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In der Verlängerung zum Sieg

ERSC-Löwen erkämpfen sich gegen Buchloe die Chance auf ein Entscheidungsspiel. In der ersten Partie unterlag Amberg mit 1:3.
Von Günter Passler

Der ERSC Amberg setzte sich im zweiten Playoff-Spiel gegen den ESV Bucloe durch.  Foto: Andreas Brückmann
Der ERSC Amberg setzte sich im zweiten Playoff-Spiel gegen den ESV Bucloe durch. Foto: Andreas Brückmann

(apg) Amberg.Der ERSC Amberg bleibt im Aufstiegs-Geschäft. Am Sonntagabend besiegten die Wild Lions vor mehr als 1300 Zuschauern den ESV Buchloe mit 5:4 in der Verlängerung. Felix Köbele erzielte das goldene Tor, mit dem Amberg die Playoff-Serie ausgleichen konnte. Das entscheidende Spiel um den Bayernliga-Aufstieg findet nun am Freitag in Buchloe statt.

Die Partie am Sonntag entwickelte sich zu einem echten Krimi, obwohl es anfangs nicht danach aussah. Amberg zunächst mit mehr Offensivaktionen kam dann auch noch in den Vorteil eines Überzahlspieles, aber in Führung gingen die Gäste über einen Konter durch Marco Göttle. Nur 30 Sekunden später nutzten die Gastgeber aber doch noch ihr Powerplay zum 1:1 durch Benjamin Frank.

Im weiteren Verlauf kontrollierte aber Buchloe diesen Abschnitt und ging durch Robert Wittmann erneut in Front. Danach brannte es mehrfach vor dem Tor von Oli Engmann, der jedoch einen höheren Rückstand verhinderte. Zwölf Sekunden vor der Pausensirene hätte Martin Brabec in Amberger Unterzahl fast noch den Ausgleich erzielt, scheiterte aber an Gäste-Goalie Johannes Wiedemann. „Wir haben im Anfangsdrittel wieder nicht zu unserem Spiel gefunden und laufen dann zu oft einem Rückstand hinterher“, meinte Löwen-Coach Dan Heilman rückblickend.

Im Mittelabschnitt wurde es dann deutlich besser aus Amberger Sicht, auch wenn die Gäste durch Michal Telesz mit einem abgefälschten Schuss ihren Vorsprung zunächst ausbauten. Die Löwen kamen nun aber über den Kampf ins Spiel und zwangen Buchloe zu Fehlern. „Wir haben im zweiten Drittel vorübergehend völlig den Faden verloren“, kritisierte Pirates-Coach Christopher Lerchner.

Die Partie gedreht

Bei Amberg klappte nun vieles besser und die Löwen drehten binnen sechs Minuten die Partie. Daniel Vlach mit einer Einzelaktion, Svato Merka auf Vorlage von Martin Brabec und erneut Verteidiger Benjamin Frank machten aus einem 1:3 ein 4:3 und das Stadion zum Tollhaus.

Im Schlussdrittel entwickelte sich die Partie zu einem offenen Schlagabtausch, den Amberg anhand der besseren Chancen schon vorzeitig hätte entscheiden können. Brabec – mit großem Laufpensum – und Felix Köbele scheiterten aber. Stattdessen kamen die Pirates durch David Vycichlo zum glücklichen Ausgleich. „Das Tor ärgerte ‚Enge‘ selbst am meisten, aber er machte eine gute Partie und hat einige gefährliche Schüsse entschärft“, sagte Heilman über seinen Torhüter. In der Schlussphase suchten beide Teams die Entscheidung und Sekunden vor der Sirene landete Daniel Vlach im Gästetor – aber nicht der Puck.

So ging es in die Verlängerung, in der sich die Gäste durch eine Strafzeit selbst dezimierten und der ERSC nach einem Spielzug wie am Reißbrett über Vlach und Brabec durch Köbele die Partie entschied.

Ein sehr intensives und enges Spiel eins im Playoff-Duell zwischen den Buchloe Pirates und den Wild Lions des ERSC Amberg war am Freitagabend mit 3:1 an die Gastgeber gegangen. Das Anfangsdrittel war geprägt von Strafzeiten, vornehmlich gegen die Gäste aus der Oberpfalz. Lediglich zu Beginn, als Brabec eine gute Schussgelegenheit hatte, und direkt vor Ende des Drittels kamen die Löwen ihrerseits in den Genuss eines Powerplays. Zwölf Minuten dazwischen aber hatte der ERSC in Unterzahl und mit einer ziemlich kleinlichen Regelauslegung zu kämpfen. Daraus resultierte auch das 1:0 durch John Boger (13.).

Den Mittelabschnitt begann Amberg mit energischen, aber auch glücklosen Angriffen. Da wirkten die Gastgeber effektiver und kamen mit ihrem ersten Powerplay in diesem Drittel zum 2:0 durch Simon Beslic (26.). Der ERSC ließ sich aber nicht entmutigen, gestaltete die Partie völlig offen: „Da waren wir dann wesentlich besser im Spiel“, erinnerte sich Heilman.

Lohn für die Mühe war das 2:1 durch Martin Brabec auf Vorlage von Daniel Vlach (36.). In der Schlussphase vor der Pausensirene häuften sich wieder die Strafzeiten, allerdings beiderseits. Brabec verteidigte seinen Torhüter, der die Maske verloren hatte, wohl zu heftig und bekam zusätzlich eine Zehn-Minuten-Disziplinarstrafe. Die letzte Gelegenheit in diesem Drittel hatte Felix Köbele für die Löwen, scheiterte aber knapp.

Einige Einschussmöglichkeiten

Auch das Schlussdrittel eröffnete der ERSC mit Bemühungen um den Ausgleich. Von einer Reihe Einschussmöglichkeiten hatte Svato Merka die beste, aber nicht das nötige Glück. Wie man es besser macht, zeigte beinahe im Gegenzug Buchloes Topstürmer Michal Petrak mit dem 3:1 – das war der Unterschied und auch die Entscheidung an diesem Abend in einer absolut ausgeglichenen Partie.

Löwen-Coach Dan Heilman kritisierte nach dem zweiten Aufeinandertreffen, dass sein Team anfangs nicht wie gewünscht funktionierte: „Das war wie im Hinspiel, wo wir im ersten Drittel nicht richtig ins Spiel gekommen sind. Im zweiten Abschnitt waren wir ganz stark. Wir hatten das Spiel gedreht und noch einige Chancen für ein 5:3 oder 6:3.“ Es scheine zur Gewohnheit zu werden, dass seine Mannschaft Rückstände aufholen müsse, meinte Heilman: „Aber wir sind sehr oft wieder zurückgekommen.“

Über eine Trainingsmaßnahme zeigte sich Heilman positiv überrascht: „In den letzten Wochen war unser Powerplay nicht so gut, deswegen haben wir mehrfach Vier-gegen-Drei geübt. Das hat dann in der Verlängerung diesmal wunderbar geklappt“, verwies er auf den Treffer durch Felix Köbele.

Die Gedanken gehen nun schon zum Freitag, zum Alles-oder-Nichts-Spiel in Buchloe. Die Planungen laufen auch im Fanbereich, denn viele Löwen-Fans wollen ihr Team zum „Finale“ begleiten. Annähernd 200 hatten sich schon beim ersten Playoff-Spiel auf den Weg gemacht.

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