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Eishockey

Lions haben im Topspiel Pech

Im Topspiel der Aufstiegsrunde unterliegt Amberg gegen Kempten in der Verlängerung. Die Zuschauer sind dennoch begeistert.
Von Günter Passler

Die Spieler des ERSC Amberg (hier in Schwarz Söllner) kämpften gegen Kempten wie die Löwen, wurden dafür aber nicht belohnt.  Foto: Andreas Brückmann
Die Spieler des ERSC Amberg (hier in Schwarz Söllner) kämpften gegen Kempten wie die Löwen, wurden dafür aber nicht belohnt. Foto: Andreas Brückmann

Amberg.Das hatte definitiv schon Bayernligaformat! Rund 850 begeisterte Zuschauer sehen eine Aufholjagd der Amberger Wild Lions, die sich gegen clevere Kemptener nur zum Teil belohnen. In der vierten Minute der Verlängerung sichern sich die Allgäuer den Zusatzpunkt. Zuvor hatte der ERSC einen Drei-Tore-Rückstand egalisiert. Das Topspiel der Aufstiegsrunde zur Eishockey-Bayernliga zwischen den beiden Tabellennachbarn hielt, was man sich im Vorfeld erwartet hatte: Hohes Tempo, viele Torszenen, sehenswerte Treffer und zum Ende hin pure Dramatik.

Beide Trainer standen mit ihren Statements kurz nach Spielende noch unter dem Eindruck einer hochspannenden Begegnung: „Amberg hat sehr viel Druck ausgeübt, die haben eine hervorragend besetzte Truppe. Jeder hätte heute den Sieg verdient gehabt, aber am Ende waren wir die Glücklicheren“, meinte ESC-Coach Carsten Gosdeck. Sein Amberger Gegenüber, Dan Heilman, schwankte zwischen Frust und Freude: „Mit der Leistung unserer Jungs bin ich sehr zufrieden und stolz darauf, wie das Team immer wieder zurückgekommen ist. Wir hätten das Spiel in der regulären Spielzeit für uns entscheiden müssen. In der Overtime ist das dann häufig reine Glückssache.“ Mit dem einen Punkt könne man aber dennoch leben, gestand Heilman.

Gästestürmer Vaitl überragt

Die Gäste zauberten am Spieltag noch einen weiteren Neuzugang aus dem Hut: Ahren Spylo, ehemaliger DEL-Torjäger in Hamburg, Nürnberg und Mannheim trägt ab sofort das Sharks-Trikot. Gegen Amberg fehlte dem Deutsch-Kanadier aber noch sichtlich die Bindung, blieb er eher unauffällig. Das konnte man von dessen Teamkameraden Markus Vaitl nicht sagen. Der Wirbelwind war bester Mann der Sharks und an fünf der sechs Treffer beteiligt.

Zunächst sah Vaitl sich aber wie seine Kollegen den Angriffen des ERSC ausgesetzt. Die Löwen mussten zusätzlich auf die verletzten Kevin Schmitt und Bernhard Keil verzichten, drückten aber von Beginn an aufs Tempo. Gästegoalie Fabian Schütze ließ sich aber nicht bezwingen. Gegen Ende des Drittels drehte sich überraschend die Partie. Ihre erste Powerplay-Gelegenheit nutzten die Gäste prompt und abgebrüht durch Michel Maaßen zum 0:1. Dem ließ kurz darauf Christoph Meier das 0:2 folgen.

Zum Mittelabschnitt hatten die Gastgeber aber sofort wieder den Vorwärtsgang eingelegt. Martin Brabec und Neuzugang Svato Merka, der ein starkes Debüt lieferte, hatten aussichtsreiche Möglichkeiten, aber praktisch mit ihrem ersten Torschuss trafen die Gäste durch Patrick Weigant zum 0:3. ERSC-Goalie Carsten Metz war erneut ohne Abwehrchance.

Kempten schien das Spiel in den Griff zu bekommen, da sorgte eine Einzelaktion wieder für Amberger Kampfgeist. Brabec tanzte sich durch die Gästeabwehr und vollendete zum 1:3. Kaum zwei Minuten später ließ Merka seinen Premierentreffer folgen und die Löwen waren wieder im Geschäft. Brabec scheiterte mit einem weiteren Break, ehe der Finne Roni Rukajärvi für die Gäste die Scheibe zum 2:4 ins Tor stocherte. Im Powerplay ließ der ERSC dann drei, vier gute Chancen ungenutzt, aber zehn Sekunden nach Ablauf der Strafzeit lochte Felix Köbele dann doch zum 3:4 ein, was alle Möglichkeiten offenließ.

Merka kann überzeugen

Hier hatte Kempten den besseren Einstieg und es brannte einige Male vor dem Gehäuse von Carsten Metz – allerdings ohne Auswirkungen. Dafür kamen die Gastgeber endlich zum Ausgleich. Der Treffer von Brabec – bester Amberger Spieler des Abends - durch einen Alleingang war in Vorbereitung, Ausführung und Vollendung einfach sensationell und für Fabian Schütze unhaltbar. Die Freude dauerte keine zwei Minuten, dann zeigte Markus Vaitl sein Können und traf zur neuerlichen Kemptener Führung. Aber damit war es noch nicht vorbei. Svato Merka zeigte mit seinem zweiten Treffer zum 5:5, dass dem ERSC da offensichtlich eine gute Neuverpflichtung geglückt ist.

Die Entscheidung in der Overtime war dann sinnbildlich für den Spielverlauf: Der ERSC ließ durch Brabec und Köbele eine 2-gegen-1-Chance ungenutzt und im direkten Gegenzug sackte Niklas Oppenberger für die Sharks den Zusatzpunkt ein. (apg)

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