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Eishockey

Die Löwenjagd beginnt

Der ERSC Amberg gehört in der Landesliga zum engeren Favoritenkreis. Doch aufsteigen können dieses Jahr nur zwei Teams.

Die Generalprobe gewann der ERSC Amberg (in Weiß) gegen den EHC Regensburg mit 10:2. Foto: Andreas Brückmann
Die Generalprobe gewann der ERSC Amberg (in Weiß) gegen den EHC Regensburg mit 10:2. Foto: Andreas Brückmann

Amberg.Mit der Partie des EHC Bayreuth gegen die Haßfurt Hawks begann am vergangenen Wochenende die Saison der Eishockey-Landesliga. Der ERSC Amberg greift am kommenden Samstag erstmals ins Geschehen ein. Nicht nur wegen der zwei Hauptrunden-Meisterschaften in den vergangenen beiden Jahren gehören die Wild Lions zum engeren Favoritenkreis.

„Wir werden vom ersten Spieltag an die Gejagten sein“, sagt Chris Spanger, der sportliche Leiter des ERSC. Er glaubt, dass die Konkurrenz die Löwen gerne in diese Rolle drängen will. Allerdings ist es auch der Anspruch von Trainer, Team und Verantwortlichen am Schanzl, endlich den Sprung in die Bayernliga zu schaffen. Auch die stetig wachsende Fangemeinde der Löwen hofft darauf.

Hindernisse in der Hauptrunde

Der Weg zu diesem Ziel wird steinig, denn bereits in einer sehr ausgeglichenen Hauptrundengruppe stehen genügend Hindernisse. Zum Beispiel der EHC Bayreuth: Die Mannschaft kann mit einem routinierten Trainer und einem erfahrenen Team überraschen. Der Aufsteiger kann für jeden Gegner zum Stolperstein werden. Coach Vaclav Drobny hat knapp ein Dutzend Spieler „Ü30“, zumeist mit Erfahrung aus höheren Ligen in seinem Kader. Dazu kamen noch weitere gezielte Verstärkungen.

Gegen EC Bad Kissingen setzte sich Amberg mit 5:3 durch. Foto: abm
Gegen EC Bad Kissingen setzte sich Amberg mit 5:3 durch. Foto: abm

Auch die Isar Rats des EV Dingolfing sind durchaus ein Kandidat für die Aufstiegsrunde, obwohl sie in den vergangenen Jahren unter ihren Möglichkeiten blieben. Mit dem Ex-Straubinger Bill Trew als Trainer und einigen Neuzugängen aus Passau geht der EVD verstärkt in die neue Saison.

Anders sieht es bei den Black Bears des SE Freising aus. Sie müssen den Abgang langjähriger Leistungsträger verkraften. Keine leichte Aufgabe für Coach Markus Knallinger, der im Angriff auf die Treffsicherheit von Christian Birk und Robert Vavroch vertrauen muss.

Auch der ESC Haßfurt muss auf einen absoluten Leistungsträger verzichten. Das „Jahr eins“ nach Jakub Sramek dürfte kein leichtes werden. Der ehemalige Top-Torjäger wird gleichwertig nicht zu ersetzen sein. Ex-Coach Martin Reichert wirkt nun im Management, aber auch Nachfolger Volker Hartmann setzt auf die Kontingentspielerfraktion.

Einer der Favoriten in der Gruppe ist der EV Moosburg. Coach Bernie Engelbrecht blieben sämtliche Leistungsträger erhalten und er hat mit den beiden Ex-Landshutern Peter Abstreiter und Miroslav Horava sogar noch zwei überragende Neuzugänge zur Verfügung – ein potenzieller Stolperstein für die Amberger.

Auch der Bayernliga-Absteiger EV Pegnitz möchte natürlich wieder zurück nach oben. Die Neumann-Brüder aus Schönheide sollen dem Team von Josef Hefner mehr Stabilität verleihen. Nach vier Jahren Abstinenz verspricht das Nachbarschaftsderby mit dem ERSC um die Weihnachtsfeiertage großes Zuschauerinteresse.

Die 1b-Mannschaft des VER Selb spielte in den vergangenen Jahren fast immer gegen den Abstieg. Doch der Oberliga-Unterbau schaffte am Ende immer wieder den Klassenerhalt. Das Selber „Junior-Team“ zu unterschätzen kann ins Auge gehen. Amberg hat das bei der 0:1-Niederlage im Vorjahr selbst erfahren.

Modus und Termine

  • Der Modus Hauptrunden:

    2 Landesliga-Gruppen mit je 11 Teams in einer Einfachrunde mit Hin- und Rückspiel (5.10.19 – 5.1.20). Jeweils die ersten vier Plätze beider Gruppen spielen in einer 8er-Gruppe in der Aufstiegsrunde (Hin-/Rückspiele, 10.1. – 1.3.20). Platz 1-4 dieser Runde spielen in Play-Offs (Best of 3); Erster gegen Vierter, Zweiter gegen Dritter (6. – 13.3.20). Die jeweiligen Sieger sind sportliche Aufsteiger in die Bayernliga. Der Landesligameister wird in Play-Offs (Best of 3) durch die beiden Halbfinalsieger ermittelt (13. – 22.3.20). Erstes Heimrecht hat der in der Aufstiegsrunde Besserplatzierte. Die Ränge 5-11 der Hauptrunde spielen gruppenintern in einer Einfachrunde (10.1. – 1.3.20) je einen sportlichen Absteiger aus. (apg)

  • Hauptrunde, Landesliga Gruppe 1:

    12.10., 17.30 Uhr: Bayreuth – ERSC
    13.10., 17.15 Uhr: Moosburg – ERSC; 18.10., 20 Uhr: ERSC – Waldkirchen; 20.10., 18.30 Uhr: ERSC – Bayreuth; 27.10., 18.30 Uhr: ERSC – Freising; 1.11., 20 Uhr: ERSC – Dingolfing; 3.11., 17.30 Uhr: Trostberg – ERSC; 8.11., 19.30 Uhr: Haßfurt — ERSC; 15.11., 20 Uhr: ERSC – Vilshofen; 24.11., 18 Uhr: Dingolfing – ERSC; 29.11., 20 Uhr: ERSC – Moosburg; 1.12., 18 Uhr: Freising – ERSC;
    6.12., 19.30: Waldkirchen – ERSC; 13.12., 20 Uhr: ERSC – Selb 1b; 15.12., 18 Uhr: Selb1b – ERSC; 20.12., 20 Uhr: ERSC – Haßfurt; 22.12., 17.30 Uhr: Pegnitz – ERSC; 26.12., 18.30 Uhr: ERSC – Pegnitz; 29.12., 18.30 Uhr: ERSC – Trostberg; 5.1.2020, 17.15 Uhr: Vilshofen – ERSC

Auch der TSV Trostberg will vorrangig die Klasse erhalten. Vor allem der Verlust von Top-Scorer Wayne Grapentine (nach Passau) dürfte für die „Chiefs„ kaum zu kompensieren sein.

Stürmer Robert Suchomski steht beim ESC Vilshofen nun als Coach an der Bande, muss aber eine ganze Reihe ausgeschiedener Leistungsträger ersetzen. Den starken Neuzugängen Roman Nemecek und Miroslav Vitovec kommt daher eine zentrale Aufgabe in Abwehr und Spielaufbau zu.

Nach der verpassten Qualifikation im Vorjahr wollen die Crocodiles des ESV Waldkirchen diesmal in die Aufstiegsrunde. Ex-Goalie Roman Kondelik baut als Coach vor allem auf die tschechische Fraktion um den herausragenden Torjäger Vladimir Skoda.

Mehr Ausländer erlaubt

Das von vier Vereinen untergrabene „Gentlemen Agreement“, wie es der ehemalige BEV-Funktionär und Sportkommentator Marc Hindelang bezeichnete, das als Ergebnis einen unbegrenzten Einsatz von EU-Spielern ermöglicht, öffnet die Türen für die eine oder andere Transferüberraschung in der Liga.

Die Amberger Wild Lions halten da aber die Füße still: „Dan Heilman hat Vertrauen in den bestehenden Kader. Unser Coach sieht das Team sehr gut aufgestellt. Wir müssen sehen, wie sich die Saison bis Dezember entwickelt, vor allem auch in Hinsicht auf Verletzungen“, sagt Spanger. Der ERSC geht mit einem stark verjüngten Team in die Punkterunde, aber bereits die Vorbereitungsspiele haben gezeigt, dass großes Potenzial vorhanden ist.

Für eine wichtige Veränderung hat die Aufhebung der EU-Beschränkung in der Landesliga aber auf jeden Fall schon gesorgt: Es können nur zwei Landesligisten in die Bayernliga aufsteigen, anstelle von zuletzt sechs möglichen. Der Verband strich die in den vergangenen Jahren so beliebte Verzahnungsrunde von Bayernliga und Landesliga. Ab- und Aufsteiger werden in beiden Ligen nun getrennt voneinander ermittelt – was die Angelegenheit für Amberg schwer macht. (apg)

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