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Baseball

Legionäre feiern Sieg im Süd-Klassiker

In zwei packenden Duellen mit Heidenheim erringen die Legionäre einen Sieg. Ex-Regensburger Bolsenbroek macht 1000 voll.
Von Matthias Ondracek

Benji Waite hatte im Trikot der Buchbinder Legionäre einen hervorragenden Auftritt.  Foto: Stefan Müller
Benji Waite hatte im Trikot der Buchbinder Legionäre einen hervorragenden Auftritt. Foto: Stefan Müller

Regensburg.Zwei spannende Werfer-Duelle, herausragende Defensivaktionen gepaart mit leichtsinnigen Feldspielfehlern, eine Siegteilung sowie ein seltener Meilenstein: Der Klassiker in der Baseball-Bundesliga Süd zwischen den Buchbinder Legionären und den Heidenheim Heideköpfen hatte einiges zu bieten. Am Ende sprang ein Erfolg für die Regensburger heraus, der das Team weiter gleichauf mit dem Rivalen von der Schwäbischen Alb im Tabellenmittelfeld rangieren lässt. Am Freitagabend unterlagen die Schwabelweiser nach langem Kampf 0:6. Am Samstag revanchierten sich die Hausherren mit einem hauchdünnen 2:1.

Die Geschichte des Wochenendes schrieb dabei der ehemalige Oberpfälzer Mike Bolsenbroek für den Gegner aus Baden-Württemberg. Der Niederländer verbuchte an seiner alten Wirkungsstätte sein 1000. Strikeout in der Bundesliga. Die Ausgangssituation vor dem Süd-Klassiker war klar. Beide Teams lagen vor dem Spieltag mit 2:2-Siegen gleichauf und wollten den Anschluss an die vorderen Plätze nicht verlieren.

Bolsenbroek contra Greenfield

Am Freitagabend kam es für die Regensburger zum Wiedersehen mit Mike Bolsenbroek. Der langjährige Sieggarant der Schwabelweiser und fünfmalige Meister mit den Oberpfälzern begann die Partie auf dem Werferhügel der Heideköpfe. Ihm gegenüber trat Bill Greenfield. Die beiden Starting Pitcher lieferten sich von Beginn an ein heißes Duell.

Beide Offensivreihen brachten im Auftaktinning zwei Läufer auf Base, ohne jedoch Zählbares einzufahren. Im zweiten Spielabschnitt unterlief Regensburgs Centerfielder Eric Harms dann ein Leichtsinnsfehler, der Simon Liedtke den Run zur 1:0-Führung für die Heidenheimer ermöglichte.

Strike-out-Könige und Ergebnisse

  • Statistik:

    Sein 1000. Strikeout fuhr Mike Bolsenbroek für die Heidenheim Heideköpfe ein. Dennoch führt der langjährige Regensburger (2008, 2010-2018) die ewige Bundesliga-Rangliste der Legionäre in dieser Kategorie an. Mit 983 Strikeouts in 882 2/3 gepitchten Innings liegt der Niederländer klar vor Martin Almstetter (1999 bis 2009), der es in 982 2/3 Durchgängen für die Legionäre auf 725 Strikeouts bringt. An dritter Stelle folgt Philipp Hoffschild (2004 bis 2013) mit 422 Strikeouts in 486 1/3 Innings vor dem US-Amerikaner Justin Kuehn (2011 bis 2014, 275 Strikeouts, 295 Innings) und dem zwischenzeitlichen US-Profi Rodney Gessmann (2003 bis 2012, 171 Strikeouts, 185 2/3 Innings).

  • Bundesliga-Ergebnisse:

    Mannheim – Haar 7:1 und 8:10, Ulm – Stuttgart 3:15 und 2:0, Mainz – Saarlouis 6:1 und 3:0 (Gruppe Süd), Paderborn – Bremen 11:1 und 14:4, Köln – Hamburg 13:14 und 7:8, Dohren – Wesseling 10:0 und 18:1, Solingen – Bonn 0:3 und 1:3

Dies war lange Zeit der einzige Unterschied in der Partie. Denn sowohl Greenfield als auch Bolsenbroek liefen zu Höchstform auf. Über sechs Durchgänge duellierten sich die beiden ehemaligen Teamkollegen ohne zu wackeln. Regensburgs Starter Greenfield verließ schließlich als Erster das Feld. Mit sieben Strikeouts gegenüber zwei Walks, vier zugelassenen Hits und einem Gegenpunkt hatte der US-Amerikaner mit irischem Pass sein Tagwerk verrichtet.

In der Folge konnte die Einwechselwerfer-Riege der Oberpfälzer die Angriffsmaschinerie des Vizemeisters aber nicht mehr aufhalten und musste nach fünf Runs im achten Durchgang klein beigeben, während Heidenheims Routinier Enorbel-Marquez-Ramirez den Sack – wenn auch mit leichten Schwierigkeiten – zumachte.

In die Geschichtsbücher aber trug sich an diesem Abend ein Anderer ein. Im vierten Spielabschnitt war es soweit. Mit Eric Harms trat der 14. Schlagmann der Legionäre in diesem Spiel ans Schlagmal. Vier Strikeouts hatte Bolsenbroek zu diesem Zeitpunkt verbucht. Bei einem Aus schickte der Niederländer den Regensburger direkt zurück auf die Bank und feierte damit sein 1000. Strikeout in seiner Bundesliga-Karriere. Nach zehn Jahren an der Donau machte der Zwei-Meter-Hüne diese seltene Errungenschaft damit in seiner Wahl-Heimat perfekt. Am Ende hatte der Europameister mit zehn Strikeouts sein Konto auf 1005 erhöht.

Nur ein Makel für Waite

Wie schon am Freitag dominierten auch am Samstagnachmittag die beiden Starting Pitcher die Partie. Diesmal waren es der Regensburger Benji Waite und Heidenheims Logan Grigsby, die die gegnerischen Schlagformationen ein ums andere Mal zur Verzweiflung brachten. Im vierten Inning schlugen die Buchbinder Legionäre aber zu. Eric Harms und Elias von Garßen überquerten nach Schlägen von Nino Sacasa und Alexander Schmidt zur 2:0-Führung die Homeplate. Im sechsten Spielabschnitt konterten die Heideköpfe und sorgten für den einzigen Makel im ansonsten lupenreinen Auftritt von Waite. Mit zehn Strikeouts und nur zwei Freiläufen sowie zwei Hits im Gepäck verließ der US-Amerikaner die Partie. Jan Tomek löste seinen Teamkollegen ab und brachte den Sieg letztlich unter Dach und Fach.

Gehörige Unterstützung erhielt der Tscheche dabei von seiner Defensive. Zuerst pflückte Centerfielder Eric Harms einen Ball sehenswert aus der Luft. Kurz darauf machte Leftfielder Marcel Jimenez die letzte Heidenheimer Chance mit seinem spektakulären Diving Catch gegen Nationalspieler Simon Gühring zunichte. Die Siegteilung im Topspiel von Regensburg war damit perfekt.

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