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Baseball

Diesmal unter ganz anderen Vorzeichen

Nightgame zu Start in die Best-of-Five-Serie: Erstarkte Hamburger wollen in den Playoffs den Legionäre-Fluch durchbrechen.
Von Matthias Ondracek, MZ

Jonathan Eisenhuth erlebte kürzlich ganz unverhofft sein Nationalmannschaftsdebü. Er begeisterte mit drei scoreless Innings, gab nur einen Hit ab und keinen Walk.
Jonathan Eisenhuth erlebte kürzlich ganz unverhofft sein Nationalmannschaftsdebü. Er begeisterte mit drei scoreless Innings, gab nur einen Hit ab und keinen Walk. Foto: Eisenhuth

Regensburg.Acht Teams, ein Ziel. Am Wochenende fällt der Startschuss zu den Playoffs in der Baseball-Bundesliga. Die Spreu hat sich vom Weizen getrennt und die besten vier Mannschaften aus der Nord- und der Südstaffel kämpfen in den nächsten Wochen um die deutsche Meisterschaft. Die Buchbinder Legionäre treffen im Viertelfinale einmal mehr auf die Hamburg Stealers. Zum sechsten Mal in den letzten acht Jahren kommt es in der ersten K.o.-Runde zu dieser Paarung. Die Regensburger beginnen am Samstag, 6. Auzgust (19 Uhr), mit einem Nightgame die Best-of-Five-Serie. Spiel zwei findet am Sonntag um 14 Uhr in der Armin-Wolf-Arena statt.

Fast schon traditionell kommt es zum Start der Postseason zum Duell der Legionäre mit den Hamburgern. Seit 2009 kreuzen sich die Wege der beiden Rivalen immer wieder. Bislang konnten die Oberpfälzer jeweils die Oberhand behalten. Im Vorjahr setzte sich der fünfmalige Meister mit 3:1 in der Serie durch. Der Erfolg der Hanseaten war erst der zweite überhaupt bei den sechs vergangenen Playoff-Duellen. In diesem Jahr sind die Rollen allerdings nicht so klar verteilt wie bei früheren Aufeinandertreffen. Die Regensburger gehen als Südzweiter ins Rennen um den Titel, während die Stealers in der Endabrechnung der Bundesliga-Nord den dritten Platz belegten.

Enges Rennen im Norden

Das Team von der Alster hätte dabei durchaus eine noch bessere Position erreichen können. Mit einer Bilanz von 15:9 Siegen erlitt der Meister von 2000 nur eine Niederlage mehr als die Legionäre und landete nur einen Punkt hinter den Solingen Alligators (16:8), im äußerst engen Playoff-Rennen im Norden jedoch auch nur einen Erfolg vor den Untouchables Paderborn (14:10). Vor allem im Pitching konnten die Stealers im Vergleich zu den Vorjahren eine Schippe drauflegen. Mit dem schwedischen Nationalspieler Jakob Claesson und US-Import Louis Cohen verpflichteten die Hamburger im Winter zwei neue Starter.

Allen voran Cohen drückte der Nordliga in dieser Saison seinen Stempel auf. Mit 131 Strikeouts in 105 Durchgängen legte der Rechtshänder eine beachtliche Quote an den Tag, die landesweit seinesgleichen sucht. Zum Vergleich: Der Zweite in dieser Kategorie, der Kölner Jack Shannon kam auf 111, Regensburgs bester Mike Bolsenbroek auf 72 Strikeouts. Der Ausnahmewerfer wird den Legionären am Sonntag gegenüberstehen. Am Samstagabend wird es wohl zum Duell zwischen Bolsenbroek und Claesson kommen. Das Werfer-Ass der Regensburger stieß in der Vorwoche gestärkt von seinem tadellosen Einsatz für die niederländische Nationalmannschaft bei der prestigeträchtigen Haarlem Honkbalweek wieder zu den Buchbinder Legionären.

Neben Bolsenbroek meldete sich auch Catcher Chris Howard rechtzeitig zur heißen Saisonphase im Kader von Coach Kai Gronauer zurück. Der Nationalspieler hatte zuletzt verletzungsbedingt pausieren müssen. Damit können die Legionäre nahezu aus dem Vollen schöpfen. Den Pitching Staff komplettieren Clayton Voechting, Jan Tomek sowie Jonathan Eisenhuth und Philipp Meyer. Lediglich die Jungstars Niklas Rimmel und Daniel Mendelsohn stehen wegen ihrer Einladung zum Elite Camp der MLB in Regensburg nicht zur Verfügung.

Turbulente Spielzeit für Legionäre

Hinter den Buchbinder Legionären liegt keine einfache Saison. Erstmals in seiner Bundesliga-Geschichte entließ der fünfmalige Meister seinen Headcoach während der laufenden Spielzeit. Auf Ivan Rodriguez folgte Ex-New-York-Mets-Profi Kai Gronauer. Seit der frühere Solinger die Zügel bei den Schwabelweisern in der Hand hält, kommt sein Team auf eine Bilanz von vier Siegen und drei Niederlagen in der Bundesliga. Außerdem setzte es in der Euro League drei Pleiten. Zuletzt tankten die Regensburger mit einem 11:0-Erfolg bei den Bad Homburg Hornets noch einmal Selbstvertrauen.

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Zuerst Heimrecht

  • In diesem Jahr

    kommt es in den Playoffs der Baseball-Bundesliga zu einer Neuerung. Erstmals startet das besser platzierte Team im Viertelfinale zu Hause. Bislang bedeutete das Heimrecht, Spiel drei bis fünf vor heimischer Kulisse auszutragen.

  • Der Verband

    will mit dieser Regelung gewährleisten, dass sich der Vorteil auch monetär mit zwei garantierten Heimspielen auszahlt. Sollte ein entscheidendes fünftes Spiel nötig sein, würde dies für die Legionäre am Sonntag, 14. August, in Hamburg stattfinden, allerdings mit dem Nachschlagsrecht auf Seiten der Regensburger.

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