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Fußball

DJK darf wieder frei aufspielen

Würzburg kann in Gebenbach dazu beitragen, dass dies eine Partie für höhere Ansprüche wird – die Hausherren sind bereit.
Von Jeff Fichtner

Dominik Haller zieht durch – hier im Heimspiel gegen den 1. FC Sand, das die DJK Gebenbach mit 4:2 (1:2) gewonnen hat. Foto: Jeff Fichtner
Dominik Haller zieht durch – hier im Heimspiel gegen den 1. FC Sand, das die DJK Gebenbach mit 4:2 (1:2) gewonnen hat. Foto: Jeff Fichtner

Gebenbach.Es ist angerichtet für ein hochklassiges Fußballspiel in der Arena am Urspringer Weg am Samstag ab 16 Uhr. Hochklassig – wie geht das denn, wenn der Zehnte der Bayernliga Nord den Elften empfängt? Gastgeber DJK will seine Antwort liefern, damit die Zuschauer voll auf ihre Kosten kommen. Und die Gäste vom Würzburger FV schauen auch nicht nur mal so vorbei, aus Reiselust.

Die Liga ist vollgepackt mit Mannschaften, die viel zu bieten haben. Hier kann fast jeder fast jeden schlagen. Abgesetzt haben sich nur die ersten Drei, quasi eine „Liga in der Liga“. Gebenbachs Coach Faruk Maloku sagt ganz klar, dass er es dem SV Seligenporten, dem SC Eltersdorf und der DJK Vilzing zutraut, auch in der Endabrechnung 2020 die Nase mit vorn zu haben.

Wieso dann diese große Vorfreude gerade auch beim Trainer des Tabellenzehnten auf einen tollen Fußballnachmittag hier in Gebenbach? Weil Fußball mehr ist als Erwartungen, sicher mehr als Wünsche und am Ende viel mehr als Rechenspiele. Fußball ist Leidenschaft, ist Spielkunst, ist die pure Lust am Sport. Die hat in Gebenbach niemand, absolut niemand, auch nur andeutungsweise verloren, sagt der Cheftrainer der Mittelbayerischen.

Besinnung auf eine bessere Defensive

Warum auch. Zwischen Platz 4 und Platz 12 etwa, zwischen Großbardorf und Hof, da klaffen keine tiefen Gräben, da sind die Teams nahe beieinander, auf Augenhöhe. Rein gar nichts ist hier weit vor der Zeit entschieden, und auch die Mannschaften am Tabellenende haben überhaupt keinen Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. Tun sie auch nicht, denn das hätte eben nichts mehr zu tun mit Leidenschaft, mit Spielkunst, mit Lust am Sport.

Dumm gefragt, dafür klug pariert: „Wegweisend ist für uns jedes Spiel“, korrigiert Maloku. Wer ihn auch nur ein bisschen kennt, mag sich das feine Lächeln des Coaches vorstellen. Nach dem „irren“ 4:5 bei Eintracht Bamberg gibt der Übungsleiter als Nahziel die stärkere Besinnung auf die Defensive vor. Da darf es dann schon mal ein wenig Rechnerei sein: Hätte die DJK zuletzt keine fünf Tore kassiert, hätten die selbst erzielten vier Treffer womöglich mehr echte Wirkung erzielt.

Eine gute Mischung

  • Nachwuchs:

    Gebenbach sorgt sich wenig um die fußballerische Zukunft. Spieler wie Patrick Hofmann (18) oder Fabio Pirner (18), um nur zwei zu nennen, sieht Trainer Faruk Maloku am Beginn einer großen Karriere.

  • Fundament:

    Aktivposten sind bei der DJK Gebenbach auch in der neuen Saison nach wie vor solche gestandenen Fußballer wie etwa Julian Ceesay (29), Oliver Gorgiev (38), Kai Hempel (32) oder Timo Kohler (29). (nff)

Maloku sieht starken Zusammenhalt

Leidenschaft? Na sicher! Es braucht aber auch Geduld, weiß Maloku, um pro Halbzeit „eine bis drei gute Chancen“ zu ermöglichen. Doch: „Die Situation ist viel klarer geworden, wir müssen uns nicht mehr beweisen, auch Niederlagen sind erlaubt.“ Sagt Maloku, rechnet aber wohl nicht direkt damit. Gebenbach könne unbekümmert und befreit aufspielen. Keiner erwarte inzwischen noch Wunderdinge von seiner Mannschaft. Schon ein weiterer Sieg könne das Wohlbefinden bei den Akteuren, im Verein insgesamt und bei den Fans entscheidend steigern.

„Alles zwischen Platz 5 und 8 wäre ein Erfolg“, betont der Coach, und: „Die Jungs geben alles, und zwar alle, auch im Training, und der Zusammenhalt ist hier enorm stark.“ Seine Spieler seien, bei aller Athletik und trotz der stets auch notwendigen Aggressivität, „sehr feinfühlig“. Da hilft die neue Situation, nach Platz 2 und der Relegation, auch beim Durchwechseln: „Jetzt bekommen viele der bisher selten aufgestellten Spieler Einsatzzeiten, die neue, jüngere Generation ist mit am Zug.“

Die dritte Spielzeit ist die schwerste

Im Kollektiv sieht Faruk Maloku die wichtigste Stärke. Die gemeinsame Arbeit für den Erfolg schweiße die DJK zusammen. Krise? Welche denn, bitteschön? „Was jetzt passiert ist, hätten Fachleute schon in der normal schwierigen zweiten Saison nach einem Aufstieg erwartet.“ Hohe Klasse – die ist allemal wieder drin bei der DJK. Man schaue nur in die Gesichter, wenn die Spieler einlaufen. Nach Mutlosen wurde da schon gefahndet: ergebnislos.

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