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Baseball

Legionäre haben im Halbfinale Rückenwind

Die Regensburger setzen gegen die Bonner Rekordtruppe auf ihre Moral – und die positive Bilanz gegen die Capitals.
Von Matthias Ondracek

„Im Vergleich zum letzten Jahr sind wir ein ganzes Stück weiter“, sagt Mike Bolsenbroek vor dem Halbfinale. Foto: Eisenhuth
„Im Vergleich zum letzten Jahr sind wir ein ganzes Stück weiter“, sagt Mike Bolsenbroek vor dem Halbfinale. Foto: Eisenhuth

Regensburg.Die Buchbinder Legionäre sind zurück. Nach einem Jahr Abstinenz schafften die Regensburger Baseballer wieder den Sprung in die Playoffs. Als Zweiter der Bundesliga Süd bekommen es die Schwabelweiser am Samstag (14 Uhr) und Sonntag (14 Uhr) vor heimischer Kulisse jeweils mit dem Ersten der Nordgruppe, den Bonn Capitals, zu tun. Die Rheinländer stürmten durch diese Saison und blieben in 40 Partien ungeschlagen. Die Oberpfälzer machten durch einen Doppelsieg gegen den direkten Konkurrenten Mainz Athletics erst am vergangenen Wochenende den Einzug unter die Top vier perfekt. Nach einer Modus-Änderung startet die K.o.-Runde dieses Jahr direkt mit der „Best-of-Five“-Serie im Halbfinale.

Mit dem festen Vorhaben, die Playoffs nach einer durchwachsenen Saison 2017 wieder zu erreichen, starteten die Legionäre in ihre 24. Bundesliga-Saison. Unter dem Motto #backtoattack, das die Regensburger über ihre sozialen Kanäle im Internet verbreiteten, sollte es zurück zu alter Stärke gehen. Der Start in die Spielzeit verlief gut, mit vier Siegen in Serie kam das Team von Trainer Kai Gronauer sogleich in einen positiven Lauf. Dieser wurde mit zwei dramatischen Heimniederlagen von den Heidenheim Heideköpfen gestoppt. Fortan fanden sich die Schwabelweiser auf dem zweiten Tabellenrang wieder.

Die Stimmung ist „sehr gut“

Kurz vor dem Beginn der neu eingeführten Zwischenrunde rutschten die Buchbinder Legionäre noch auf Platz drei hinter die München-Haar Disciples ab. Schnell holten sich die Regensburger ihre Position jedoch zurück und verteidigten diese in einem spannenden Saisonfinish gegen die Rivalen aus München und Mainz. Nicht zuletzt die beiden Heimsiege gegen die Rheinhessen am letzten Spieltag der Zwischenrunde lassen die Regensburger optimistisch auf die Duelle mit den ungeschlagenen Bonnern blicken. „Ich glaube, dass die Stimmung nach diesen beiden Siegen sehr, sehr gut ist“, sagt Legionäre-Vorstand Rene Thalemann.

Vor allem der dramatische Comeback-Sieg vom Freitagabend gab der Moral der Schwabelweiser noch einmal einen Schub. Zweimal lagen die Legionäre gegen die Mainzer zurück, um das Spiel in letzter Sekunde auszugleichen und schließlich in der Verlängerung für sich zu entscheiden.

„So wie das Spiel am Freitag begonnen hat, mit zwei Homeruns gegen uns, entsteht noch einmal mehr Druck, der das Nervenkostüm der Spieler belastet. Umso bemerkenswerter war der Ausgang der Partie“, freut sich Thalemann. Auch Regensburgs Werfer-Ass Mike Bolsenbroek glaubt an einen positiven Effekt durch den Walk-Off-Win gegen den direkten Konkurrenten um Platz zwei: „Die Siege geben uns auf jeden Fall Rückenwind“, sagt der Niederländer. Die Mannschaft der Buchbinder Legionäre wirkt rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt gefestigt.

Unter dem Motto „Zusammen zum Erfolg“ gibt es am Wochenende eine Gemeinschaftsaktion der Legionäre (Mitte Vorstand Armin Zimmermann) und der Eisbären (links Trainer Igor Pavlov, rechts Geschäftsführer Christian Sommerer). Foto: Eisbären/Legionäre
Unter dem Motto „Zusammen zum Erfolg“ gibt es am Wochenende eine Gemeinschaftsaktion der Legionäre (Mitte Vorstand Armin Zimmermann) und der Eisbären (links Trainer Igor Pavlov, rechts Geschäftsführer Christian Sommerer). Foto: Eisbären/Legionäre

Unter Coach Kai Gronauer entwickelte sich die junge Mannschaft stetig fort, verbesserte sich vom fünften Platz im Vorjahr nach der regulären Spielzeit schließlich auf Rang drei und schaffte die Basis für den Halbfinal-Einzug. „Im Vergleich zum letzten Jahr sind wir ein ganzes Stück weiter“, sagt Bolsenbroek. Ex-US-Profi Gronauer hat inzwischen nicht mehr das Sagen. Kurz vor dem letzten Spieltag übernahm der frühere Major Leaguer Jack Lind das Zepter. „Wir glauben einfach, dass es die bessere Lösung ist, der Mannschaft und Kai ein wenig Luft voneinander zu lassen“, erklärte der Vorstand. „Vielleicht braucht die Mannschaft jetzt einfach ein bisschen mehr von dieser Gelassenheit, die Jack ausstrahlt“, sagte Gronauer.

„Zusammen zum Erfolg“

  • Motto:

    Unter dem Motto „Zusammen zum Erfolg“ gibt es am Wochenende eine Gemeinschaftsaktion der Legionäre und der Eisbären. Fans beider Lager können dabei Geld sparen.

  • Ticket:

    Besitzer einer Eisbären-Dauerkarte oder eines Tickets für das Spiel der Eisbären am Sonntag gegen Bayreuth erhalten bei den Legionären eine Ermäßigung von vier Euro. Wer mit einer Legionäre-Dauerkarte oder einem Ticket eines Spieles gegen Bonn an die Abendkasse der Eisbären kommt, erhält für das Spiel ebenfalls eine Ermäßigung von vier Euro.

  • Internat:

    „Wir wollen damit das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken“, erklärt Eisbären-Geschäftsführer Christian Sommerer. „Schließlich sind auch Eishockey-Nachwuchsspieler des Oberligisten in unserem Internat“, bekräftigt Legionäre Vorstand Armin Zimmermann die Verbundenheit der beiden Organisationen.

  • Unterstützung:

    Als zusätzliche Unterstützung für die Legionäre werden Spieler der Eisbären mit ihrem Trainer Igor Pavlov am Samstag beim Match Nummer eins gegen Bonn mit dabei sein.

Nun stehen die Schwabelweiser zum 16. Mal in 24 Jahren Bundesliga im Halbfinale. Zum dritten Mal heißt der Gegner dort Bonn Capitals. Die Bilanz spricht dabei klar für die Regensburger. Die einzige Playoff-Niederlage gegen die Caps datiert aus dem Jahr 1997, als die Regensburger mit 0:2 den Kürzeren zogen.

In der Vorschlussrunde 2013 behielten die Oberpfälzer gegen die Rheinländer mit 3:1 die Oberhand. 2016 setzten sich die Buchbinder Legionäre als Südzweiter mit 3:0 gegen den damaligen Nordmeister Bonn durch. Nicht unbedingt zu erwarten war zu diesem Zeitpunkt der Erfolg der Regensburger. Vor allen Dingen die Klarheit schockte die Capitals.

40 Siege, keine Niederlage

„Die Serie von vor zwei Jahren steckt bestimmt noch in deren Hinterköpfen. Das kann sich auch mental auswirken“, glaubt Thalemann. Nicht zu hoch bewerten will Bolsenbroek das jüngste Aufeinandertreffen der beiden Teams. „Vor zwei Jahren waren wir auf jeden Fall anders aufgestellt und hatten auch noch die ein oder anderen erfahrenen Spieler in unseren Reihen. Jetzt sind wir viel jünger“, erklärt Bolsenbroek, der aber zugleich versichert: „Uns ist deswegen nicht bange.“ Die Capitals dominierten die Nordliga dieses Jahr nach Belieben. Zum ersten Mal seit 28 Jahren gelang wieder einer Mannschaft die perfekte Saison. 40 Siege und keine Niederlage sind dabei mit Abstand Bundesliga-Rekord.

Kapitulieren wollen die Regensburger vor diesen Zahlen allerdings nicht „Bonn ist zwar ohne Niederlage durch die Saison gegangen. Aber gegen uns hat es für sie in den Playoffs bisher nicht so gut geklappt. Daher denke ich nicht unbedingt, dass wir im Nachteil sind“, erklärt Vorstand Thalemann. Ähnlich sieht es Werfer Bolsenbroek: „Ich weiß nicht genau, was das zu bedeuten hat und wie stark die Nordliga ist“, sagt der dienstälteste Legionär: „Baseball bleibt Baseball, der Ball ist immer noch rund. Natürlich sind wir der Underdog, nachdem wir uns von den Playdowns im Vorjahr nun ins Halbfinale vorgearbeitet haben. Aber ich denke, wir müssen bestimmt keine Angst vor Bonn haben.“

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