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Fussball

Ein Vorbild für die Youngster

Oliver Gorgiev ist trotz seiner 38 Jahre noch dynamisch. Solange er dem Team noch helfen kann, spielt der Gebenbacher weiter.
Von Pascal Edenhart

Oliver Gorgiev fühlt sich wohl bei der DJK Gebenbach und kann sich gut vorstellen, noch länger für die DJK zu spielen. Foto: Andreas Brückmann
Oliver Gorgiev fühlt sich wohl bei der DJK Gebenbach und kann sich gut vorstellen, noch länger für die DJK zu spielen. Foto: Andreas Brückmann

Amberg.Oliver Gorgiev hat in seiner Karriere viel erlebt. Aufstiege, Abstiege und sogar Einsätze für die mazedonische U-21-Nationalmannschaft stehen in der Vita des 38-Jährigen. Als Claudio Pizarro der Bayernliga sorgt er trotz seines hohen Fußballeralters noch immer für Furore und ist aus der Hintermannschaft der DJK Gebenbach nicht wegzudenken.

Ans Aufhören denkt der gebürtige Nürnberger aber noch lange nicht. „Solange ich Spaß am Fußball habe und der Mannschaft helfen kann, spiele ich auf jeden Fall weiter“, so Gorgiev. Bei einem möglichen Aufstieg der DJK traue er sich auch die Regionalliga noch einmal zu.

Sein Trainer Faruk Maloku beschreibt ihn als „tollen Menschen“ und „Vorbild“ für seine jungen Mitspieler. „Er lebt die Tugenden auf und neben dem Platz und geht in den Spielen voran“, sagt der Coach. „Dazu bringt er auch einfach eine unglaubliche Qualität mit.“ Momentan ist der 38-Jährige vor allem auf der rechten Abwehrseite zu Hause, doch das war nicht immer so. „Früher habe ich oft im zentralen Mittelfeld oder auch als Linksverteidiger gespielt“, erklärt der Akteur. „Wenn man eine gute fußballerische Ausbildung hatte, kann man auf sehr viele Positionen eingesetzt werden.“

Keine Konflikte mit Privatleben

Gorgiev wohnt noch immer in seiner Heimatstadt Nürnberg und betreibt in Erlangen eine Bar. Konflikte mit privaten Verpflichtungen aufgrund des damit verbundenen Aufwands gab es seinen Angaben nach jedoch nie. „Meine Frau hat mich so kennengelernt, weshalb sie das gewohnt ist“, sagt Oliver Gorgiev. „Letzten Endes ist es alles eine Sache von gutem Zeitmanagement.“

Auch in Zukunft wird sich für ihn daran womöglich wenig ändern, denn ein Leben ohne Fußball kann sich der ehemalige mazedonische Staatsbürger nicht vorstellen. „Wenn sich die Möglichkeit ergibt, möchte ich irgendwann als Trainer oder im Bereich Scouting einsteigen“, so Gorgiev.

Gorgievs Vita

  • Laufbahn:

    Über seine komplette Laufbahn hinweg pendelte der Routinier regelmäßig zwischen Bayernliga und Regionalliga und gehörte in aller Regel zum Stammpersonal. Vor seinem Wechsel zu Gebenbach in der Saison 16/17 trug er für einige Jahre das Trikot des Nachbarn FC Amberg, mit dem er den Aufstieg in die vierthöchste Spielklasse feiern durfte.

  • Ausbildung:

    Diese genoss Gorgiev beim Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth. Von der C-Jugend an durchlief er dort sämtliche Jugendmannschaften bis hin zu den Amateuren, ehe er den Weg über Franken und Baden-Württemberg in die Oberpfalz fand.

Schon jetzt nimmt er so etwas wie die Rolle des „verlängerten Arms des Trainers“ ein. „Ich versuche, viel mit den jüngeren Spielern zu sprechen und ihnen etwas mitzugeben“, sagt der 38-Jährige. Mit Coach Maloku pflege er ein „offenes Verhältnis“, in dem beide „viel voneinander lernen“.

Die Zauberformel für eine lange Karriere kennt Oliver Gorgiev seiner Aussage nach nicht. „Ich denke, es sind mehrere Faktoren, die da zusammenspielen“, so der Abwehrspieler. „Man sollte sich zwar immer professionell vorbereiten, doch verletzungsfrei bleibt man leider nie komplett. Ich hatte eben auch das Glück und die Disziplin, immer stark zurückzukommen.“ Faruk Maloku ist nach eigener Aussage allen voran von seiner Dynamik überzeugt, die ihn eher „an einen 28-Jährigen“ erinnert.

Die Veränderungen im Amateurfußball über die letzten Dekaden sieht Gorgiev überwiegend positiv. Durch moderne Instrumente, wie Videoanalyse oder andere Trainingsmethoden, steige seiner Meinung nach die Qualität in den Ligen. „Das Spiel wird einfach schneller und professioneller“, erklärt der Routinier. „Heutzutage sind wir eigentlich schon Halbprofis.“

Flachere Hierarchie im Team

Auch das Mannschaftsgefüge habe sich mit der Zeit hin zu einer flacheren Hierarchie entwickelt. „Als ich aus der Jugend kam, war es anfangs teilweise schon krass“, erinnert sich der Gebenbacher. „Da musste man sich über lange Zeit den Respekt erarbeiten, bevor man akzeptiert wurde. Heute redet man ganz anders miteinander und der Umgang ist dennoch respektvoll.“

Dass es für ihn vielleicht sogar bis in den Profibereich hätten gehen können, möchte Oliver Gorgiev nicht ausschließen. „Am Ende weiß man nie, was alles möglich gewesen wäre, wenn man an einer Stelle anders gehandelt hätte, aber dennoch sage ich ganz ehrlich, dass ich in dieser Hinsicht nichts bereue.“

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