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Interview

„In der Gruppe ist man viel motivierter“

Benedikt Huber, ambitionierter Läufer der LG Telis Finanz, gibt Hobbyläufern vor Ambergs Firmenlauf wertvolle Tipps.
Von Sven Hindl

Die Bestzeit von Benedikt Huber liegt bei 1:46,31 Minuten über 800 Meter. Foto: Jan Huebner
Die Bestzeit von Benedikt Huber liegt bei 1:46,31 Minuten über 800 Meter. Foto: Jan Huebner

Amberg.Sie haben schon als Jugendlicher zum Laufen gefunden. Was hat Sie damals, ganz zu Beginn, motiviert, am Ball zu bleiben?

Ich glaube, ich war in der 3. Klasse, als ich das erste Mal an einem Wettkampf teilnahm. Es war beim Alzauenlauf in Trostberg und ich weiß noch, dass ich ziemlich weit hinten war. Aber genau das hat mich motiviert. Ich wollte besser werden und bin deshalb dann öfters zum Laufen gegangen.

Als Leistungssportler ist man es gewohnt, regelmäßig zu trainieren. Was viele vielleicht nicht wissen: Auch als Spitzenläufer sind Sie berufstätig. Wie bringt man Bewegung und Arbeit unter einen Hut?

Das stimmt, ich arbeite bei BSH in Traunreut. Dort habe ich das Glück, dass ich auch in Teilzeit arbeiten kann. Aktuell habe ich eine 26-Stunden-Woche. Noch dazu haben wir Gleitzeit. Ich kann also theoretisch kommen und gehen, wann ich will. Ich muss halt meine Themen abarbeiten und an ein paar Pflichtterminen teilnehmen. Die restlichen Termine kann ich mir entsprechend legen, so dass sie mit meinem Trainingsplan zusammenpassen. Meistens ist es so, dass ich vor der Arbeit die erste Einheit mache und dann die zweite Einheit am Abend. Es ist dabei schon wichtig, dass ich meinen Tag im Vorfeld durchplane. Ich überlege mir in der Frühe immer genau, wann ich was mache, so dass ich alles Geplante an dem Tag schaffe.

In einer Individualsportart liegt es in der Natur der Sache, dass man viel allein unterwegs ist. Bei Ihrem aktuellen Verein, der LG Telis Finanz Regensburg, trainieren Sie zumindest gelegentlich in der Gruppe. Was ist anders – im Vergleich zum Training alleine?

Man ist einfach viel motivierter, wenn man in der Gruppe trainiert. Bei einer lockeren Einheit kann man sich gut unterhalten, und die Zeit vergeht wie im Flug. Und wenn es eine harte Einheit ist, dann leidet man zusammen, pusht sich gegenseitig und schafft das Training so auch viel leichter.

Beim Firmenlauf geht es nicht um Geschwindigkeit, sondern um das Dabeisein, die Gemeinschaft, darum, einen schönen Abend zu erleben. Wie oft hat man als Mittelstreckenläufer die Chance, die Jagd nach Rekordzeiten auch mal hinten anzustellen und einen Lauf zu genießen?

Im Sommer eigentlich fast nie, da ich dort viel auf Wettkämpfen unterwegs bin. Aber im Herbst oder im Frühling, da nehme ich schon gerne an Volksläufen teil, da geht es mir dann auch um nichts. Es ist einfach eine schöne Abwechslung zum täglichen Training und macht richtig viel Spaß.

Würden Sie eine Firma zum Firmenlauf begleiten, welche drei Tipps würden Sie den Mitarbeitern mit auf den Weg geben?

Wer motiviert ist, sollte es am Anfang nicht mit dem Training übertreiben. Das geht vielleicht ein bis zwei Wochen gut, aber dann schleichen sich auch schon erste Verletzungen ein. Wer bis jetzt nicht gelaufen ist, der sollte am Anfang auch nicht öfter als zwei Mal die Woche laufen gehen. Den Firmenlauf nicht mit einem bestimmten Zeit-Ziel zu bestreiten, sondern einfach nur als gemeinsamen Lauf sehen.

Der feine Unterschied

  • Spaß:

    Ein Firmenlauf bringt Gruppen, Unternehmen und Institutionen in Bewegung. Vom Azubi über den Chef bis hin zum Rentner – die 4,7 Kilometer kann jeder schaffen. Dabei spielt das Tempo keine Rolle. „Essen, trinken, feiern und netzwerken“ stehen wie eine Aufforderung zum Team-Erlebnis am Plakat der Veranstaltung.

  • Leistungssport:

    Etwas anders sieht es aus, wenn Benedikt Huber die Laufschuhe schnürt. Die Bestzeit des Spitzensportlers liegt bei 1:46,31 Minuten über 800 Meter. Im letzten Jahr holte er sich den dritten deutschen Meistertitel über die 800 m. Zweimal war er schon bei Leichtathletik-Europameisterschaften am Start.

Vielleicht wäre es sogar schön, wenn das gesamte Team zusammen die Strecke durchläuft? Bewegung ist gesund und der Firmenlauf ist vielleicht eine Motivation, um mit dem Laufen zu beginnen. Aber wichtig dabei ist, dass man das auch regelmäßig tut und nicht nach dem Firmenlauf wieder aufhört. Lieber ein bis zwei Einheiten in der Woche und das kontinuierlich, als jetzt vier Einheiten in der Woche und nach dem Firmenlauf wieder aufhören.

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