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Baseball

Legionäre suchen ihren Lauf

Zum Playoff-Start gastiert Titelverteidiger Bonn in Regensburg. Es ist ein Duell, das Erinnerungen weckt.
Von Matthias Ondracek

Pascal Amon und die Buchbinder Legionäre wollen in den Playoffs einen Lauf hinlegen. Foto: Stefan Müller
Pascal Amon und die Buchbinder Legionäre wollen in den Playoffs einen Lauf hinlegen. Foto: Stefan Müller

Was ist von den Buchbinder Legionären zu erwarten?
„Dies ist definitiv das, wofür wir seit dem ersten Training am 8. Januar gearbeitet haben“, erklärt Legionäre-Trainer Tomas Bison vor dem Start des Playoff-Viertelfinales gegen die Bonn Capitals. „Daher fühle ich mehr als Aufregung. Ich würde sagen, ich bin noch motivierter – jetzt, da wir das erste Ziel erreicht haben, das wir uns zu Beginn der Saison gesetzt hatten“, fährt der Italiener fort. Die Regensburger sind heiß auf die entscheidende Phase der Saison. Mit zwölf Siegen aus 14 Partien sind die Schwabelweiser hinter den Mainz Athletics das beste Team der Rückrunde. Nur gegen die Rheinhessen und die Mannheim Tornados verlor die Bison-Truppe seit dem 1. Mai. 14 der letzten 16 Begegnungen entschied der Vorjahres-Halbfinalist für sich. Vor allem die Offensive spielte sich in den letzten Wochen förmlich in einen Rausch und lieferte eine Homerun-Show nach der nächsten ab.

Wer sind die Favoriten auf die Meisterschaft in diesem Jahr?
So schwer wie wohl noch nie ist in diesem Jahr eine Prognose über den möglichen Ausgang im Titelrennen um die deutsche Baseball-Meisterschaft anzustellen. Ein Topfavorit ist kaum auszumachen. Die Südliga galt in den letzten Jahren traditionell als die stärkere. Sechs Teams kämpften bis zum Saisonende um die vier Playoff-Plätze. An der Spitze agierten die Mainz Athletics einigermaßen unangefochten. Mit 24:4-Siegen wiesen die Rheinhessen die beste Bilanz aller Viertelfinalisten auf. Die Buchbinder Legionäre folgten zusammen mit Nordmeister Solingen Alligators (je 21:7). Die Allis sicherten sich in einem Dreikampf im Norden nur mit einem Sieg Vorsprung vor den Untouchables Paderborn und den Bonn Capitals Rang eins. Eng ging es in der Südstaffel im Rennen um den dritten Platz zu. Letztlich landeten die Heidenheim Heideköpfe nur aufgrund des besseren direkten Vergleichs vor den Mannheim Tornados. Erst auf den allerletzten Drücker zogen die Dohren Wild Farmers als viertes Nordteam in die Playoffs ein.

Wer ist der Viertelfinal-Gegner der Legionäre?
Die Bonn Capitals gehen als Titelverteidiger in die Postseason. Im Vorjahr feierten die Rheinländer erstmals in ihrer Vereinsgeschichte die deutsche Meisterschaft. Nach einer Rekordsaison ohne Niederlage in 28 Partien besiegten die Caps im Finale in einer umstrittenen Serie die Heidenheim Heideköpfe letztlich mit 3:2. Auf dem Weg dorthin kam es im Halbfinale zu einer historischen Serie gegen die Legionäre. In einem fünfeinhalbstündigen Marathon-Match über 19 Innings behielten die Bonner in Spiel vier mit 3:2 die Oberhand. Bonns Werfer Maurice Wilhelm gelang das Kunststück, ein komplettes „Perfect Game“ über neun Innings nach seiner Einwechslung zu absolvieren. „Ich habe so etwas noch nie erlebt“, sagte seinerzeit Legionäre-Werfer Jonathan Eisenhuth. Die Begegnung ging als längstes Playoff-Spiel der deutschen Baseball-Geschichte in die Bundesliga-Annalen ein. Das daraufhin wegen Dunkelheit abgebrochene entscheidende fünfte Spiel wurde erst zwei Wochen später fortgesetzt. Die Capitals gewannen die Serie schließlich mit 3:2.

Was spricht für Regensburg,was für Bonn?
Die Legionäre (Mike Bolsenbroek) haben wie die Capitals (Markus Solbach) vor der Saison ihren womöglich besten Pitcher verloren. „Ich persönlich bin glücklich mit den Leuten, die wir im Kader haben“, erklärt Legionäre-Coach Bison. Wie bei den Regensburgern hat auch in Bonn mit Alex Derhak ein neuer Mann das Zepter in der Hand. An die Rekordbilanz seines Vorgängers Bradley Roper-Hubbert kam Derhak in dieser Saison allerdings nicht heran. „Sie sind ein solides Team und der dritte Platz in ihrer Liga spiegelt meiner Meinung nach nicht den wahren Wert des Klubs wider. Obendrein haben sie gegen Ende der Saison einen ihrer Starter wieder zurückbekommen“, warnt Tomas Bison.

Welcher Modus wird in den Baseball-Playoffs gespielt?
Alle Playoff-Paarungen werden als „Best-of-Five“-Serien ausgetragen. Das bedeutet: Wer zuerst drei Partien für sich entschieden hat, zieht in die nächste Runde ein. Als Zweiter der Südstaffel genießen die Legionäre im Viertelfinale Heimrecht. Spiel eins und zwei finden in der Oberpfalz statt. Die Spiele drei und vier gehen in Bonn über die Bühne. Auch ein eventuelles Spiel fünf würde bei den Rheinländern ausgetragen, die Regensburger hätten in dieser entscheidenden Begegnung aber das Nachschlagrecht. Ein Vorteil, der den Capitals 2018 den Sieg im epischen Duell sicherte – allerdings vor heimischer Kulisse. Der enge Terminplan erlaubt diesmal jedoch keinen weiteren Ortswechsel nach Spiel vier.

Wie geht es nach diesem Wochenende weiter?
In den weiteren Viertelfinals trifft Südmeister Mainz Athletics auf die Dohren Wild Farmers. Nordmeister Solingen Alligators tritt zuerst bei den Mannheim Tornados an. Außerdem empfangen die Untouchables Paderborn als Nordzweiter an diesem Wochenende die Heidenheim Heideköpfe. Die Rückspiele der ersten Runde finden allesamt am 6. und 7. Juli statt. Eine Woche später beginnt bereits das Halbfinale, das am 13., 14., 20. und 21. Juli über die Bühne geht. Interessant für die Legionäre ist vor allem der Ausgang des Duells Solingen gegen Mannheim, weil der Sieger dieses Aufeinandertreffens in einem möglichen Semifinale der nächste Gegner der Regensburger wäre.

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