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Eishockey

Der fünfte Sieg in Folge

Der ERSC Amberg lässt gegen Bad Aibling und Haßfurt nichts anbrennen. Vils-städter verteidigen damit den zweiten Platz.
Von Günter Passler

Der ERSC Amberg (in Schwarz) gab sich auch gegen den EHC Bad Aibling keine Blöße.  Foto: Andreas Brückmann
Der ERSC Amberg (in Schwarz) gab sich auch gegen den EHC Bad Aibling keine Blöße. Foto: Andreas Brückmann

Amberg.Der ERSC Amberg wird seiner Favoritenrolle gegen den EHC Bad Aibling gerecht, aber die Wild Lions müssen viel „arbeiten“ bei ihrem 4:0-Erfolg. Gefährdet war der fünfte Sieg in der Bayernliga-Aufstiegsrunde in Serie am Sonntagabend allerdings zu keiner Zeit.

Die Amberger Löwen gewinnen derzeit auch Spiele, die nicht so ganz rund laufen. Gegen die Aib Dogs aus Bad Aibling entpuppte sich Gästetorhüter Michael Fischer als „Hauptgegner“ der Gastgeber, aber auch die eigene Konzentration bei den zahlreichen Tormöglichkeiten. „4:0 gewonnen, aber so hoch hätten wir eigentlich schon nach dem ersten Drittel führen müssen. Der Aiblinger Torhüter war schon sehr stark“, hatte auch Dan Heilman hinterher ein Sonderlob für den jungen Goalie der „Oablinger“.

Nicht kaltschnäuzig genug

Die ERSC-Löwen schwörten sich mit Neuzugang Marc Hemmerich (links) auf die bevorstehende Partie ein.  Foto: Günter Passler
Die ERSC-Löwen schwörten sich mit Neuzugang Marc Hemmerich (links) auf die bevorstehende Partie ein. Foto: Günter Passler

Dem ERSC-Coach war aber auch nicht entgangen, dass seinen Jungs die Kälte beim Torabschluss oftmals fehlte oder auch das Einzelspiel etwas übertrieben wurde. „Das hätten wir besser machen können.“ Schon in den Anfangsminuten hätten Brabec, Hampl oder Hemmerich für die Amberger Führung sorgen müssen. Zunächst ohne Gegentor zu bleiben, ermutigte die Gäste zusehends, und es kam auch zu gefährlichen Aktionen vor dem von Carsten Metz gehüteten Amberger Tor.

Auch im Mittelabschnitt hatten die Gastgeber leichte Probleme in der Offensive. Die erste Großchance notierte man schon nach wenigen Sekunden durch Bernie Keil, aber der Erfolg blieb zunächst aus. Dem ERSC schienen beinahe schon die Ideen auszugehen, da besann man sich auf die Stärken aus den letzten siegreichen Begegnungen: Einfach mal kontern, auch im heimischen Stadion, und solch eine Situation führte zum 1:0 durch Keil, zu dem Stephan Huber und Marc Hemmerich die Vorarbeit leisteten. Martin Brabec hätte mit einem weiteren Break kurz darauf beinahe nachlegen können. Das erledigte dann Florian Bocu mit seinem ersten Treffer für Amberg und Andreas Hampl visierte kurz vor der Pausensirene noch die Latte des Aiblinger Tores an.

ERSC-Situation

  • Tabelle:

    Nach den Erfolgen in Haßfurt (3:2) und gegen den EHC Bad Aibling (4:0) gehören die Amberger mit neun Punkten auf der Habenseite – punktgleich mit dem EV Moosburg und dem VfE Ulm/Neu-Ulm – zu den ärgsten Verfolgern von Spitzenreiter ESV Buchloe.

  • Spielplan:

    Am Freitag um 20 Uhr bekommen es die Amberger mit dem ESC Kempten zu tun.

Am Sieg der Löwen gab es schon jetzt kaum einen Zweifel mehr. Im Schlussdrittel bewies der ERSC dann auch nochmals Powerplay-Qualitäten. Martin Brabec und 65 Sekunden vor dem Ende noch Verteidiger Marc Roth trafen jeweils in Überzahl zum 4:0-Endstand. „In dieser Runde musst du dir jeden Punkt hart erarbeiten. Natürlich hätten wir höher gewinnen müssen, aber in erster Linie bin ich mit den drei Zählern zufrieden“, zog Heilman ein positives Resümee.

Rund 650 Zuschauer – darunter annähernd 100 aus dem ERSC-Lager – wollten am Freitagabend das Duell der alten Rivalen, das Haßfurt in der Landesliga-Vorrunde zweimal knapp für sich entscheiden konnte, im Stadion am großen Anger mitverfolgen. Die Partie war temporeich, lebte aber vornehmlich von der Spannung und der Torfolge. Aus dem Spiel heraus waren wirklich hochkarätige Aktionen – zumindest in den ersten beiden Dritteln – eher seltener, denn keiner wollte gleich alles riskieren und dem Kontrahenten in mögliche Konter laufen. Bezeichnenderweise sollten alle Treffer aus Powerplay-Situationen resultieren – und davon gab es dann doch einige. Amberg nutzte seine Erste prompt durch Kevin Schmitt zum 0:1. Als dann mit Vlach und Brabec gleich zwei Löwen auf der Strafbank saßen, ließ sich Haßfurts Topverteidiger Daniel Hora die Gelegenheit zum Ausgleich nicht entgehen.

Ein ähnlicher Verlauf zeigte sich auch im Mittelabschnitt, der extrem unglücklich für Amberg enden sollte. Zunächst gingen die Gastgeber durch einen abgefälschten Schuss von Lukas Kratschmer erstmals in Führung. Gleich im Anschluss verletzte sich ERSC-Torhüter Oli Engmann bei einer Attacke eines Haßfurter Angreifers an der Schulter, und auch Carsten Metz, der für Engmann ins Spiel kam, landete schon nach dem ersten Kontakt unfreiwillig auf dem Eis – und beide Aktionen blieben ungeahndet.

Anders bei einem vermeintlichen Check von hinten durch Felix Köbele während eines Gerangels, dem ein Stockstich gegen ERSC-Center Stephan Huber vorausgegangen war. Der Amberger Torjäger musste mit einer Spieldauerstrafe vorzeitig zum Duschen, was im Löwenlager gelinde gesagt großes Unverständnis auslöste. Allerdings: Der ERSC überstand die fünfminütige Unterzahl unbeschadet und holte sich gleichzeitig Zusatzmotivation für das Schlussdrittel.

ERSC investiert mehr ins Spiel

Dort begann Amberg mit einem Powerplay, weil sich die Gastgeber für das Zuspätkommen eine Strafe wegen Spielverzögerung einhandelten. So machte sich nach 41 Sekunden der Einsatz von Neuzugang Marc Hemmerich auch ergebnistechnisch bezahlt, weil Martin Brabec einen Schuss des Verteidigers unhaltbar zum 2:2-Ausgleich ins Hawks-Tor verlängerte.

Der ERSC Amberg war nun offensichtlich die Mannschaft, die mehr investieren wollte, um die Partie entscheiden zu können. Auch eine Auszeit durch den Haßfurter Coach brachte für die Gastgeber keinen zusätzlichen Schub, vielmehr hatte wohl Heilman für seine Löwen die passenden Tipps gegeben, denn nur wenig später traf Vlach zum letztendlich spielentscheidenden Treffer.

Auch Hartmanns Maßnahme, die letzte Minute seinen Torhüter Timo Jung zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis zu nehmen, fruchtete nicht. „Fehler werden bestraft. Wer die wenigsten Fehler macht, gewinnt“, lobte der Amberger Coach hinterher das konsequente Forechecking seiner Spieler, „das seit unserer Niederlage gegen Buchloe sehr gut funktioniert.“

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