MyMz

Transfer-Coup der Amberger Wild Lions

Liam Blackburn setzt beim ERSC Amberg die in der Oberliga-Saison 2002/03 unterbrochene Tradition kanadischer Spieler fort.
von Günter Passler

Hier im Trikot der New Hampshire Wildcats, bald in den Farben des ERSC Amberg: der kanadische Center Liam Blackburn
Hier im Trikot der New Hampshire Wildcats, bald in den Farben des ERSC Amberg: der kanadische Center Liam Blackburn Foto: Günter Passler

Amberg.Im Schatten der Unsicherheit, ob und wie die kommende Spielzeit in der Eishockey-Bayernliga abgewickelt werden kann, bastelt der ERSC Amberg an seinem Kader. Dem sportlichen Leiter der Löwen, Chris Spanger, scheint da ein echter Transfer-Coup gelungen zu sein. Die Wild Lions haben mit dem 24-jährigen Kanadier Liam Blackburn einen Center mit beachtlichen Referenzen aus der höchsten nordamerikanischen Universitätsliga, der NCAA, verpflichten können. Die Zusage lag seit einiger Zeit bereits vor; nun sind auch die nötigen Transferunterlagen eingetroffen.

Es ist schon sehr lange her: In der Oberliga-Saison 2002/03 war Harold Hersh der letzte Kanadier einer langen Reihe, der beim ERSC Amberg eine Kontingentstelle besetzte. Diese Ära soll nun durch Blackburn fortgesetzt werden. Es half vor allem das breite „Netzwerk“ von Chris Spanger, dass der junge Mann aus Prince George/British Columbia bei den Wild Lions in der Oberpfalz anheuerte: „Ich bekam von einem mir bekannten Teammanager den Namen von Liam auf den Tisch und die Kontakte zu dessen Agenten. Dann setzte ein reger Mail- und Telefonverkehr mit dem Berater ein, ehe wir Kontakt mit dem Spieler hatten“, erinnert sich Spanger.

Ein Sprungbrett nach Europa

Der Löwen-Obmann habe Blackburn dann viel über dessen Landsleute erzählt, die in all den Jahren das ERSC-Trikot getragen haben, sich in Amberg wohlfühlten und zu denen immer noch gute Kontakte bestehen, wie die Video-Grüße zum Legenden-Spiel im letzten Spätsommer bewiesen. „Abschließend war es ein sehr langes Telefonat, in das sich im Besonderen noch unser Coach Dan Heilman einschaltete und der überzeugte Liam, dass er uns als Sprungbrett nach Europa nutzen soll – denn er hatte durchaus Angebote aus anderen Ligen vorliegen“, sind Spanger Stolz und Erleichterung deutlich anzumerken.

Liam Blackburn ist am 8. Juni 1996 in Prince George (Kanada) geboren. Der Center ist 178 Zentimeter groß, 79 Kilogramm schwer und spielte in der British Columbia Hockey League für die West Kelowna Warriors. Mit denen wurde er 2016 BCHL-Champion und gewann auch den Royal Bank Cup, was zur Teilnahme am Finale der Kanadischen Junioren-Hockeyliga (CJHL) berechtigte. In den Playoffs war Liam Blackburn der Spieler mit den meisten Torvorlagen. Insgesamt absolvierte er für die West Kelowna Warriors 197 Spiele, in denen er 224 Scorerpunkte (77 Tore) erzielte.

Danach wechselte in die NCAA zu den New Hampshire Wildcats. Dort landete er zweimal im Allstar-Team (2017, 2019) der Hockey East Division und schaffte eine Serie von 15 Spielen am Stück, in denen er punktete. Seine Statistik in der NCAA weist 144 Begegnungen aus, in denen er 81 Scorerpunkte (35 Tore) erzielte.

Rückennummer 26 angedacht

Damit ist nach dem Abschied von Daniel Vlach und Martin Brabec die erste Kontingentstelle beim ERSC besetzt. Vorstand Mustafa Sugle hält es „durchaus für möglich“, dass auch auf der zweiten Position ein Landsmann von Blackburn landen könnte: „Wir sind hier aber wirklich nach allen Seiten offen. Es muss einfach passen.“ Für Liam Blackburn ist die Rückennummer 26 angedacht.

Talentschmiede

  • NCAA:

    Unter dem Dach der National Collegiate Athletic Association wird alljährlich die US-Collegemeisterschaft ausgetragen. Es ist die höchste Universitätsliga in den USA, die von Kanada mitorganisiert wird. (apg)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht