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Die Jungs mit eingebauter Torgarantie

Fünf Stürmer von ostbayerischen Klubs sorgen in der Landesliga für Furore. Die MZ stellt das treffsichere Quintett vor.
Von Alex Huber und Jürgen Scharf, MZ

Tobias Bräu erzielte bereits 16 Treffer für den TSV Kareth-Lappersdorf. Foto: Brüssel
Tobias Bräu erzielte bereits 16 Treffer für den TSV Kareth-Lappersdorf. Foto: Brüssel

Christian Schrödl (21 Jahre, ASV Neumarkt): 20 Tore

Christian Schrödl (rechts) steht für den ASV Neumarkt auf dem Platz. Foto: Gleisenberg
Christian Schrödl (rechts) steht für den ASV Neumarkt auf dem Platz. Foto: Gleisenberg

„Ich hoffe es doch“, antwortet Christian Schrödl mit einem Lachen auf die Frage, ob er den in der Vorrunde erzielten 20 Toren in der Rückrunde nochmal so viele hinzufügen kann: „Ich werde auf jeden Fall alles geben und es versuchen.“ Schrödl ist für seinen Klub, den ASV Neumarkt, so etwas wie die Aufstiegsgarantie. Mit zehn Punkten Vorsprung thront der Verein nach der Vorrunde der Landesliga Nordost ganz oben. Schrödl hat mit seinen 20 Treffern entscheidend dazu beigetragen. Er laufe viel und sein Schuss sei auch nicht so schlecht, sagt er selbst über seine Stärken. Dazu werde er von seinen Mitspielern toll in Szene gesetzt: „Die Chemie in der Mannschaft stimmt einfach.“ Auch in der Torjägerliste der Liga steht Schrödl ganz oben. Mit 21 Jahren ist er zudem ein ganz junger Kicker. Das fällt natürlich anderen Vereinen auf. „Es gab bereits Anfragen, das stimmt“, sagt er. Es ist auch sein Ziel, irgendwann in einer höheren Liga zu spielen: „Davon träumt doch jeder Fußballer.“ Zumindest die Bayernliga könnte er bei einem Aufstieg ja sogar mit dem ASV erreichen, dem Klub, bei dem er bereits seit der B-Jugend spielt. Deswegen sei etwa ein Wechsel in der Winterpause „aller Voraussicht nach“, wie er sagt, kein Thema. Ohnehin absolviert er derzeit in Neumarkt noch seine Ausbildung zum Bautechniker, die bis September 2016 läuft. Sein Trainer, Dominik Haußner, bläst wegen der Gedanken an das Interesse anderer Klubs an seinem Topstürmer kein Trübsal: „Ich bin in erster Linie mal froh, dass sich ein junger Spieler so gut entwickelt und so gute Leistungen zeigt. Als Trainer ist das ja auch meine Aufgabe. Dass er dadurch ins Blickfeld anderer Vereine kommt, ist völlig normal. Ich denke aber schon, dass er weiß, was er am ASV hat.“

Michael Jonczy (28 Jahre, DJK Ammerthal): 21 Tore

Michael Jonczy von der DJK Ammerthal. Foto: Brüssel
Michael Jonczy von der DJK Ammerthal. Foto: Brüssel

Großen Anteil an der bisher so tollen Saison der DJK Ammerthal hat Torjäger Michael Jonczy. In der gesamten vergangenen Saison erzielte die DJK nur 34 Treffer. In der aktuellen Spielzeit hat Jonczy alleine bereits 21 Mal getroffen. Die Rolle als zuverlässige Tormaschine war ihm bereits bei seiner Verpflichtung in der vergangenen Winterpause, als er vom SC Eltersdorf kam, angedacht worden. In der Rückrunde der vergangenen Saison hatte er aber noch leichte Anlaufschwierigkeiten. „Während der Saison zu einem Team zu kommen, ist für jeden Spieler schwierig”, meint DJK-Sportvorstand Stefan Badura. Nun sei Jonzcy, der ohnehin vorausschauend mit einem Zweijahresvertrag ausgestattet worden war, aber voll da. „Er ist aber nicht nur ein toller Fußballer, sondern auch ein toller Typ, der mittlerweile echte Führungsqualitäten entwickelt hat”, lobt ihn Badura. In der Tat glänzt Jonzcy nicht nur mit seiner Durchsetzungskraft und seiner Abschlussstärke, er setzt auch seine Mitspieler ein ums andere Mal in Szene. Neun Vorlagen von ihm führten bereits zu Toren. Dazu ist er ein echter Dauerbrenner und kam in allen bisherigen 17 Vorrundenpartien zum Einsatz.

Tobias Bräu (22 Jahre, TSV Kareth-Lappersdorf): 16 Tore

Tobias Bräu trifft für den TSV Kareth-Lappersdorf. Foto: Brüssel
Tobias Bräu trifft für den TSV Kareth-Lappersdorf. Foto: Brüssel

„Es ist in erste Linie ein Verdienst der gesamten Mannschaft. Meine Mitspieler kennen mich sehr gut und setzen mich Szene. Da fällt das Tore schießen auch leichter“, verweist Tobias Bräu auf die kollektive Leistung seines TSV Kareth-Lappersdorf. Ein konkretes Erfolgsrezept für seine anhaltend starken Leistungen, die zu bislang 16 Toren führten, hat der quirlige Angreifer aber nicht. Zugute komme ihm sicher, dass er als Stürmer momentan ein gewisses Selbstbewusstsein habe, meint er. Sein Trainer Sepp Schuderer erwartet derweil noch Großes von seinem Schützling: „Er ist ein Riesentalent. Man weiß nie was er tut, er ist absolut unberechenbar. Er hat so viele Fähigkeiten, die ich von einem Stürmer noch nicht oft gesehen habe. Es wundert mich sogar, dass nur Mannschaften aus der Landes- und Bayernliga ihr Interesse an ihm bekunden, wenn wir hier einen Regionalligaverein direkt vor der Tür haben.“ Bräu selbst sieht den Rummel um seine Person aber gelassen: „Ich bin aus Roding und es haben schon einige Vereine angefragt, die näher an meiner Heimat wären als Kareth. Das interessiert mich aber im Moment nicht, das bringt einen nur aus dem Konzept.“

Ismail Morina (25 Jahre, 1. FC Bad Kötzting): 15 Tore

Ismail Morina (links) spielt beim 1. FC Bad Kötzting. Foto: Tschannerl
Ismail Morina (links) spielt beim 1. FC Bad Kötzting. Foto: Tschannerl

„Ich bin ja auch dafür da, die Tore zu machen, das ist meine Aufgabe“, sagt Ismail Morina. Der Stürmer des 1. FC Bad Kötzting hat in der Vorrunde 15 Mal getroffen. „Es hätten schon noch ein paar mehr sein können, aber ich bin ganz zufrieden“, meint er. Sein Erfolgsrezept, um als Stürmer erfolgreich zu sein, lautet übrigens so: „Immer weiter arbeiten, immer weiter, dann kommen mit der Zeit auch die Tore.“ Vergangene Saison kickte Morina noch beim TSV Bogen in der Bayernliga. Da lief es nicht so gut. Er musste meist auf dem Flügel spielen, kam insgesamt nur auf vier Treffer. In Kötzting wird er wieder im Zentrum eingesetzt. Und als Mittelstürmer sind Tore von ihm gefragt, das weiß Morina: „Klar wäre ich froh, wenn es in der Rückrunde noch einmal 15 Tore werden. Das wichtigste Ziel ist aber der Aufstieg mit Kötzting, das alleine zählt.“ Deswegen will er auch nicht zu weit in die Zukunft blicken. Wie jeder Fußballer habe er den Anspruch, so hoch wie möglich zu spielen, erzählt er. Mit Kötzting fühle er sich derzeit in der Landesliga aber sehr wohl, das passe wunderbar. Alles andere lasse er einfach auf sich zukommen.

Kamil Hein (23 Jahre, SV Fortuna Regensburg): 13 Tore

Kamil Hein stürmt für die SV Fortuna Regensburg. Foto: Brüssel
Kamil Hein stürmt für die SV Fortuna Regensburg. Foto: Brüssel

„Bei uns läuft es im Moment einfach allgemein sehr gut“, begründet Kamil Hein seinen aktuellen Lauf, mit dem er maßgeblichen Anteil am Erfolg seiner Fortuna hat. Auf die Frage nach seinen Stärken antwortet der torhungrige 23 Jährige verlegen: „Na ja, ich bin ja kein Mittelstürmer. Ich komme über außen und versuche mit meiner Schnelligkeit natürlich immer der Mannschaft zu helfen und ein Tor zu erzielen oder auch eine Vorlage zu geben. Dass die Mannschaft drei Punkte einfährt ist letztlich viel wichtiger, als dass ich ein Tor erziele.“ Am Freitagabend trifft Hein mit der Fortuna auf den TSV Kareth-Lappersdorf und will seine Ausbeute dort weiter verbessern: „Ein Derby ist etwas Besonderes. Ich hoffe, ich kann meiner Mannschaft mit einem Treffer helfen.“

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