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Baseball

Max Kepler wurde zum Held des Spiels

Dem Ex-Regensburger gelingt mit seinem ersten Homerun in der amerikanischen Major League Baseball ein deutscher Meilenstein.
Von Matthias Ondracek, MZ

Max Kepler
Max Kepler Foto: dpa

Regensburg.Sichtlich aufgewühlt und noch völlig außer Atem trat Max Kepler nach der Partie der Minnesota Twins gegen die Boston Red Sox vor das Mikrofon. Kurz nach dem größten Moment in seiner jungen Karriere in der Major League Baseball stand der deutsche US-Profi den 26087 Zuschauern im heimischen Target Field in Minneapolis Rede und Antwort. „Es ist verrückt, ich kann das hier gerade noch nicht wirklich begreifen“, erklärte der ehemalige Internatsschüler der Buchbinder Legionäre vor laufenden Kameras. Mit seinem ersten Homerun in der besten Baseball-Liga der Welt war Kepler soeben zum gefeierten Matchwinner beim 7:4-Sieg geworden.

Die Begegnung begann wenig vielversprechend für den deutschen Baseball-Export. Bei seinen ersten vier Schlagchancen musste Kepler schnell wieder auf der Bank Platz nehmen. „Ich hatte bis zur letzten Schlagchance ein schwieriges Spiel. Aber es ist toll, wenn ein Trainer den Spielern vertraut, bis die Partie komplett zu Ende ist. Ich bin dankbar für das Vertrauen“, sagte Kepler nach dem Triumph in der Umkleidekabine. Zu seinem Monsterschlag erklärte der frühere Regensburger Bundesliga-Spieler: „Ich habe einfach gehofft, dass der Ball weit ins Outfield fliegt. Als ich den Kopf hob und den Ball von der Wand abprallen sah, dachte ich: Wow, das war ich?“

Seit 1. Juni ist Max Kepler zurück in der MLB. Nach seinem Debüt im vergangenen September und einem Kurzaufenthalt im April ist es für den 23-Jährigen der dritte Anlauf auf der ganz großen Bühne. Während der Outfielder bei seinen ersten beiden Berufungen nur selten von Beginn an die Chance erhielt, kommt er diesmal regelmäßig zum Zug. Von seinen zwölf Auftritten seit seiner neuerlichen Beförderung absolvierte Kepler zehn von Beginn an. Eine Verletzung von Teamkollege Miguel Sano eröffnete dem Linkshänder die aktuelle Bewährungsprobe. Insgesamt absolvierte der Sohn eines Balletttänzer-Paares bislang 24 Spiele in der Baseball-Eliteliga, 21 davon im Jahr 2016.

In dieser Zeit waren die Eingewöhnungsprobleme für den zum besten Minor-League-Spieler der vergangenen Saison gewählten Profi deutlich zu sehen. Der Niveau-Unterschied von der höchsten Klasse (AAA) unter der MLB zur großen Show ist groß. Umso euphorischer feierten Keplers Teamkollegen den fulminanten Homerun des Jungstars. Beim Spielstand von 4:4 im ersten Durchgang der Verlängerung trat der Deutsche ans Schlagmal. Schnell geriet er mit zwei Würfen in Rückstand. Doch den dritten Ball von Bostons Pitcher Matt Barnes ließ Kepler nicht mehr passieren. Sein satter Treffer landete weit hinter der Outfieldbegrenzung im Centerfield, der tiefsten Stelle im Stadion. Als Kepler die Bases komplett umrundet hatte, erwarteten ihn seine Teamkollegen bereits freudetrunken an der Homeplate. Für Kepler und den deutschen Baseball war der erste Walkoff (ein Schlag, nach dem die Partie sofort beendet ist) ein Meilenstein.

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