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Baseball

Das Halbfinale steht auf dem Spiel

Die Regensburger Legionäre wollen aus den Heimspielen gegen Bonn lernen – und zwei Siege im Rheinland einfahren.
Von Matthias Ondracek

Shortstop Alex Schmidt war mit vier Hits am vergangenen Wochenende einer der auffälligsten Akteure bei den Legionären. Foto: Stefan Müller
Shortstop Alex Schmidt war mit vier Hits am vergangenen Wochenende einer der auffälligsten Akteure bei den Legionären. Foto: Stefan Müller

Regensburg.Am Sonntag fällt die Entscheidung. Im Normalfall sollte dann feststehen, wer in der kommenden Woche im Playoff-Halbfinale der Baseball-Bundesliga steht und für wen die Saison zu Ende ist. Wie im Vorjahr reisen die Buchbinder Legionäre mit einem 1:1-Serienstand im Rücken zu den Bonn Capitals. Was sich 2018 in der Rheinaue abspielte, war jedoch alles andere als normal. In dieser Spielzeit wollen die Regensburger die Vorzeichen umkehren und die zum Halbfinal-Einzug nötigen zwei Siege im Rheinland einfahren.

Die dritte Begegnung der „Best-of-Five“-Serie im Viertelfinale beginnt am Samstag um 14 Uhr. Spiel vier geht am Sonntag ab 13 Uhr über die Bühne. Ein eventuell nötiges Entscheidungsspiel fände im Anschluss statt. Die Schwabelweiser hätten dann in der Ferne das Heimrecht des Nachschlagens. Letztlich konnten die Legionäre mit der Siegteilung vergangene Woche zufrieden sein. In beiden Partien vor heimischer Kulisse rannten die Oberpfälzer früh einem Rückstand hinterher.

Sowohl in Spiel eins als auch in Spiel zwei lagen die Gastgeber mit 0:5 zurück, ehe sie ihre Aufholjagd starteten. Im ersten Aufeinandertreffen kam das Aufbäumen gegen den Titelverteidiger zu spät. Im zweiten Duell triumphierten die Regensburger noch mit 7:6. Ein Sieg, der enorm wichtig war. „Wenn wir mit zwei Niederlagen nach Bonn hätten fahren müssen, wäre es wirklich sehr schwer geworden, drei Siege in Serie einzufahren“, erklärte Legionär Matt Vance nach dem Erfolg im zweiten Spiel bei „LegionäreTV“.

„Von Anfang an bereit sein“

In beiden Partien ähnelte sich der Ablauf doch sehr. Auffällig war, dass die Schwabelweiser große Probleme mit den Starting Pitchern der Bonner hatten. Nationalspieler Sascha Koch und US-Import Zack Dodson kontrollierten die zuletzt so starke Offensive der Oberpfälzer bis in die zweite Hälfte der Begegnung. Erst, als die Kräfte des Duos langsam schwanden, fanden die Legionäre zurück in die Spur.

Ein Umstand, den es auswärts unbedingt zu beheben gilt, will man am Sonntagabend nicht mit leeren Händen dastehen. „Wir müssen sehen, dass wir von Anfang an bereit sind und viel schneller die Anpassungen vornehmen, die wir machen müssen“, forderte Routinier Vance. „Jetzt haben wir beide Pitcher schon gesehen und ich hoffe, dass wir dann auch besser in die Partien starten und nicht bis zum siebten oder achten Inning warten müssen, ehe wir punkten“, fuhr der US-Amerikaner fort. Vance selbst wird im Rheinland nicht mithelfen können. Der langjährige Regensburger feiert seine Hochzeit. Auch ohne Vance wissen die Schwabelweiser, was sie beim amtierenden Meister erwartet.

Die Bonn Capitals

  • Erfolge:

    Der Verein wurde 1989 gegründet. Den Aufstieg in die 1. Bundesliga machten die Bonner wie die Legionäre 1994 perfekt. Seit 1995 gehören die Rheinländer ununterbrochen dem Oberhaus an. Insgesamt dreimal standen die Caps im Finale um die Meisterschaft.

  • Trainer:

    Ihren größten Erfolg feierten sie mit dem Titelgewinn im Vorjahr gegen Heidenheim. Seit diesem Jahr wird die Mannschaft von Alex Derhak trainiert.

Im Vorjahres-Halbfinale lieferten sich die beiden Kontrahenten in Bonn ein episches Duell. Nach über fünf Stunden und 19 Innings gewannen die Capitals das längste Playoff-Spiel in der deutschen Baseball-Geschichte und feierten später ihren ersten deutschen Meistertitel. Im Halbfinale konnte die fünfte Partie im Anschluss an das Marathon-Match aufgrund der einsetzenden Dunkelheit nicht zu Ende gespielt werden. Erst zwei Wochen später – nach einer Länderspielpause – fiel die Entscheidung in der dramatischsten Playoff-Serie seit langem. Zumindest dieses Szenario sollte an diesem Wochenende nicht eintreten.

Verstärkung aus der 2. Liga

In Bonn findet im September die Baseball-Europameisterschaft statt. Das Stadion in der Rheinaue wurde im Zuge dessen mit einer Flutlichtanlage bestückt, die den internationalen Ansprüchen genügt. Eine Entscheidung über Sieg und Niederlage könnte also durchaus auch erst in den späten Abendstunden des Sonntags fallen.

Trainer Tomas Bison von den Legionären hat bis auf Vance alle Mann an Bord. Angesichts eines möglichen zweiten Spiels am Sonntag und der zu erwartenden hohen Belastung für die Werferriege reisen mit Joshua Spezia und Leonardo Henschel zwei zusätzliche Pitcher aus der 2. Bundesliga-Mannschaft mit an den Rhein. Als Starter stehen wie schon in der Vorwoche Bill Greenfield und Jan Tomek oder Benji Waite parat.

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