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Erfolg

ERSC Amberg steht in Play-offs

Die Wild Lions punkten beim Spitzenreiter Buchloe. Gegen die Donau Devils Ulm fällt die Entscheidung im Schlussdrittel.
Von Günter Passler

Mit 5:3 gewinnt der ERSC Amberg (hier Daniel Vlach) gegen Ulm.  Foto: Andreas Brückmann
Mit 5:3 gewinnt der ERSC Amberg (hier Daniel Vlach) gegen Ulm. Foto: Andreas Brückmann

Amberg.Der ERSC Amberg holt in einem aufregenden Eishockey-Krimi beim Tabellenführer in Buchloe einen Punkt, der noch wichtig werden könnte. Die Löwen führten zwischendurch sogar mit zwei Treffern, hätten gewinnen, aber durchaus auch völlig leer ausgehen können. In der 3. Minute der Verlängerung holen sich die „Pirates“ den Zusatzzähler und sind als erstes Team der Bayernliga-Aufstiegsrunde für die Play-offs qualifiziert.

Die Trainer beider Teams hatten es hinterher nicht einfach, die fast 63 Spielminuten zu beurteilen: „Das ist schwierig einzuordnen. Wir haben nach unserer frühen Führung die Zuordnung verloren und Amberg gewann die meisten Zweikämpfe, war fast immer einen Schritt schneller. Im letzten Drittel haben wir uns zurückgekämpft, waren klar überlegen und hätten uns die Verlängerung eigentlich ersparen können“, meinte Pirates-Coach Christopher Lerchner. Sein Amberger Gegenüber, Dan Heilman, war mit seinem Team zufrieden und hatte auch eine Begründung, warum Buchloe gegen Ende des 2. Drittels mehr Zugriff bekam: „Die Strafzeiten mit teilweise zwei Mann weniger auf dem Eis haben uns sehr viel Kraft gekostet. Ich bin aber zufrieden mit dem einen Punkt, den unser Goalie Carsten Metz gerettet hat. Ein Unentschieden nach der regulären Spielzeit hätten wir vor der Partie sofort unterschrieben“.

Zwei verschiedene Partien

In der Tat bekamen die Zuschauer zwei verschiedene Partien vorgesetzt. Den Anfang bestimmten die Wild Lions, die sich von der 1:0-Führung durch einen Überzahltreffer von Timo Hauck nicht beeindrucken ließen. Amberg attackierte konsequent und brachte mit seinem Spiel in die Tiefe die Pirates immer wieder in Schwierigkeiten. Der verdiente Ausgleich des ERSC resultierte ebenfalls aus einem Powerplay durch einen Nachschuss von Sebastian Aukofer. Auch im Mittelabschnitt machten die Löwen den besseren Eindruck. Bei deren Führung war die Buchloer Hintermannschaft nicht unbeteiligt. Zunächst sprintete Daniel Vlach in einen Fehlpass der Pirates und verlud anschließend ESV-Torhüter Johannes Wiedemann. Nur 58 Sekunden später setzte Felix Köbele nach und traf ins obere Toreck. 3:1 für den ERSC und zu diesem Zeitpunkt ging das auch in Ordnung. Ein Schlagschuss von Timo Rauskolb sollte die Gastgeber aber wieder heranbringen.

Starker Rückhalt – ERSC Goalie Oliver Engmann Foto: Andreas Brückmann
Starker Rückhalt – ERSC Goalie Oliver Engmann Foto: Andreas Brückmann

Gegen Ende des Drittels folgten dann die von Dan Heilman angesprochenen Strafzeiten, aber – teilweise in doppelter Unterzahl – überstand Amberg diese Phase bis zum Pausenpfiff. Doch auch zu Beginn des Schlussabschnitts waren die Löwen erneut ein Mann weniger auf dem Eis. Der ERSC verteidigte zunächst erfolgreich, aber das 3:3 durch Michal Petrak, sieben Sekunden nachdem Amberg wieder komplett spielte, entstand sicherlich als Nachlauf zur Strafzeit. In der Folge setzte Buchloe die Löwen schwer unter Druck, wollte die Entscheidung in der regulären Spielzeit. Entlastungsangriffe für Amberg wurden seltener und dann deutete knapp drei Minuten vor dem Ende alles auf eine Vorentscheidung für die Gastgeber hin.

Buchloe erhielt einen Penalty zugesprochen. Der Topscorer der Pirates, Alexander Krafczyk, scheiterte jedoch an Carsten Metz, der den Puck an den Pfosten lenken konnte. Mit einer weiteren Glanzparade, 40 Sekunden vor Schluss, rettete der ERSC-Goalie sein Team endgültig in die Verlängerung. „In der Overtime mit Drei-gegen-Drei auf dem Eis ist das oft eine Glücksache“, beschrieb Dan Heilman die Jagd nach dem Zusatzpunkt – und dem war auch so: Löwenstürmer Martin Brabec traf nur die Querlatte des ESV-Tores, praktisch im Gegenzug vollendete Krafczyk zum 4:3 für die Pirates.

Nur zwei Tage später, am Sonntagabend, gelang auch dem ERSC Amberg der Sprung in die Aufstiegs-Playoffs zur Eishockey-Bayernliga. Die Wild Lions besiegten die starken Donau Devils Ulm, und gleichzeitig patzte die Konkurrenz aus Moosburg und Haßfurt. Am Ende gab der Kampfgeist der Amberger den Ausschlag und das Schlussdrittel sollte die Entscheidung für die Löwen bringen.

„Es war unser Problem, dass wir nicht nachlegen konnten, wie gewohnt“, erkannte Gäste-Coach Robert Linke die Fehler in seinem Team, das Mitte des zweiten Drittels mit 3:1 in Amberg führte. Löwen-Trainer Dan Heilman war trotz des Rückstandes zuversichtlich, vor allem, weil seine Jungs den Löwen-Kampfgeist auspackten. „Nur durch den Kampf konnten wir zurückkommen und das hat meine Mannschaft überragend gemacht“, so der Lions-Coach.

Mit 1:0 war seine Mannschaft durch Andreas Hampl in Führung gegangen. Der Ausgleich ließ jedoch nicht lange auf sich warten und war in Überzahl herausragend vorbereitet, und durch Joshua Eckmann eiskalt vollendet worden. Chancen im Anfangsdrittel hatten beide Teams noch.

Einzelaktion brachte Hoffnung

Der Mittelabschnitt begann verheißungsvoll für den ERSC, aber Felix Köbele traf nur den Pfosten. Das Tempo war hoch, und die Devils nutzten ihre spielerische Überlegenheit. Zunächst traf Michael Simon im Nachschuss zum 1:2, dann wurde Amberg beim 1:3 von Peter Brückner klassisch ausgekontert. Die Chancen für den ERSC sanken rapide und schließlich half erst eine Einzelaktion von Martin Brabec, dass die Löwen mit Hoffnungen in den letzten Spielabschnitt gehen konnten.

Hier wirkte sprichwörtlich das „Löwenherz“ beim ERSC, um die Partie komplett zu drehen, und der Auslöser war das 3:3 durch Dominik Schopper. Der Treffer zeigte Wirkung bei den Gästen, die danach deutlich unter Druck gerieten. Das 4:3 durch Felix Söllner fiel kaum eine Minute später und eröffnete den Löwen weitere Kontermöglichkeiten, weil Ulm nun die Defensive öffnen musste. Eine dieser Brake-Chancen nutzte schließlich Svato Merka für den ERSC. Auch eine zusätzliche Strafzeit gegen Amberg plus einem weiteren Feldspieler zugunsten des Torhüters brachten die Devils nicht zurück ins Spiel und der 5:3-Sieg der Löwen war gesichert. (apg)

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