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Volleyball

Statuten zerstören den Traum

U-16-Mädels der VG Sulzbach/DJK Ursensollen qualifizieren sich für die Bayerische. Die Spielordnung lässt das aber nicht zu.

Die U-16-Volleyballerinnen der Spielgemeinschaft VG Sulzbach/DJK Ursensollen wurden für ihre Leistungen nicht belohnt.  Foto: Bernhard Hirsch
Die U-16-Volleyballerinnen der Spielgemeinschaft VG Sulzbach/DJK Ursensollen wurden für ihre Leistungen nicht belohnt. Foto: Bernhard Hirsch

Ursensollen.Am Wochenende hatten sich die U-16-Volleyballerinnen der Spielgemeinschaft VG Sulzbach/DJK Ursensollen nach Ansbach aufgemacht, um sich bei der Nordbayerischen Meisterschaft mit den Vertretern aus Mittel-, Ober- und Unterfranken zu messen und eventuell sogar die Qualifikation für die „Bayerische“ zu sichern, die in vier Wochen stattfindet.

Zu Beginn zeigten sich erst einmal alle ziemlich nervös, was die bekannten Gegner aus Feucht gnadenlos ausnutzten und so mit druckvollen Aufschlägen im ersten Satz kurzen Prozess machten. Ehe sich die Schützlinge von Trainer Bernhard Hirsch versahen, war der Durchgang mit 12:25 schon verloren und man war erst einmal bedient.

Immerhin fanden die Spielerinnen um Kapitänin Denise Tuchan langsam ins Match und leisteten reichlich Gegenwehr, konnten am Ende aber eine 0:2-Niederlage nicht verhindern, wie der Trainer weiter mitteilte. So gesehen stand man gefühlt schon mit dem Rücken zur Wand, als man gegen Memmelsdorf antrat. Um sich eine halbwegs vernünftige Position für die Zwischenrunde zu sichern, sollte nun ein Sieg her, und lange sah es auch gut aus mit einem Satzgewinn. Doch am Ende musst man sich mit 24:26 und 23:25 geschlagen geben.

Kein leichtes Los für die SG

Nun war klar, als Gruppendritter würde man auf einen Zweitplatzierten treffen und das würde kein leichtes Los werden, zumal der Gegner die Young Volleys aus Neudrossenfeld/Hollfeld waren. Das war ein Team, das sich in der Gruppe nur der Übermacht der Regenstaufer beugen musste.

Allerdings fanden hier die Mädels der SG ganz schnell ins Spiel, überzeugten mit druckvollen Aufschlägen, überlegten Angriffen und endlich kaum noch Fehlern in der Annahme, so dass man nach nicht einmal 45 Minuten mit einem souveränen 2:0 (25:18; 25:9) in die Runde der letzten Acht eingezogen war.

Dort wartete mit dem TV Großwelzheim ein Team, das mit drei aktuellen Bayernauswahlspielerinnen bestückt war und genau die trumpften mächtig auf. Sei es bei den Aufschlägen oder auch den wuchtigen Angriffen, die Sulzbacher fanden kein Mittel, um gegen diese Dominanz anzukommen. Doch schon zum Ende des ersten Satzes zeigte eine taktische Veränderung Wirkung, die sich in der Folge noch verstärkte und so war der zweite Durchgang lange offen, ehe zwei vermeidbare Fehler dann doch die Niederlage besiegelten.

Damit war klar, am nächsten Morgen würde es ein Hopp- oder Top-Spiel gegen den Gastgeber TSV Ansbach geben, die allein durch ihre Körpergröße schon beeindruckten. Aber dass Größe nicht alles ist, bewiesen alle, die für die Spielgemeinschaft auf dem Feld standen, denn der Kampf, der unbändige Wille und eine gehörige Portion Cleverness sorgten dafür, dass nach einem Wahnsinnskrimi im zweiten Satz (30:28) der Sieger VG Sulzbach/DJK Ursensollen hieß, was bei Mannschaft, Trainer und allen mitgereisten Eltern eine Welle der Begeisterung lostrat. Freudentränen und unfassbarer Stolz auf die gezeigte Leistung mischten sich mit der Vorfreude auf die bayerische Meisterschaft, die man sich mit diesem Erfolg gesichert hatte.

Ein Schlag ins Gesicht

Doch gut eine halbe Stunde nach dem Triumph gab es den großen Dämpfer, denn ein Vertreter der Ansbacher hatte in den Statuten der Spielordnung gewühlt und dort gefunden, dass Spielgemeinschaften höchstens bis zur Regionalmeisterschaft zugelassen sind, nicht aber für die Landesmeisterschaft. Ein absoluter Schlag ins Gesicht aller, die kurz zuvor noch so stolz auf das Erreichte waren. Den Sinn dieser Regelung mag verstehen, wer will, aber die Begründung dafür ist, dass eine Spielgemeinschaft auch nicht zu einer Deutschen Meisterschaft dürfte und deshalb muss dann bei der „Nordbayerischen“ schon Schluss sein.

Trotzreaktion

  • Traum:

    Doch das tröstet garantiert nicht diejenigen, die dann schon zu alt sind und denen der Traum, bei einer großen Meisterschaft teilnehmen zu dürfen, durch eine unverständliche Regelung genommen wurde.

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