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Eishockey

Löwen bremsen Top-Favoriten

Nach der 2:6-Auftaktniederlage gegen Buchloe siegt der ERSC in Ulm mit 5:2. Amberger zeigen großen Kampfgeist.
Von Günter Passler

2:6 musste sich der ERSC Amberg gegen den ESV Buchloe geschlagen geben. Hier mit Felix Köbele und Bernhard Keil.  Foto: Andreas Brückmann
2:6 musste sich der ERSC Amberg gegen den ESV Buchloe geschlagen geben. Hier mit Felix Köbele und Bernhard Keil. Foto: Andreas Brückmann

(apg) Amberg.Die „Donau Devils“ des VfE Ulm/Neu-Ulm hatten diese Saison eine makellose Heimbilanz mit nur 1,8 Gegentreffer im Schnitt, bis am Sonntag der ERSC Amberg für große Flecken auf der weißen Weste des Topfavoriten sorgte. Zwei Tage nach dem verpatzten Auftakt gegen Buchloe (2:6) siegte die Truppe von Dan Heilman beim Vorrundenmeister der Parallelgruppe mit 5:2 und holte damit den ersten Sieg in der Bayernliga-Aufstiegsrunde.

Oberlöwe Mustafa Sugle fasste das Rezept für den Erfolg zusammen: „Kampfgeist und Zusammenhalt, und natürlich ein überragender Oli Engmann im Tor, wobei Ulm richtig gut war“, so der Amberger Vorstand.

Der ERSC war von Beginn an körperlich wesentlich präsenter als zuletzt, was sich schon mit der ersten Strafzeit nach 55 Sekunden gegen Martin Brabec dokumentierte. Insgesamt zehn Minuten in der Kühlbox summierten sich im Anfangsdrittel, aber die Löwen gaben auch keinen Zentimeter Eis freiwillig auf. Speziell in den Unterzahlphasen war aber auf Oli Engmann Verlass. Der ERSC-Goalie ließ die Devils-Angreifer ein ums andere Mal verzweifeln und zeigte reihenweise Glanzparaden. Chancen für die Löwen waren selbstverständlich auch vorhanden, unter anderem durch Bernie Keil und Dan Vlach, denn bei ausgeglichener Spielerzahl waren die Gäste absolut gleichwertig.

ERSC war deutlich im Vorteil

Der Mittelabschnitt sah dann den ERSC deutlicher im Vorteil. Dazu verhalf das frühe 1:0 durch Daniel Vlach, diesmal bei einer Amberger Überzahl. Der Treffer sorgte für etwas Verunsicherung bei den Gastgebern, die zunächst weiter aufs Tempo drückten. Und weil Amberg voll dagegen hielt, bekamen die knapp 700 Zuschauer ein abwechslungsreiches Spiel geboten – mit wesentlich effektiveren Löwen. Binnen 70 Sekunden kippte die Begegnung vollends auf die Seite des ERSC. Zunächst traf Martin Brabec in den Torwinkel, dann legte Felix Söllner zum 3:0 nach.

Riesenjubel bei den Amberger Fans, lange Gesichter beim Devils-Anhang. Der hatte erstmals Grund zur Freude, als Peter Ceslik bei doppelter Überzahl auf 1:3 verkürzte, aber die Löwen hatten die passende Antwort parat, durch Felix Köbele und das exakt fünf Sekunden vor der Pausensirene.

Zum letzten Abschnitt kam Ulm mit dem Willen aufs Eis, der Partie vielleicht doch noch eine Wende geben zu können. Durchaus mit guten Schussgelegenheiten, aber als letzte Instanz stand da eben doch immer wieder Engmann. Der ERSC gab das Spiel aber auch nicht aus der Hand, hatte selbst noch die eine oder andere Möglichkeit und eine davon nutzte Söllner mit seinem zweiten Treffer zum 5:1. Das 2:5 durch Marius Dörner, fünf Minuten vor dem Ende, sollte nicht mehr als Ergebniskosmetik sein.

Einziger Wermutstropfen an diesem Abend aus Amberger Sicht war der Ausfall von Benjamin Frank in der Schlussphase. Sollte sich eine Schulterverletzung bestätigen, würde sich die Verteidiger-Seuche beim ERSC ausweiten, denn mit Markus Hausner und Daniel Krieger stehen bereits zwei weitere Verteidiger auf der Ausfallliste.

Mit diesem Auswärtserfolg hatten die Amberger die 2:6-Auftaktniederlage gegen die Buchloe Pirates wieder ausgemerzt. Von dieser Pleite war nach dem Anfangsdrittel, das von den Spielanteilen komplett ausgeglichen war, nicht unbedingt auszugehen. Nach gegenseitigem Abtasten war der ERSC durch einen Schlagschuss von Verteidiger Noel Fabig mit 1:0 in Führung gegangen. Die Freude darüber hielt aber nur 74 Sekunden, da hatte Michal Petrak schon ausgeglichen. Das 1:2 hatten sich die Löwen dann selbst eingebrockt, mit einem Scheibenverlust im eigenen Aufbau an der blauen Linie, und das 48 Sekunden vor der Pausensirene.

In 23 Sekunden zwei Treffer

Irgendwie musste dies Wirkung hinterlassen haben, denn zum zweiten Abschnitt zeigten die Gastgeber einige Konzentrationsschwächen, Marc Barchmann und Marco Göttle trafen binnen 23 Sekunden zum 1:4, jeweils über die Schulter von ERSC-Torhüter Carsten Metz in den Torwinkel. Mit dem 1:5 durch Lucas Ruf schwand die letzte Hoffnung für die Gastgeber.

Zum letzten Drittel hatte Heilman dann den Torhüter gewechselt und Oliver Engmann gebracht. Der Abschnitt verlief aber weitgehend ereignislos, weil Buchloe offensichtlich einen Gang zurückschaltete und Amberg in dieser Verfassung keine Aufholjagd starten konnte. Die Treffer durch den Buchloer Robert Wittmann und Martin Brabec auf Amberger Seite zum 2:6 hatten da nur noch statistischen Wert.

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