niederlage gegen Schongau zeigte der ERSC Amberg (in Schwarz) gegen Kempten eine Reaktion und gewann in der Verlängerung. Foto: Andreas Brückmann

Der Schlussabschnitt begann erneut bedrohlich für den ERSC in doppelter Unterzahl. Diese Phase überstanden die Löwen souverän, doch dann drohte erneut eine Vorentscheidung zugunsten der Gastgeber. Kempten erhielt einen Penalty zugesprochen, zu dem Nikolas Oppenberger antrat. Aber der Top-Torjäger der Sharks scheiterte an Löwen-Goalie Oliver Engmann. Das war nochmals eine Initialzündung für die Amberger, deren Einsatz durch das 3:3 von Felix Söllner belohnt wurde. Der ERSC-Stürmer traf auf Vorlage von Peter Hendrikson genau ins Tordreieck. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit hatte Amberg nochmals die Gelegenheit einer Überzahl, ließ diese aber ungenutzt.

Besser lief es dann in der Verlängerung, wo Vaclav Benak nach nur 25 Sekunden eine Vorarbeit von Felix Köbele zum entscheidenden 4:3 für den ERSC verwandelte.

Am Freitag gegen Spitzenreiter Schongau wer der ERSC Amberg vor 500 Zuschauern noch sehr vielversprechend in die Partie gestartet, denn nach dem ersten Torschuss durch Verteidiger Lukas Salinger (2.) folgten im Minutenabstand große Möglichkeiten durch Vaclav Benak und Felix Köbele. Gästetorhüter Lukas Müller stand quasi von Beginn an im Blickpunkt.

Erst in einer Powerplaysituation konnte Schongau Ambergs Goalie Oliver Engmann fordern und dann fiel auch ein Treffer – allerdings für die Löwen durch Felix Köbele in Unterzahl. Es spricht für die Cleverness der Gäste, dass sie während dieses Powerplays noch zum Ausgleich kamen und nur eine Minute später Lukas Muzik Schongau erstmals in Führung brachte.

Ergebnisse des ERSC Amberg

  • Amberg – EA Schongau 2:5 (1:2, 0:1, 1:2)

    Tore: 1:0 (7.) Köbele (Heilman/4-5), 1:1 (8.) Suttner (Seider,Maucher/5-4), 1:2 (9.) Muzik (Kopecky, Müller), 1:3 (36.) Kopecky (Müller, Turner), 1:4 (45.) Maucher (Fend, Seider), 2:4 (50.) Hendrikson (Troglauer, Aukofer), 2:5 (54.) Müller (Muzik, Kopecky); Strafen: Amberg 6 Minuten, Schongau 6 Minuten; Zuschauer: 513

  • ESC Kempten – Amberg 3:4 n.V. (0:0, 3:2, 0:1, 0:1)

    Tore: 0:1 (26.) Keil (Salinger/5-4), 1:1 (28.) Gmeinder (Horak), 2:1 (29.) Epp (Oppenberger/3-5), 2:2 (32.) Krieger (Köbele, Keil/5-4), 3:2 (34.) Steiner (Stein/4-4), 3:3 (54.) Söllner (Hendrikson), 3:4 (61.) Benak (Köbele); Strafen: Kempten 29 + 20 (Hornak), Amberg 24 Minuten; Zuschauer: 400

Der Doppelschlag zeigte Wirkung, denn der ERSC hatte nicht mehr die Selbstsicherheit wie zu Beginn. Möglichkeiten gab es dennoch weiterhin, sogar mit einem Mann weniger auf dem Eis. Aber sowohl Köbele als auch Bernhard Keil steuerten alleine auf das Gästetor zu und scheiterten. Für Keil war das besonders schmerzhaft, weil er mit dem Torgestänge kollidierte und seine Rückenverletzung erneut aufbrach. Zur ersten Pause sprach das Chancenverhältnis eindeutig zugunsten des ERSC – das Resultat allerdings nicht.

Wucher mit Möglichkeiten

Der Wucher mit den großen Möglichkeiten setzte sich im Mittelabschnitt fort. Nach 40 Sekunden tauchte Felix Söllner vor Müller auf, zwei Wimpernschläge danach wieder Keil – und wieder landete die Scheibe nicht im Tor. Für Keil war wenig später die Partie beendet.

Die Partie wirkte nun zerfahren, spielte sich vornehmlich in der neutralen Zone ab. Schongau betrieb erfolgreich Forechecking, gewann die meisten Zweikämpfe an den Banden und wartete geduldig auf Konter. Dann kam Amberg zu seinem ersten Powerplay, aber die Löwen schafften während der zwei minütigen Überzahl keinen einzigen ernsthaften Torschuss und es schien, als zweifelten sie langsam an ihren Abschlussqualitäten. Wie aus heiterem Himmel fiel das 1:3 der Schongauer durch Milan Kopecky.

Der Wille war den Löwen auch im letzten Drittel nicht abzusprechen, aber es blieb weitgehend bei fast schon verzweifelten Bemühungen. Schongau zeigte sich dagegen gnadenlos effizient. Mit dem ersten Torschuss traf Simon Maucher zum 1:4, mit dem zweiten Matthias Müller zum 2:5-Endstand. Dazwischen hatte Peter Hendrikson beim 2:4 nochmals Hoffnung im Amberger Lager aufkeimen lassen, aber die hielt keine vier Minuten.

Dirk Salinger zeigte sich nach dem Spiel gegen Schongau enttäuscht: „Das war nicht das, was wir unter der Woche trainieren, vor allem in Überzahlsituationen“, so der Löwencoach, und weiter: „Wir haben mit zunehmender Dauer leichtfertig Zweikämpfe verschenkt und bei der Chancenverwertung war Schongau deutlich abgeklärter“.

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